dpa-AFX NEWSTICKER (Produktauszug)

26.06.2017

Deutsche Anleihen reagieren kaum auf Bankenrettung in Italien

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Kurse deutscher Bundesanleihen haben sich am Montag von der Bankenrettung in Italien kaum beeindruckt gezeigt. Der für den deutschen Markt richtungweisende Euro-Bund-Future verharrte am Morgen auf dem Niveau vom Freitag bei 165,03 Punkten. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe lag bei 0,25 Prozent.

Italiens Regierung gab am Sonntag bekannt, Milliardenbeträge für den Teil-Verkauf der beiden kleineren regionalen Banken Banca Popolare di Vicenza und Banca Veneto an das zweitgrößte italienische Bankhaus Intesa Sanpaolo bereitzustellen. Die EU gab noch am Abend grünes Licht. Zuvor hatte die EZB mitgeteilt, dass die beiden relativ kleinen Banken aufgrund fauler Kredite keine Zukunftschancen hätten und abgewickelt werden sollen.

Dadurch werde ein unkontrollierter Zusammenbruch verhindert, schreibt Rainer Guntermann, Experte bei der Commerzbank. "Allerdings bleibt ein fader Beigeschmack, da hierfür bis zu 17 Milliarden Euro Staatsgeld beziehungsweise -garantien eingesetzt werden." Dennoch wurde die Nachricht nicht nur am deutschen, sondern auch am italienischen Rentenmarkt gelassen aufgenommen. Die Rendite zehnjähriger italienischer Papiere bewegte sich im frühen Handel kaum.

Im weiteren Tagesverlauf richten sich die Blicke der Anleger vor allem auf den Indikator des Ifo-Instituts zum Geschäftsklima in Deutschland. Außerdem stehen am Nachmittag Zahlen zu den Auftragseingängen in den USA auf dem Kalender und am Abend wird EZB-Chef Mario Draghi bei einer Konferenz der Notenbank im portugiesischen Sintra sprechen./tos/stb

26.06.2017

Devisen: Euro unbeeindruckt von Italiens Bankenrettung

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Kurs des Euro hat auf die am Wochenende beschlossene Bankenrettung in Italien nicht nennenswert reagiert. Am Montagmorgen wurde die Gemeinschaftswährung bei 1,1192 US-Dollar gehandelt und damit in etwa auf dem Niveau von Freitagabend. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuletzt am Freitag auf 1,1173 (Donnerstag: 1,1169) Dollar festgesetzt.

Italiens Regierung gab am Sonntag bekannt, Milliardenbeträge für den Teil-Verkauf der beiden kleineren regionalen Banken Banca Popolare di Vicenza und Banca Veneto an das zweitgrößte italienische Bankhaus Intesa Sanpaolo bereitzustellen. Die EU gab noch am Abend grünes Licht. Zuvor hatte die EZB mitgeteilt, dass die beiden relativ kleinen Banken aufgrund fauler Kredite keine Zukunftschancen hätten und abgewickelt werden sollen.

Am Devisenmarkt gab es auf diese Nachrichten kaum Reaktionen. Italien gilt vielen Anlegern derzeit als größter Wackelkandidat im Euroraum - noch vor Griechenland. Neben den Problemen im Bankensektor stehen dabei aber vor allem politische Risiken im Vordergrund.

Aussagen eines der führenden US-Notenbanker gaben dem Euro zum Wochenbeginn ebenfalls keine klaren Impulse. John Williams, Präsident der Notenbank von San Franciso, sagte am Montag in Sydney, dass aus seiner Sicht der neue normale Leitzins unter drei Prozent liegen werde. Der Weg sei daher nicht mehr allzu weit. Zurzeit liegt der Fed-Leitzins in der Spanne zwischen 1,00 und 1,25 Prozent.

Im weiteren Tagesverlauf richten sich die Blicke der Anleger vor allem auf den Indikator des Ifo-Instituts zum Geschäftsklima in Deutschland. Außerdem stehen am Nachmittag Zahlen zu den Auftragseingängen in den USA auf dem Kalender./tos/fbr

26.06.2017

Slowakische Volkswagen-Mitarbeiter beenden Streik

BRATISLAVA (dpa-AFX) - Nach sechs Tagen Streik haben die Beschäftigten von Volkswagen Slovakia am Montag ihre Arbeit wieder aufgenommen. Gewerkschafter und Firmenleitung hatten sich zuvor am Sonntagabend auf höhere Löhne für die über 12 000 Mitarbeiter geeinigt. Demnach sollen die Löhne in mehreren Schritten bis August 2019 um insgesamt 14,2 Prozent steigen. Die Gewerkschaftsvertreter hatten ursprünglich eine Erhöhung von 16 Prozent gefordert, feierten aber auch den Kompromiss als großen Erfolg. In der 25-jährigen Firmengeschichte von Volkswagen Slovakia war dies der erste Streik überhaupt./ct/DP/stb

26.06.2017

Leipziger Amazon-Mitarbeiter streiken erneut

LEIPZIG (dpa-AFX) - Mitarbeiter des Internetversandhändlers Amazon haben am Montag erneut die Arbeit am Standort Leipzig niedergelegt. Laut Verdi-Streikleiter Thomas Schneider begann der Streik zum Beginn der Frühschicht um 6.30 Uhr. Es werden 400 Teilnehmer bis zum Ende der Spätschicht um 23.30 Uhr erwartet. Bereits am Samstag hatten nach Angaben der Gewerkschaft 150 Beschäftigte kurzfristig gestreikt.

Verdi fordert von Amazon, die Beschäftigten nach dem Tarifvertrag für den Versand- und Einzelhandel zu bezahlen. Das Unternehmen verweigert nach Angaben der Gewerkschaft die Aufnahme von Tarifverhandlungen. Amazon verweist darauf, dass sich die Bezahlung der Mitarbeiter am Tarifvertrag der Logistikbranche orientiere. Verdi reklamiert für sich, dass der Internetriese wegen der Streiks in den vergangenen drei Jahren die Löhne und Gehälter immer wieder etwas erhöht habe. In dem Tarifkonflikt gibt es seit Mai 2013 immer wieder Streiks./sae/DP/fbr

26.06.2017

IPO: Vapiano legt Zahl neuer Aktien fest - Rechnerischer Emissionspreis 23 Euro

BONN (dpa-AFX) - Die Restaurantkette Vapiano kann bei ihrem Börsengang offenbar nicht aus dem Vollen schöpfen. Über die Kapitalerhöhung sollen knapp 3,7 Millionen Anteile platziert werden, wie das Unternehmen am Sonntagabend in Bonn mitteilte. Die genaue Zahl dieser neuen Aktien war bislang noch nicht bekannt. Der Erlös aus der Platzierung soll sich weiter brutto auf etwa 85 Millionen Euro belaufen.

Rechnerisch ergeben die Angaben vom Sonntag einen Emissionspreis von 23 Euro das Stück - der Wert liegt in der unteren Hälfte der zuvor ausgegeben Preisspanne. Bei der Bekanntgabe der Details des Börsengangs Mitte Juni hatte Vapiano die Preisspanne auf 21 bis 27 Euro festgelegt. "Der endgültige Emissionspreis wird heute im Laufe des Tages festgesetzt und veröffentlicht", erklärte ein Sprecher am Montag. Das Papier soll am Dienstag erstmals an der Börse gehandelt werden. Im vorbörslichen Handel wurden die Papiere zuletzt für etwas mehr als 25 Euro gehandelt.

Neben der Platzierung neuer Aktien, deren Erlös dem Unternehmen zufließt, wollen auch die bisherigen Eigentümer etwas Kasse machen. Gemäß dem Wertpapierprospekt wollen sie inklusive Mehrzuteilungsoption bis zu knapp 4,3 Millionen Aktien verkaufen. Bei einem Emissionspreis von 23 Euro würden sie somit knapp 100 Millionen Euro einnehmen.

Durch die Kapitalerhöhung steigt die Anzahl der Anteile um rund 18 Prozent auf 24 Millionen Stück, so dass Vapiano bei einem Aktienkurs von 23 Euro insgesamt auf einen Marktwert von rund 550 Millionen Euro kommen würde./zb/das/fbr

26.06.2017

SLM Solutions zieht Auftrag aus China an Land

LÜBECK (dpa-AFX) - Der 3D-Drucker-Hersteller SLM Solutions hat einen Millionen-Auftrag aus China erhalten. Die Order habe ein Gesamtumsatzvolumen von bis zu 12 Millionen Euro, teilte das im TecDax notierte Unternehmen am Montag mit. Es gehe dabei um zehn SLM 500-Multilasermaschinen. Dies sei bislang der größte Einzelauftrag für diesen Maschinen-Typ.

Der Auftrag sei ein wichtiger Schritt zur weiteren Erschließung des chinesischen Marktes. In der Region Asien will sich SLM als Hersteller etablieren. SLM war mit eher schwachen Zahlen ins Jahr gestartet, die Jahresprognose hatte das Unternehmen aber bestätigt./stk/stb

26.06.2017

IPO/LKW-Zulieferer Jost will im zweiten Halbjahr an die Börse gehen

NEU-ISENBURG (dpa-AFX) - Der LKW-Zulieferer Jost will im zweiten Halbjahr in Frankfurt an die Börse gehen und sich dabei nur an institutionelle Investoren wenden. Die Aktien sollen im Rahmen eines Bookbuilding-Verfahrens in ausgewählten Ländern in Europa, Nordamerika und weiteren Regionen platziert werden, teilte das Unternehmen am Montag mit. Der Schritt sei noch abhängig vom Börsenumfeld im zweiten Halbjahr 2017. Ein öffentliches Angebot von Aktien werde es im Zuge der Börsennotierung nicht geben.

Die Platzierung werde neue Aktien aus einer Kapitalerhöhung mit einem Volumen von 130 Millionen Euro umfassen. Zudem wird der Finanzinvestor Cinven, der Jost mehrheitlich kontrolliert, Anteile abstoßen. Wie viel hier angeboten werden soll, sei noch nicht festgelegt.

Das Geld aus dem Verkauf der neuen Aktien soll für allgemeine Unternehmenszwecke eingesetzt oder zur Rückzahlung von Krediten verwendet werden, hieß es. Jost bietet sicherheitsrelevante Systeme für Zugmaschinen, Auflieger und Anhänger an. Im Jahr 2016 beliefen sich die Umsatzerlöse auf 633,9 Millionen Euro, die bereinigte Ebit-Marge lag bei 9,8 Prozent./stk/fbr

26.06.2017

Ölpreise legen zu

SINGAPUR (dpa-AFX) - Die Ölpreise haben am Montag im frühen Handel an ihre leichte Erholung vom Freitag angeknüpft und sind gestiegen. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete am Morgen 46,09 US-Dollar und damit 55 Cent mehr als am Freitag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um 51 Cent auf 43,51 Dollar.

Händler sprachen von einer fortgesetzten Gegenbewegung nach jüngsten deutlichen Verlusten und warnten vor zu viel Optimismus. Die Pessimisten am Ölmarkt hätten sich noch nicht in den Winterschlaf verabschiedet, sagt Rob Thumell, Experte beim Finanzdienstleister Tortoise Capital.

Obwohl das Ölkartell Opec und andere wichtige Förderländer wie Russland die Produktion gekürzt haben, herrscht am Markt nach wie vor ein zu hohes Angebot an Rohöl. Vor allem die steigende Fördermenge in den USA hatte zuletzt mehrfach die Preise stark belastet und am Mittwoch eine Talfahrt ausgelöst./tos/stb

26.06.2017

Schiff für Castortransport hat in Neckarwestheim abgelegt

NECKARWESTHEIM (dpa-AFX) - Ein für den Castortransport vorgesehenes Transportschiff hat am frühen Montagmorgen in Neckarwestheim abgelegt. Gegen 05.20 startete der sogenannte Schubverband zunächst ohne Zwischenfälle Richtung Obrigheim in Baden-Württemberg zum stillgelegten Atomkraftwerk, wie die Polizei mitteilte. Ein Polizeihubschrauber beobachtete die Lage aus der Luft. In Obrigheim soll nach aktuellen Plänen am Dienstag die Verladung der drei Castor-Behälter auf das Schiff erfolgen. Insgesamt plant der Energieversorger EnbW fünf Transporte mit je drei Castoren. Die Polizei rechnet ab Montag mit Kundgebungen von Atomkraftgegnern.

Die Beförderung von zunächst drei Castor-Behältern per Schiff auf dem unteren Neckar ist heftig umstritten. Es wäre der EnBW zufolge die erste Verfrachtung von Atommüll auf einem Fluss in Deutschland. Die Brennelemente aus Obrigheim sollen im Zwischenlager am Kernkraftwerk Neckarwestheim gelagert werden./nau/maa/DP/zb

26.06.2017

Investor Loeb steigt bei Nestle ein - L'Oreal-Anteil der Schweizer im Fokus

VEVEY (dpa-AFX) - Der weltgrößte Lebensmittelhersteller Nestle ist ins Visier des aktivistischen Investors Daniel Loeb geraten. Der vom 55-jährigen Amerikaner geführte Hedgefonds Third Point investierte rund 3,5 Milliarden Dollar in zirka 40 Millionen Nestle-Aktien, wie aus einem Brief an die Investoren, der der Nachrichtenagentur Bloomberg vorliegt, hervorgeht.

Third Point hält damit rund 1,25 Prozent an dem Schweizer Unternehmen. Da Investoren wie Loeb oder Paul Singer in der Öffentlichkeit Druck auf die Unternehmensführung ausüben und oft andere Anleger hinter sich bringen, können sie dann mit einem geringen Anteil Einfluss auf Entscheidungen nehmen.

Bei Nestle hat Loeb offenbar vor allem den 23-prozentigen Anteil am französischen Konsumgüterkonzern L'Oreal im Visier. Dieser ist an der Börse derzeit rund 24 Milliarden Euro wert. Diesen soll Nestle verkaufen und das Geld überwiegen in Aktienrückkäufe stecken. Zudem sollen die Schweizer ihr Portfolio straffen und die Rendite steigern.

Loebs Hedgefonds Third Point war bisher vor allem für Investitionen in amerikanische und japanische Firmen wie Yahoo oder Sony bekannt. In einem Brief an seine Anleger von Ende April hatte der Investor aber bereits angekündigt, dass er nach Investitionsmöglichkeiten in Europa Ausschau hält./zb/stk

26.06.2017

Aktien Frankfurt Ausblick: Dax vor Ifo-Index moderat im Plus

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Dax dürfte am Montag zunächst seinen jüngsten Schlingerkurs fortsetzen. Der X-Dax als außerbörslicher Indikator für den deutschen Leitindex stand eine Dreiviertelstunde vor dem Handelsstart 0,18 Prozent im Plus bei 12 756 Punkten. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 wird zum Auftakt ebenfalls etwas höher erwartet.

In den vergangenen sechs Wochen hatte der Dax zwar immer wieder knapp einen neuen Rekordstand erreicht. Insgesamt fehlte ihm allerdings die Dynamik und er tritt per saldo auf der Stelle. Auch jetzt fehlen von den Überseebörsen eindeutige Impulse. Für Bewegung könnten allerdings die Daten zum Ifo-Geschäftsklima am Vormittag sorgen.

Optimistisch bleiben derweil die Autoren des Börsenstatistik-Magazins Index-Radar: Nach wie vor befinde sich der Deutsche Aktienindex in einem Aufwärtstrend - sowohl auf einer kurzfristigen, als auch auf einer langfristigen Zeitebene.

AIR BERLIN UNTER DRUCK

Hierzulande stehen Luftfahrtwerte im Blick. Lufthansa-Chef Carsten Spohr hatte der schwer angeschlagenen Fluggesellschaft Air Berlin weitere Unterstützung in Aussicht gestellt, eine Übernahme des Rivalen zieht der Manager aber momentan nicht in Betracht. "Wir unterstützen Air Berlin bereits, indem wir 38 Flugzeuge geleast haben und auf unseren Strecken einsetzen", sagte Spohr der "Bild am Sonntag". Die Aktien von Air Berlin sackten auf Tradegate um mehr als 7 Prozent ab, während sich die Papiere der Lufthansa kaum vom Fleck bewegten.

Die italienische Regierung steht mit weiteren Milliarden für die Abwicklung zweier Krisenbanken ein, die die Europäische Zentralbank für nicht überlebensfähig hält. Für den Teilverkauf der beiden regionalen Banken Banca Popolare di Vicenza und die Banca Veneto an das zweitgrößte italienische Bankhaus Intesa Sanpaolo stellt die Regierung 5,2 Milliarden Euro bereit. An den Finanzmärkten schlug die Nachricht bislang keine großen Wellen.

TAG IMMOBILIEN PROFITIEREN VON HOCHSTUFUNG

Die im TecDax gelisteten Papiere von SLM Solutions gewannen auf Tradegate gut 2,5 Prozent. Der 3D-Drucker-Hersteller erhielt einen Millionen-Auftrag aus China. Es geht dabei um zehn SLM 500-Multilasermaschinen. Dies sei bislang der größte Einzelauftrag für diesen Maschinen-Typ, hieß es vom Unternehmen.

Darüber hinaus dürften zwei Kaufempfehlungen für Bewegung sorgen. So hatte die Deutsche Bank die Papiere von TAG Immobilien hochgestuft, was den Aktien auf Tradegate ein Plus von 1,58 Prozent gegenüber dem Xetra-Schluss bescherte. Die derzeit angespannte Angebotslage in großstädtischen Räumen sollte sich zunehmend in jenen Regionen auswirken, in denen TAG tätig sei, und die dortigen Mieten und Kaufpreise steigen lassen, schrieb Analystin Paola Sabbione. Zudem hatte sich das Bankhaus Lampe positiv zu den Papieren des Baumaschinenherstellers Wacker Neuson geäußert.

WARTEN AUF STADA

Bis zuletzt spannend bleibt schließlich das Rennen um den Arzneimittelkonzern Stada . Inzwischen ist die Annahmefrist für die Offerte der Finanzinvestoren Bain und Cinven abgelaufen. Nun warten die Anleger auf die Veröffentlichung der endgültigen Annahmequote. 67,5 Prozent der Aktionäre müssen der Übernahme zustimmen, sonst scheitert der Deal. In diesem Fall drohen größere Kursverluste./la/das

26.06.2017

WOCHENAUSBLICK: Am deutschen Aktienmarkt ziehen Gewitterwolken auf

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Anleger könnten sich in der neuen Börsenwoche weiter aus dem deutschen Aktienmarkt zurückziehen. Das Gewitterrisiko sei gestiegen, schrieb Analyst Markus Reinwand von der Landesbank Helaba. Bereits in den vergangenen Tagen waren die Investoren lieber in Deckung gegangen, nachdem der Dax zwar bei 12 951 Punkten ein Rekordhoch erreicht, aber den Sprung über die runde Marke von 13 000 Punkten verpasst hatte.

Damit steigt nach dem monatelangen Höhenflug an den Börsen die Nervosität der Anleger. Schließlich erklimme der Dax seit gut einem Jahr mehr oder weniger unaufhaltsam und wie an einer Schnur gezogen Höhen, von denen vor Jahren viele Marktteilnehmer nicht einmal gewagt hätten zu träumen, schrieben die Autoren des Bernecker-Börsenbriefs "AB-Daily". Händler sprechen in diesem Zusammenhang gern von "climbing the wall of fear", was so viel heißt wie "die Mauer der Angst hochklettern". "Sprich: die Kurse steigen und keinem geht es so richtig wohl dabei".

Bislang sind die Anleger, um im Bild zu bleiben, bei ihrer Klettertour nur etwas aus dem Tritt gekommen. Doch je mehr sich die wirtschaftliche Realität von der insgesamt immer noch recht guten und sorglosen Stimmung der Investoren abkoppelt, desto größer ist die Abrutsch-Gefahr.

Zwar bleibe die Geldpolitik im Euroraum vorerst sehr locker, was für eine gewisse Stabilisierung am Aktienmarkt sorgen könnte, schrieb der Helaba-Experte Reinwand. Allerdings schienen wichtige konjunkturelle Frühindikatoren wie das am Montag zur Veröffentlichung anstehende Ifo-Geschäftsklima in Deutschland derzeit ihren Gipfel auszubilden. Immerhin habe das Konjunkturbarometer im Mai mit 114,6 Punkten einen historischen Spitzenwert seit der Wiedervereinigung erreicht, so dass nun ein Rückschlag drohe. Damit werde die Luft für Aktien, die in der Regel der Konjunktur voraus laufen, zunehmend dünner.

In den Fokus könnte auch der Bankensektor rücken. Die italienische Regierung kündigte am Sonntag an, mit weiteren Milliarden für die Abwicklung zweier Krisenbanken einstehen zu wollen. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte diese am Freitagabend für nicht überlebensfähig erklärt. Es handelt sich dabei um die Banca Popolare di Vicenza und die Banca Veneto. Die gesunden Teile der Regionalbanken will das zweitgrößte italienische Bankhaus Intesa Sanpaolo übernehmen. Und Rom will dafür 5,2 Milliarden Euro bereitstellen. Weitere bis zu 12 Milliarden Euro werden veranschlagt, um Risiken bei der Abwicklung abzufedern.

Zudem sollten Anleger verstärkt auf den Verlauf der Ölpreise achten, schrieb Marktanalyst Jochen Stanzl vom Handelshaus CMC Markets: "Es besteht Ausverkaufsgefahr, sollte die Unterstützung bei 41 US-Dollar beim Preis der Nordseesorte Brent unterschritten werden." Das könnte dann auch Aktien kurzfristig mit nach unten ziehen, da viele Investoren in fallenden Ölpreisen Deflationsgefahren und eine Abschwächung des Wirtschaftswachstums sehen.

Derweil streben in Deutschland gleich zwei Unternehmen an die Börse: Bereits am Dienstag sollen erstmals die Aktien der Restaurantkette Vapiano gehandelt werden. Die Firma will die Papiere zum Stückpreis von 21 bis 27 Euro an den Mann bringen.

Am Freitag wagt sich dann der Essens-Lieferdienst Delivery Hero (Lieferheld, Pizza.de, Foodora) aufs Parkett. Der Börsengang könnte bis zu einer knappen Milliarde Euro schwer werden. Von dem Geldsegen profitiert nicht zuletzt der größte Anteilseigner: Rocket Internet . Die Beteiligungsgesellschaft für Start-ups hält gut ein Drittel der Anteile.

Bis zuletzt spannend bleibt auch das Rennen um den Arzneimittelkonzern Stada . Inzwischen ist die Annahmefrist für die Offerte der Finanzinvestoren Bain und Cinven abgelaufen. Möglicherweise wird die endgültige Annahmequote am Wochenende oder am Montag veröffentlicht. 67,5 Prozent der Aktionäre müssen der Übernahme zustimmen, sonst scheitert der Deal. In diesem Fall drohen größere Kursverluste./la/ag/jha/she

--- Von Lutz Alexander, dpa-AFX ---

23.06.2017

ROUNDUP/Aktien New York Schluss: Dow bewegt sich kaum - Tech-Werte legen zu

NEW YORK (dpa-AFX) - Die Anleger haben sich an der Wall Street am Freitag weiter zurückgehalten. Letztlich büßte der Dow Jones Industrial minimale 0,01 Prozent ein auf 21 394,76 Punkte. Seine Bestmarke hatte er am Dienstag bei 21 535 Punkten erreicht, bevor leichte Gewinnmitnahmen einsetzten. Auf Wochensicht trat er damit praktisch auf der Stelle.

Der marktbreite S&P-500-Index stieg vor dem Wochenende um 0,16 Prozent auf 2438,30 Punkte. Er hatte seine jüngste Rekordrally bereits am Montag mit einem neuen Höchststand von 2453 Punkten gekrönt. Der jüngst schwächelnde Technologie-Auswahlindex Nasdaq 100 lief am Freitag vorweg: Er gewann 0,40 Prozent auf 5803,11 Punkte. Die Anleger hatten sich zuletzt Gedanken über zu hohe Bewertungen gemacht. In der abgelaufenen Woche erholten sich die Tech-Titel allerdings um über 2 Prozent.

BLACKBERRY UND BED, BATH & BEYOND BRECHEN EIN

Besonders deutlich unter Druck gerieten derweil die Anteilsscheine von Blackberry und Bed, Bath & Beyond mit zweistelligen Verlusten von gut 12 Prozent. Der Softwarehersteller für den Mobilfunkverkehr verfehlte im abgelaufenen Quartal die Umsatzerwartungen. Da half es nicht, dass das bereinigte Ergebnis je Aktien besser ausgefallen war als gedacht. Auch der Einzelhändler für Küchen- und Haushaltsbedarf enttäuschte mit seinem Wachstum schwer. Seine Papiere sackten auf das tiefste Niveau seit 2009 ab.

Dagegen schossen Papiere von Synchronoss Technologies um ein Drittel nach oben auf 16,24 Dollar. Der Anbieter von mobilen Softwarelösungen für Serviceprovider und andere Unternehmen ist bei der Siris Capital Group auf Übernahmeinteresse gestoßen. Der Investor signalisierte ein Gebot in Höhe von 18 Dollar je Aktie.

BANKEN PROFITIEREN NICHT VON STRESS-TEST

Die Banken profitieren letztlich nicht von der bestandenen ersten Runde des jährlichen Stresstests. Die Ergebnisse des zweiten, breiter angelegten Teils, der im Zuge der letzten großen Finanzkrise eingeführten Belastungsproben sollen am Mittwoch veröffentlicht werden. Sie entscheiden maßgeblich darüber, ob die Pläne der Banken für Dividendenzahlungen und Aktienrückkäufe genehmigt werden. Die Papiere der Citigroup , von JPMorgan und der Bank of America gaben etwas nach, für Goldman Sachs ging es gar um über 1 Prozent abwärts.

Visa kletterten als bester Dow-Wert um 1,7 Prozent. Marktteilnehmer sahen darin eine positive Reaktion auf die Kapitalmarktveranstaltung des Kreditkartenkonzerns vom Vortag. Papiere von Home Depot fielen dagegen als Schlusslicht um 2,7 Prozent. Die Neubauverkäufe waren im Mai schwächer als erwartet gestiegen.

EURO HOLT WOCHENVERLUSTE AUF

Der Kurs des Euro hat am Freitag zugelegt und damit die zwischenzeitlichen Verluste der Woche wieder aufgeholt. Im New Yorker Handel kostete die Gemeinschaftswährung zuletzt 1,1197 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs auf 1,1173 (Donnerstag: 1,1169) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8950 (0,8953) Euro. Enttäuschende Konjunkturdaten aus den USA schwächten den Dollar. Eine etwas trübere Unternehmensstimmung im Euroraum konnte dem Euro nichts anhaben.

Am US-Anleihemarkt gab es kaum Bewegung. Richtungweisende zehnjährige Papiere rückten um 1/32 Punkte vor auf 102 1/32 Punkte. Ihre Rendite betrug 2,142 Prozent./ag/jha/

23.06.2017

Aktien New York Schluss: Dow bewegt sich kaum - Tech-Werte legen zu

NEW YORK (dpa-AFX) - Die Anleger haben sich an der Wall Street am Freitag weiter zurückgehalten. Letztlich büßte der Dow Jones Industrial minimale 0,01 Prozent ein auf 21 394,76 Punkte. Seine Bestmarke hatte er am Dienstag bei 21 535 Punkten erreicht, bevor leichte Gewinnmitnahmen einsetzten. Auf Wochensicht trat er damit praktisch auf der Stelle.

Der marktbreite S&P-500-Index stieg vor dem Wochenende um 0,16 Prozent auf 2438,30 Punkte. Er hatte seine jüngste Rekordrally bereits am Montag mit einem neuen Höchststand von 2453 Punkten gekrönt. Der jüngst schwächelnde Technologie-Auswahlindex Nasdaq 100 lief am Freitag vorweg: Er gewann 0,40 Prozent auf 5803,11 Punkte. Die Anleger hatten sich zuletzt Gedanken über zu hohe Bewertungen gemacht. In der abgelaufenen Woche erholten sich die Tech-Titel allerdings um über 2 Prozent./ag/jha/

23.06.2017

Aktien New York: Wall Street schüttelt Verluste ab

NEW YORK (dpa-AFX) - Nach einem schwächeren Start haben die wichtigsten US-Indizes am Freitag die Wende geschafft: Der Dow Jones Industrial legte bis zwei Stunden vor Handelsende um moderate 0,06 Prozent auf 21 410,50 Punkte zu.

Der marktbreite S&P-500-Index schaffte ein Plus von 0,28 Prozent auf 2441,36 Punkte. Für den Technologie-Auswahlindex Nasdaq 100 ging es gar um 0,51 Prozent auf 5809,63 Punkte nach oben.

Visa kletterten als bester Dow-Wert um 1,5 Prozent. Marktteilnehmer sahen darin eine positive Reaktion auf die Kapitalmarktveranstaltung des Kreditkartenkonzerns vom Vortag.

Besonders deutlich unter Druck gerieten derweil die Anteilsscheine von Blackberry und Bed, Bath & Beyond mit zweistelligen Verlusten von minus 10,5 Prozent und 12 Prozent. Der Softwarehersteller für den Mobilfunkverkehr verfehlte im abgelaufenen Quartal die Umsatzerwartungen. Da half es nicht, dass das bereinigte Ergebnis je Aktien besser ausgefallen war als gedacht. Auch der Einzelhändler für Küchen- und Haushaltsbedarf enttäuschte mit seinem Wachstum schwer.

Bei den Banken gab es nach bestandener erster Runde des jährlichen Stresstests keine klare Tendenz. Die Ergebnisse des zweiten, breiter angelegten Teils, der im Zuge der letzten großen Finanzkrise eingeführten Belastungsproben sollen am Mittwoch veröffentlicht werden. Sie entscheiden maßgeblich darüber, ob die Pläne der Banken für Dividendenzahlungen und Aktienrückkäufe genehmigt werden. Die Papiere der Citigroup und von JPMorgan legten etwas zu, für Goldman Sachs und Bank of America ging es etwas abwärts./ag/jha/

23.06.2017

ROUNDUP/Aktien Frankfurt Schluss: Gewinnmitnahmen sorgen für leichtes Minus

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Dax hat eine turbulente Handelswoche leicht im Minus beendet. Nachdem zunächst der klare Ausgang der französischen Parlamentswahl und die Rekordjagd an der Wall Street den deutschen Leitindex auf die Bestmarke von 12 951 Punkten gehievt hatten, kam es in der Folge zu Gewinnmitnahmen. Auch am Freitag machten einige Anleger noch Kasse, so dass der Dax am Ende 0,47 Prozent auf 12 733,41 Punkte verlor. Auf Wochensicht bedeutet dies einen Abschlag von 0,15 Prozent.

Der MDax der mittelgroßen Unternehmen sank am Freitag um 0,28 Prozent auf 25 211,55 Punkte und der Technologiewerte-Index TecDax büßte 0,75 Prozent auf 2268,17 Zähler ein.

RWE AM DAX-ENDE

Commerzbank-Aktien rutschten moderat ins Minus. Wegen Rückstellungen für den Abbau Tausender Stellen erwartet das Geldhaus im zweiten Quartal rote Zahlen. Auch im Tagesgeschäft lief es schlechter als noch zu Jahresbeginn.

Am Dax-Ende knüpften die Papiere von RWE an ihren jüngsten Abwärtstrend an und fielen um fast drei Prozent. Der Versorger will zwar im Zuge der erwarteten Rückerstattung der Atomsteuer eine Sonderdividende von einem Euro je Aktie ausschütten. Allerdings wäre es sinnvoller gewesen, die gesamte Rückerstattung zur Bilanzsanierung zu nutzen, schrieb Analyst Werner Eisenmann von der DZ Bank.

LEICHTE VERLUSTE AUCH IN EUROPA

Beim Handelskonzern Metro konnten sich die Anleger über ein Kursplus von fast 4 Prozent freuen. Damit waren die Anteilscheine der Spitzenreiter im MDax. Analyst Volker Bosse von der Baader Bank begrüßte die Zurückweisung mehrerer Nichtigkeits- und Anfechtungsklagen gegen den Aufspaltungsbeschluss der Hauptversammlung durch das Oberlandesgericht Düsseldorf.

Der EuroStoxx 50 gab um 0,34 Prozent auf 3543,68 Punkte nach. Der französische Leitindex CAC 40 und der Londoner FTSE 100 schlossen ebenfalls leicht im Minus. Der US-Leitindex Dow Jones Industrial bewegte sich zum Handelsschluss in Europa kaum vom Fleck.

EURO LEGT ZU

Am Rentenmarkt stagnierte die Umlaufrendite bei 0,10 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,01 Prozent auf 141,77 Punkte. Der Bund-Future rückte um 0,01 Prozent auf 165,09 Punkte vor. Der Kurs des Euro stieg: Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,1173 (Donnerstag: 1,1169) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8950 (0,8953) Euro./la/jha/

--- Von Lutz Alexander, dpa-AFX ---

23.06.2017

Aktien Frankfurt Schluss: Gewinnmitnahmen sorgen für leichtes Minus

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Dax hat eine turbulente Handelswoche leicht im Minus beendet. Nachdem zunächst der klare Ausgang der französischen Parlamentswahl und die Rekordjagd an der Wall Street den deutschen Leitindex auf die Bestmarke von 12 951 Punkten gehievt hatten, kam es in der Folge zu Gewinnmitnahmen. Auch am Freitag machten einige Anleger noch Kasse, so dass der Dax am Ende 0,47 Prozent auf 12 733,41 Punkte verlor. Auf Wochensicht bedeutet dies einen Abschlag von 0,15 Prozent.

Der MDax der mittelgroßen Unternehmen sank am Freitag um 0,28 Prozent auf 25 211,55 Punkte und der Technologiewerte-Index TecDax büßte 0,75 Prozent auf 2268,17 Zähler ein. Ein Experte verwies dabei allerdings auf das insgesamt dünne Handelsvolumen, nachdem in den ersten deutschen Bundesländern die Sommerferien begonnen hätten./la/jha/

23.06.2017

ROUNDUP/Aktien New York: Kurse bröckeln etwas weiter ab

NEW YORK (dpa-AFX) - An der Wall Street ist es am Freitag zunächst etwas weiter abwärts gegangen. Der Dow Jones Industrial sank im frühen Handel um 0,13 Prozent auf 21 369,84 Punkte. Bei 21 535 Punkten hatte er am Dienstag ein Rekordhoch erreicht, seither üben sich die Anleger aber in Zurückhaltung. Ein Grund dafür sind neben der Unruhe am Ölmarkt auch anstehende Reden einiger Mitglieder der US-Notenbank Fed. Sie dürften angesichts einer zuletzt schwächelnden Inflation daraufhin abgeklopft werden, wie die Fed im Falle einer weiter zu niedrigen Teuerung bei ihrer Straffung der Geldpolitik weiter machen will.

Der marktbreite S&P-500-Index lag am Freitag nach der der ersten halben Stunde praktisch unverändert bei 2434,92 Punkten. Für den technologiewertelastigen Nasdaq 100 ging es um 0,20 Prozent auf 5768,55 Punkte abwärts.

Besonders deutlich unter Druck gerieten die Anteilsscheine von Blackberry und Bed, Bath & Beyond mit minus 10,5 Prozent. Der Softwarehersteller für den Mobilfunkverkehr verfehlte im abgelaufenen Quartal die Umsatzerwartungen. Da half es nicht, dass das bereinigte Ergebnis je Aktien besser ausgefallen war als gedacht. Auch der Einzelhändler für Küchen- und Haushaltsbedarf enttäuschte mit seinem Wachstum schwer.

Bei den Banken gab es nach bestandener erster Runde des jährlichen Stresstests keine klare Tendenz. Die Ergebnisse des zweiten, breiter angelegten Teils der im Zuge der letzten großen Finanzkrise eingeführten Belastungsproben sollen am Mittwoch veröffentlicht werden. Sie entscheiden maßgeblich darüber, ob die Pläne der Banken für Dividendenzahlungen und Aktienrückkäufe genehmigt werden. Die Papiere der Citigroup und von JPMorgan legten etwas zu, für Goldman Sachs und Bank of America ging es etwas abwärts./ag/jha/

23.06.2017

Aktien New York: Kurse bröckeln etwas weiter ab

NEW YORK (dpa-AFX) - An der Wall Street ist es am Freitag zunächst etwas weiter abwärts gegangen. Der Dow Jones Industrial sank im frühen Handel um 0,22 Prozent auf 21 350,87 Punkte. Bei 21 535 Punkten hatte er am Dienstag ein Rekordhoch erreicht, seither üben sich die Anleger aber in Zurückhaltung. Ein Grund dafür sind neben der Unruhe am Ölmarkt auch anstehende Reden einiger Mitglieder der US-Notenbank Fed. Sie dürften angesichts einer zuletzt schwächelnden Inflation daraufhin abgeklopft werden, wie die Fed im Falle einer weiter zu niedrigen Teuerung bei ihrer Straffung der Geldpolitik weiter machen will.

Der marktbreite S&P-500-Index fiel am Freitag in der ersten halben Stunde um 0,10 Prozent auf 2432,15 Punkte. Für den technologiewertelastigen Nasdaq 100 ging es um 0,30 Prozent auf 5762,39 Punkte abwärts./ag/jha/

23.06.2017

WOCHENAUSBLICK: Am deutschen Aktienmarkt ziehen Gewitterwolken auf

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Anleger könnten sich in der neuen Börsenwoche weiter aus dem deutschen Aktienmarkt zurückziehen. Das Gewitterrisiko sei gestiegen, schrieb Analyst Markus Reinwand von der Landesbank Helaba. Bereits in den vergangenen Tagen waren die Investoren lieber in Deckung gegangen, nachdem der Dax zwar bei 12 951 Punkten ein Rekordhoch erreicht, aber den Sprung über die runde Marke von 13 000 Punkten verpasst hatte.

Damit steigt nach dem monatelangen Höhenflug an den Börsen die Nervosität der Anleger. Schließlich erklimme der Dax seit gut einem Jahr mehr oder weniger unaufhaltsam und wie an einer Schnur gezogen Höhen, von denen vor Jahren viele Marktteilnehmer nicht einmal gewagt hätten zu träumen, schrieben die Autoren des Bernecker-Börsenbriefs "AB-Daily". Händler sprächen in diesem Zusammenhang gern von "climbing the wall of fear", was so viel heißt wie "die Mauer der Angst hochklettern". "Sprich: die Kurse steigen und keinem geht es so richtig wohl dabei".

IFO-GESCHÄFTSKLIMA

Bislang sind die Anleger, um im Bild zu bleiben, bei ihrer Klettertour nur etwas aus dem Tritt gekommen. Doch je mehr sich die wirtschaftliche Realität von der insgesamt immer noch recht guten und sorglosen Stimmung der Investoren abkoppelt, desto größer ist die Abrutsch-Gefahr.

Zwar bleibe die Geldpolitik im Euroraum vorerst sehr locker, was für eine gewisse Stabilisierung am Aktienmarkt sorgen könnte, schrieb der Helaba-Experte Reinwand. Allerdings schienen wichtige konjunkturelle Frühindikatoren wie das am Montag zur Veröffentlichung anstehende Ifo-Geschäftsklima in Deutschland derzeit ihren Gipfel auszubilden. Immerhin habe das Konjunkturbarometer im Mai mit 114,6 Punkten einen historischen Spitzenwert seit der Wiedervereinigung erreicht, so dass nun ein Rückschlag drohe. Damit werde die Luft für Aktien, die in der Regel der Konjunktur voraus laufen, zunehmend dünner.

Zudem sollten Anleger verstärkt auf den Verlauf der Ölpreise achten, schrieb Marktanalyst Jochen Stanzl vom Handelshaus CMC Markets: "Es besteht Ausverkaufsgefahr, sollte die Unterstützung bei 41 US-Dollar beim Preis der Nordseesorte Brent unterschritten werden." Das könnte dann auch Aktien kurzfristig mit nach unten ziehen, da viele Investoren in fallenden Ölpreisen Deflationsgefahren und eine Abschwächung des Wirtschaftswachstums sehen.

VAPIANO UND DELIVERY HERO GEHEN AN DIE BÖRSE

Derweil streben in Deutschland gleich zwei Unternehmen an die Börse: Bereits am Dienstag sollen erstmals die Aktien der Restaurantkette Vapiano gehandelt werden. Die Firma will die Papiere zum Stückpreis von 21 bis 27 Euro an den Mann bringen.

Am Freitag wagt sich dann der Essens-Lieferdienst Delivery Hero (Lieferheld, Pizza.de, Foodora) aufs Parkett. Der Börsengang könnte bis zu einer knappen Milliarde Euro schwer werden. Von dem Geldsegen profitiert nicht zuletzt der größte Anteilseigner: Rocket Internet . Die Beteiligungsgesellschaft für Start-ups hält gut ein Drittel der Anteile.

ÜBERNAHMEPOKER UM STADA

Bis zuletzt spannend bleibt auch das Rennen um den Arzneimittelkonzern Stada . Inzwischen ist die Annahmefrist für die Offerte der Finanzinvestoren Bain und Cinven abgelaufen. Möglicherweise wird die endgültige Annahmequote am Wochenende oder am Montag veröffentlicht. 67,5 Prozent der Aktionäre müssen der Übernahme zustimmen, sonst scheitert der Deal. In diesem Fall drohen größere Kursverluste./la/ag/jha/

--- Von Lutz Alexander, dpa-AFX ---

26.06.2017

ROUNDUP/Studie: Altersarmut trifft besonders alleinstehende Frauen

GÜTERSLOH (dpa-AFX) - Insbesondere alleinstehende Frauen, Menschen ohne Berufsausbildung und Langzeitarbeitslose sind einer Studie der Bertelsmann-Stiftung zufolge bis zum Jahr 2036 von Altersarmut bedroht. Insgesamt steigt die Armutsrisikoquote in der Altersgruppe der dann 67-Jährigen in den kommenden Jahren von heute 16 auf 20 Prozent an. Bei alleinstehenden Frauen ist die Zunahme stark. Demnach steigt der Anteil der Frauen, die von staatlichen Leistungen abhängig werden, weil ihr Einkommen nicht fürs Leben reicht, von heute 16,2 auf 27,8 Prozent im Jahr 2036 an.

Für die Studie, die am Montag vorgestellt werden soll, haben das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) und das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) Simulationsberechnungen gemacht. Basis sind Haushaltsdaten, mit denen die zukünftigen Alterseinkommen aus gesetzlicher, privater und betrieblicher Altersvorsorge prognostiziert werden. Rentner gelten heute als armutsgefährdet, wenn ihr Netto-Einkommen unter 958 Euro liegt.

Als Ursache für die wachsende Altersarmut sehen die Studien-Autoren zwei Gründe: Die Zunahme von Unterbrechungen im Arbeitsleben und unsichere Beschäftigungsverhältnisse im Niedriglohnsektor. Zum anderen sinkt das Rentenniveau durch die demografische Entwicklung und rentenrechtliche Veränderungen kontinuierlich. Nach Auffassung der Stiftung entfalten die zum Ausgleich geschaffenen Instrumente der privaten Altersvorsorge aber nicht die gewünschte Wirkung.

"Wir brauchen weitere Reformen für den Ruhestand: Wenn die Babyboomer-Generation in Rente geht, könnte es zu einem bösen Erwachen kommen. Um das Alterssicherungssystem zukunftsfest zu gestalten, müssen wir es heute an die veränderten Rahmenbedingungen der Arbeitswelt anpassen", so Aart De Geus, Vorstandsvorsitzender der Bertelsmann Stiftung.

Die Ergebnisse der Studien decken sich in vielen Teilen mit dem Altersicherungsbericht, den die Bundesregierung 2016 veröffentlichte. Darin fordert die Politik die Menschen auf, mehr privat für das Alter vorzusorgen. Nach Ansicht der Bertelsmann-Stiftung aber reicht das bei weitem nicht aus. Christof Schiller, Autor der Studie, fordert eine bessere Integration der Risikogruppen in den Arbeitsmarkt./lic/DP/zb

26.06.2017

Presse: Rentenkasse mit 2,2 Milliarden Euro Minus

BERLIN (dpa-AFX) - Die Rentenkasse hat nach einem Zeitungsbericht im vergangenen Jahr ein Minus von 2,2 Milliarden Euro eingefahren. Damit sei das Minus bei der Gesetzlichen Rentenversicherung (GRV) gegenüber dem Vorjahr um gut 600 Millionen Euro höher ausgefallen, berichten die Dortmunder "Ruhr Nachrichten" (Montag) unter Berufung auf die Kabinettsvorlage zum Entwurf für den Bundeshalt 2018, die am Mittwoch beraten werden soll. Grund für das größere Minus seien höhere Ausgaben als 2015.

2014 hatte die GRV noch einen Überschuss von 3,16 Milliarden Euro erzielt, 2015 rutschte sie dann mit 1,59 Milliarden Euro in die roten Zahlen. Das abermals gestiegene Minus im vergangenen Jahr mache indes keinen Anstieg des Beitragssatzes von derzeit 18,7 Prozent erforderlich, heißt es dem Bericht zufolge in dem Regierungsentwurf des Bundesfinanzministeriums. Dieser könne voraussichtlich bis 2021 stabil bleiben./bi/DP/zb

26.06.2017

Studie: Altersarmut trifft besonders alleinstehende Frauen

GÜTERSLOH (dpa-AFX) - Insbesondere alleinstehende Frauen, Menschen ohne Berufsausbildung und Langzeitarbeitslose sind einer Studie der Bertelsmann-Stiftung zufolge bis zum Jahr 2036 von Altersarmut bedroht. Insgesamt steigt die Armutsrisikoquote in der Altersgruppe der dann 67-Jährigen in den nächsten Jahren von heute 16 auf 20 Prozent an. Bei alleinstehenden Frauen ist die Zunahme stark. Demnach steigt der Anteil der Frauen, die von staatlichen Leistungen abhängig werden, weil ihr Einkommen nicht fürs Leben reicht, von heute 16,2 auf 27,8 Prozent im Jahr 2036 an.

Für die Studie, die am Montag vorgestellt werden soll, haben das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) und das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) Simulationsberechnungen gemacht. Basis sind Haushaltsdaten, mit denen die zukünftigen Alterseinkommen aus gesetzlicher, privater und betrieblicher Altersvorsorge prognostiziert werden. Rentner gelten heute als armutsgefährdet, wenn ihr Netto-Einkommen unter 958 Euro liegt./lic/DP/zb

25.06.2017

Ruhani: Der Iran wird Katar nicht in Stich lassen

TEHERAN (dpa-AFX) - Der Iran wird nach Aussagen von Präsident Hassan Ruhani den Golfnachbarn Katar in der aktuellen Krise nicht im Stich lassen. "Die derzeitige Isolierung Katars ist inakzeptabel, wir jedoch werden weder die Regierung noch das Volk Katars im Stich lassen", sagte Ruhani in einem Telefonat mit Katars Emir Hamad al-Thani am Sonntag. Alle iranischen Grenzen würden für die "Brüder" in Katar offen bleiben und Teheran sei bereit, die guten Beziehungen mit Doha sogar auszubauen, betonte der iranische Präsident.

Saudi-Arabien, Ägypten, Bahrain und die Vereinigten Arabischen Emirate hatten am 5. Juni ihre diplomatischen Beziehungen zu Katar abgebrochen, den Luftverkehr gestoppt und die Grenzen geschlossen. Sie beschuldigen Katar, Terrororganisationen zu unterstützen. Unter anderem fordern die vier Staaten von Katar, binnen zehn Tagen seine Beziehungen zum Iran einschränken, die türkischen Soldaten aus dem Land werfen und den Sender Al-Dschasira zu schließen.

Ruhani sagte, Differenzen könnten in der heutigen Zeit nicht mehr mit Drohungen und Sanktionen gelöst werden. Auch die Krise zwischen Katar und den drei Golfstaaten sowie Ägypten sollte seiner Ansicht nach über rationale Verhandlungen gelöst werden. Dabei könnte auch der Iran mithelfen, sagte Ruhani.

Die Arme Katars seien offen für den Iran, zitierte das Webportal des iranischen Präsidialamts den Emir Katars. Dohas Beziehungen zu Teheran seien stets gut gewesen und könnten auch ausgebaut werden. Al-Thani zufolge sei die islamische Welt derzeit in einer schwierigen Phase, die nur durch Weisheit und Dialog gelöst werden könne./str/fmb/DP/she

25.06.2017

ROUNDUP 2: Italien stellt weitere Milliarden für zwei Pleite-Banken bereit

(neu: Genehmigung der EU im ersten Absatz ergänzt)

ROM/FRANKFURT (dpa-AFX) - Die italienische Regierung steht mit weiteren Milliarden für die Abwicklung zweier Krisenbanken ein, die die Europäische Zentralbank (EZB) für nicht überlebensfähig hält. Für den Teil-Verkauf der beiden kleineren regionalen Banken Banca Popolare di Vicenza und die Banca Veneto an das zweitgrößte italienische Bankhaus Intesa Sanpaolo würde die Regierung 5,2 Milliarden Euro bereitstellen, sagte Finanzminister Pier Carlo Padoan am Sonntag. Insgesamt würden bis zu 17 Milliarden Euro veranschlagt, um Risiken bei der Abwicklung abzufedern. Die EU gab am Abend grünes Licht für die Staatshilfe. Mit der Aktion soll der Bankenbetrieb aufrecht erhalten, Sparer sollen geschützt werden.

Am Freitagabend hatte die EZB mitgeteilt, dass die beiden Banken, die seit Jahren auf einem Riesenberg fauler Kredite sitzen, keine Zukunftschancen hätten und nach italienischem Insolvenzrecht abgewickelt werden sollen.

GUTE BANK - SCHLECHTE BANK

Der gute Teil der beiden Regionalbanken soll nach den Plänen der Regierung in Rom an die Intesa Sanpaolo gehen. Der schlechte Teil soll ausgelagert werden. Die Krise der Banken habe ein Niveau erreicht, das einen Rettungseinsatz nötig mache, um das Risiko eines "ungeordneten Zusammenbruchs" zu verhindern, sagte Regierungschef Paolo Gentiloni. Dem Plan muss noch das Parlament zustimmen. Auch die Bankenaufseher von EU und EZB müssen ihn absegnen.

Die EZB hatte zuvor mitgeteilt, die beiden Banken hätten wegen mangelnden Eigenkapitals keine Überlebenschancen. Die EZB habe den Banken Zeit für einen Rettungsplan gegeben, sie hätten aber keine "glaubwürdigen Lösungen" unterbreitet. Die europäische Bankenabwicklungsbehörde SRB (Single Resolution Board) habe entschieden, dass die Rettungsbedingungen nicht gegeben seien, hieß es weiter.

SEIT JAHREN HILFE VOM RETTUNGSFONDS

Beide Banken haben jeweils etwa 500 Filialen und mehr als 5000 Mitarbeiter. Sie sitzen wie andere italienische Institute auf einem Riesenberg fauler Kredite und brauchen seit Jahren Hilfe von einem Rettungsfonds.

2016 hatte der Rettungsfond "Atlante" 3,5 Milliarden Euro in die Veneto Banca und die Banca Popolare di Vicenza gepumpt - ohne Erfolg. Sie brauchen früheren Angaben zufolge insgesamt mehr als 6 Milliarden Euro an frischem Kapital.

SONDERREGELUNG BEREITS BEI MONTE DEI PASCHI

Europäische Regeln für Staatshilfen verbieten eigentlich staatliche Rettungsaktionen für Banken. Zum Sorgenkind Nummer eins des maroden italienischen Bankensektors hatte es vor einigen Wochen erst eine Grundsatzeinigung zwischen der EU-Kommission und der Regierung in Rom gegeben. So darf Italien der angeschlagenen Traditionsbank Monte dei Paschi di Siena mit einer milliardenschweren Kapitalspritze helfen. Möglich ist das, weil die Bank langfristig als profitabel eingeschätzt wird. Vielen gilt sie allerdings auch als "too big to fail", ihre Pleite könnte also ein schweres Finanzbeben auslösen.

Die Banca Veneto und die Banca Popolare di Vicenza hatten 2016 eine Bilanzsumme von rund 28 Milliarden beziehungsweise 34 Milliarden Euro. Zum Vergleich: Bei der Deutschen Bank waren es rund 1600 Milliarden Euro./reu/jha/DP/she

25.06.2017

dpa-AFX Überblick: KONJUNKTUR - Die wichtigsten Meldungen vom Wochenende

ROUNDUP 2: Schulz attackiert Merkel: 'Anschlag auf die Demokratie'

DORTMUND - Drei Monate vor der Wahl hat SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz seine Kontrahentin Angela Merkel so heftig wie noch nie attackiert und seine Partei auf eine Aufholjagd eingeschworen. Auf dem SPD-Programmparteitag warf er CDU und CSU am Sonntag in Dortmund vor, sich vor inhaltlichen Aussagen zu drücken und damit in Kauf zu nehmen, dass weniger Bürger zur Wahl gingen. "Ich nenne das einen Anschlag auf die Demokratie", sagte der SPD-Chef vor 600 Delegierten und tausenden Anhängern. Zudem warf er der Union "Arroganz der Macht" vor. In Umfragen ist die SPD aus dem Zwischenhoch nach der Kür von Schulz zum Kanzlerkandidaten wieder abgesackt und liegt nun bis zu 16 Prozentpunkte abgeschlagen hinter dem momentanen Koalitionspartner Union.

Weidmann: Ausstieg aus lockerer EZB-Politik rechtzeitig angehen

FRANKFURT - Bundesbank-Präsident Jens Weidmann mahnt zu einem rechtzeitigen Ausstieg aus der Politik des ultralockeren Geldes. "Die Bürger müssen sich darauf verlassen können, dass der EZB-Rat seine expansive Geldpolitik zügig beendet, wenn es aus Sicht der Preisstabilität notwendig ist", sagte Weidmann der "Welt am Sonntag". "Setzen sich die solide Konjunkturentwicklung und die Preisentwicklung wie erwartet fort, ist es aus meiner Sicht (...) Zeit, den Ausstieg aus der sehr lockeren Geldpolitik in den Blick zu nehmen."

Schäuble nennt SPD-Vorschläge Wählerverdummung

BERLIN - Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hat der SPD in der Steuer- und Rentenpolitik Wählertäuschung vorgeworfen. Die von den Sozialdemokraten geplanten Veränderungen bei der Einkommensteuer seien nur im besten Fall aufkommensneutral, sagte Schäuble dem "Handelsblatt" (Montag). "Wenn man genauer hinschaut, verbergen sich hinter den Vorschlägen sogar Steuererhöhungen." Zum Plan der SPD, den Solidaritätszuschlag von 2020 an zunächst nur noch von Gutverdienern zahlen zu lassen, sagte Schäuble: "Solche willkürlich gewählten Einkommensgrenzen sind wenig praktikabel und eher eine Beschäftigungsmaßnahme für Steuerberater."

ROUNDUP 2: Unions-Mittelstand und JU machen bei CDU-Steuerplänen Druck

BERLIN - Im Streit innerhalb der Union über Steuerentlastungen nach der Bundestagswahl erhöhen Mittelstandspolitiker und der Parteinachwuchs den Druck auf die CDU-Spitze. Sie fordern stärkere Entlastungen für Familien mit Kindern und stellen sich damit an die Seite der CSU. Zugleich pochen Mittelstandspolitiker auf einen weit schnelleren Abbau des Solidaritätszuschlages. Hintergrund für den Vorstoß ist auch das Steuerkonzept der SPD, das am Sonntag auf einem Sonderparteitag in Dortmund beschlossen werden sollte.

Katar-Krise spitzt sich zu - Golfstaaten fordern Ende Al-Dschasiras

DOHA - Die schwere diplomatische Krise zwischen Katar und vier arabischen Staaten spitzt sich weiter zu: Das Emirat soll binnen zehn Tagen unter anderem seine Beziehungen zum Iran einschränken, die türkischen Soldaten aus dem Land werfen und den Sender Al-Dschasira dicht machen. Die Forderungen sind Teil einer Liste mit insgesamt 13 Punkten, die Saudi-Arabien, Ägypten, Bahrain und die Vereinigten Arabischen Emirate am Donnerstag an Katar übergeben ließen, deren Inhalt aber erst später bestätigt wurde.

ROUNDUP 2/ Ministerium: Krankenkassen zu Jahresstart mit Plus von 612 Millionen

BERLIN - Eine anhaltend gute Konjunktur und hohe Beschäftigung spült viel Geld in die Kassen der gesetzlichen Krankenversicherung. Im ersten Quartal dieses Jahres erwirtschafteten die Krankenkassen nach Angaben des Gesundheitsministeriums ein Plus von rund 612 Millionen Euro. Damit stiegen deren Finanzreserven auf 16,7 Milliarden Euro. Das geht aus den offiziellen Zahlen des Ministeriums für das erste Quartal hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegen.

Bankenverband rechnet mit Tausenden neuen Jobs in Frankfurt

BERLIN - Der Verband der Auslandsbanken rechnet wegen des Austritts Großbritanniens aus der EU mit Tausenden neuen Stellen am Finanzplatz Frankfurt. "Durch den Brexit werden in den nächsten zwei Jahren 3000 bis 5000 neue Arbeitsplätze in Frankfurt entstehen", sagte Verbandschef Stefan Winter der "Welt am Sonntag". Er gehe davon aus, dass etwa 12 bis 14 große Banken ihre vorhandenen Standorte in Frankfurt stark ausbauen oder neue errichten werden.

ROUNDUP/Volkswirte: Gute Exportaussichten sind Turbo für deutsche Konjunktur

NÜRNBERG - Die guten Exportaussichten entwickeln sich nach Experteneinschätzung immer mehr zu einem Turbo für die deutsche Konjunktur. Vor allem die Industrie profitiere zunehmend vom wirtschaftlichen Aufschwung in der Europäischen Union, aber auch von der verstärkten Nachfrage nach deutschen Produkten in China und den USA, berichteten Volkswirte deutscher Großbanken in einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur. Selbst in den meisten Schwellenländern wie Russland und Argentinien laufe es wieder besser.

BIZ sieht robusten Aufschwung und mahnt Reformen an

BASEL - Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) sieht die Weltwirtschaft trotz Risiken weiter auf robustem Wachstumskurs. In dem am Sonntag veröffentlichten Jahresbericht beschrieb die BIZ die kurzfristigen Aussichten als "so gut wie lange nicht mehr". Gleichzeitig richtete die Dachorganisation der Notenbanken mahnende Worte an die Regierungen in den Hauptstädten. Diese sollten "die aktuell günstige Lage nutzen, um die wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit auf nationaler und internationaler Ebene zu stärken".

Kundenhinweis:

ROUNDUP: Sie lesen im Konjunktur-Überblick eine Zusammenfassung. Zu diesem Thema gibt es mehrere Meldungen auf dem dpa-AFX Nachrichtendienst.

/she

25.06.2017

ROUNDUP: Italien stellt weitere Milliarden für zwei Pleite-Banken bereit

ROM/FRANKFURT (dpa-AFX) - Die italienische Regierung steht mit weiteren Milliarden für die Abwicklung zweier Krisenbanken ein, die die Europäische Zentralbank (EZB) für nicht überlebensfähig hält. Für den Teil-Verkauf der beiden kleineren regionalen Banken Banca Popolare di Vicenza und die Banca Veneto an das zweitgrößte italienische Bankhaus Intesa Sanpaolo würde die Regierung 5,2 Milliarden bereitstellen, sagte Finanzminister Pier Carlo Padoan am Sonntagabend. Insgesamt würden bis zu maximal 17 Milliarden Euro veranschlagt, um Risiken bei der Abwicklung abzufedern. Mit der Aktion soll der Bankenbetrieb aufrecht erhalten, Sparer sollen geschützt werden.

Am Freitagabend hatte die EZB mitgeteilt, dass die beiden Banken, die seit Jahren auf einem Riesenberg fauler Kredite sitzen, keine Zukunftschancen hätten und nach italienischem Insolvenzrecht abgewickelt werden sollen.

GUTE BANK - SCHLECHTE BANK

Der gute Teil der beiden Regionalbanken soll nach den Plänen der Regierung in Rom an die Intesa Sanpaolo gehen. Der schlechte Teil soll ausgelagert werden. Die Krise der Banken habe ein Niveau erreicht, das einen Rettungseinsatz nötig mache, um das Risiko eines "ungeordneten Zusammenbruchs" zu verhindern, sagte Regierungschef Paolo Gentiloni. Dem Plan muss noch das Parlament zustimmen. Auch die Bankenaufseher von EU und EZB müssen ihn absegnen.

Die EZB hatte zuvor mitgeteilt, die beiden Banken hätten wegen mangelnden Eigenkapitals keine Überlebenschancen. Die EZB habe den Banken Zeit für einen Rettungsplan gegeben, sie hätten aber keine "glaubwürdigen Lösungen" unterbreitet. Die europäische Bankenabwicklungsbehörde SRB (Single Resolution Board) habe entschieden, dass die Rettungsbedingungen nicht gegeben seien, hieß es weiter.

SEIT JAHREN HILFE VOM RETTUNGSFONDS

Beide Banken haben jeweils etwa 500 Filialen und mehr als 5000 Mitarbeiter. Sie sitzen wie andere italienische Institute auf einem Riesenberg fauler Kredite und brauchen seit Jahren Hilfe von einem Rettungsfonds.

2016 hatte der Rettungsfond "Atlante" 3,5 Milliarden Euro in die Veneto Banca und die Banca Popolare di Vicenza gepumpt - ohne Erfolg. Sie brauchen früheren Angaben zufolge insgesamt mehr als 6 Milliarden Euro an frischem Kapital.

SONDERREGELUNG BEREITS BEI MONTE DEI PASCHI

Europäische Regeln für Staatshilfen verbieten eigentlich staatliche Rettungsaktionen für Banken. Zum Sorgenkind Nummer eins des maroden italienischen Bankensektors hatte es vor einigen Wochen erst eine Grundsatzeinigung zwischen der EU-Kommission und der Regierung in Rom gegeben. So darf Italien der angeschlagenen Traditionsbank Monte dei Paschi di Siena mit einer milliardenschweren Kapitalspritze helfen. Möglich ist das, weil die Bank langfristig als profitabel eingeschätzt wird. Vielen gilt sie allerdings auch als "too big to fail", ihre Pleite könnte also ein schweres Finanzbeben auslösen.

Die Banca Veneto und die Banca Popolare di Vicenza hatten 2016 eine Bilanzsumme von rund 28 Milliarden beziehungsweise 34 Milliarden Euro. Zum Vergleich: Bei der Deutschen Bank waren es rund 1600 Milliarden Euro./reu/jha/DP/she

25.06.2017

Tillerson: Katar prüft Forderungen der Golfstaaten

WASHINGTON (dpa-AFX) - Katar hat nach US-Angaben damit begonnen, einen Forderungskatalog benachbarter Golfstaaten zur Beendigung des schweren diplomatischen Disputs zu prüfen. Während einige Punkte für Katar sehr schwer zu erfüllen sein würden, "gibt es bedeutende Gebiete, die eine Grundlage für andauernden Dialog bieten, der zu einer Lösung führt", erklärte Außenminister Rex Tillerson am Sonntag.

Er rief die beteiligten Parteien auf, sich zusammenzusetzen und ihren Ton zu mäßigen. Die USA würden kuwaitische Vermittlungsbemühungen unterstützen.

Saudi-Arabien, Ägypten, Bahrain und die Vereinigten Arabischen Emirate hatten am 5. Juni ihre diplomatischen Beziehungen zu Katar abgebrochen, den Luftverkehr gestoppt und die Grenzen geschlossen. Sie beschuldigen Katar, Terrororganisationen zu unterstützen. Unter anderem fordern die vier Staaten von Katar, binnen zehn Tagen seine Beziehungen zum Iran einschränken, die türkischen Soldaten aus dem Land werfen und den Sender Al-Dschasira zu schließen./ch/DP/she

25.06.2017

ROUNDUP 2: Schulz attackiert Merkel: 'Anschlag auf die Demokratie'

DORTMUND (dpa-AFX) - Drei Monate vor der Wahl hat SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz seine Kontrahentin Angela Merkel so heftig wie noch nie attackiert und seine Partei auf eine Aufholjagd eingeschworen. Auf dem SPD-Programmparteitag warf er CDU und CSU am Sonntag in Dortmund vor, sich vor inhaltlichen Aussagen zu drücken und damit in Kauf zu nehmen, dass weniger Bürger zur Wahl gingen. "Ich nenne das einen Anschlag auf die Demokratie", sagte der SPD-Chef vor 600 Delegierten und tausenden Anhängern. Zudem warf er der Union "Arroganz der Macht" vor. In Umfragen ist die SPD aus dem Zwischenhoch nach der Kür von Schulz zum Kanzlerkandidaten wieder abgesackt und liegt nun bis zu 16 Prozentpunkte abgeschlagen hinter dem momentanen Koalitionspartner Union.

Die Sozialdemokraten ziehen nun mit ihrem Programm unter dem Titel "Es ist Zeit für mehr Gerechtigkeit: Zukunft sichern, Europa stärken" in die heiße Phase des Wahlkampfs. Es wurde von den Delegierten ohne Gegenstimme bei nur einer Enthaltung beschlossen. Zu den wichtigsten Punkten zählt die Forderung nach Entlastungen für kleine und mittlere Einkommen und höheren Steuern für Spitzenverdiener. Kitas sollen gebührenfrei und die Ehe für Schwule und Lesben geöffnet werden.

Die Homo-Ehe machte Schulz in seiner Rede zur Bedingung für eine Regierungskoalition. Damit grenzte er sich klar von Union ab, die der einzige potenzielle Koalitionspartner ist, der dagegen ist. Neben CDU und CSU attackierte Schulz nur die rechtskonservative AfD, die er als "NPD light" bezeichnete. Die potenziellen Koalitionspartner Linke, Grüne und FDP verschonte der Kanzlerkandidat dagegen.

In seiner Rede griff Schulz Merkel frontal an und verschärfte damit seine Gangart gegen die Union deutlich. Unter anderem kritisierte er ihre Haltung zu Trump als zu unkonkret. Die Bundestagswahl am 24. September bezeichnete Schulz als Richtungsentscheidung. "Wir wollen weiter in einem freien solidarischen und vielfältigen Land leben", sagte er.

In den Mittelpunkt seiner kämpferischen, aber selten mitreißenden Rede stellte er die Themen Gerechtigkeit, Innovation und die Erneuerung Europas. Von den Delegierten und Anhängern wurde Schulz mit neun Minuten dauerndem Applaus und "Martin, Martin"-Sprechchören gefeiert.

Nach der Kandidatenkür hatte die SPD die drei wichtigen Landtagswahlen im Saarland, in Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen verloren. Zuletzt lag sie im ZDF-Politbarometer nur noch bei 25 Prozent - 14 Prozentpunkte hinter der Union. In anderen Umfragen sind es sogar bis zu 16 Punkte.

Altkanzler Gerhard Schröder machte seiner Partei dennoch Mut. "Nichts ist entschieden", versicherte er. "Es ist noch viel Zeit, um die Stimmung zu drehen." Nötig seien Disziplin, Geschlossenheit, aber auch Selbstbewusstsein. Schröder erinnerte an den Bundestagswahlkampf 2005 - mit ihm als Spitzenkandidat. Die Umfragen seien damals auch schlecht gewesen, viele hätten die SPD bereits abgeschrieben. "Aber wir haben gekämpft und wir haben aufgeholt", sagte er.

Am Ende habe die CDU gerade mal 35,2 Prozent erreicht, die SPD 34,2 Prozent. Auch wenn es nicht gereicht habe, sei die Aufholjagd enorm gewesen. "Was damals ging, das geht heute auch", rief Schröder den Delegierten in Dortmund zu. "Auf in den Kampf! Venceremos!" (Spanisch für: Wir werden siegen)

SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann sagte, die große Koalition sei inzwischen an ihre Grenzen gekommen. "Da geht nicht mehr viel." Deshalb sei es wichtig, nun um andere Mehrheiten zu kämpfen. Wie schulz warf Oppermann der Union Inhaltslosigkeit vor. "Das grenzt an Arbeitsverweigerung", sagte er.

CDU-Generalsekretär Peter Tauber sieht in der Kritik von Schulz eine Grenzüberschreitung. "So groß darf Verzweiflung niemals sein, dass wir Demokraten uns Anschläge auf die Demokratie vorwerfen", twitterte Tauber am Sonntag. CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer sagte der "Passauer Neuen Presse": "Seine persönlichen Attacken gegen die Kanzlerin verpuffen und zeigen die riesige Ratlosigkeit der SPD."

Kurz vor dem Parteitag hatte die Parteispitze das strittige Thema Vermögensteuer vertagt, in dem sie eine Kommission gründete. Die Parteilinken und der SPD-Nachwuchs Jusos hatten zuvor gefordert, die Sonderabgabe für Superreiche ins Programm aufzunehmen.

Überraschend sprach sich die SPD für einen vorübergehenden kompletten Stopp von Abschiebungen nach Afghanistan aus. Folgende Passage wurde ins Wahlprogramm aufgenommen: "Da die Sicherheitslage in Afghanistan kein sicheres Leben zulässt, werden wir bis auf Weiteres keine Abschiebungen nach Afghanistan durchführen." Die Antragskommission hatte eine allgemeinere Formulierung vorgeschlagen - ein Nein zu Abschiebungen in Kriegsgebiete, aber ohne ausdrückliche Nennung Afghanistans. Diese Linie setzte sich jedoch nicht durch./mfi/tb/jac/ted/DP/she

25.06.2017

ROUNDUP 2: Unions-Mittelstand und JU machen bei CDU-Steuerplänen Druck

BERLIN (dpa-AFX) - Im Streit innerhalb der Union über Steuerentlastungen nach der Bundestagswahl erhöhen Mittelstandspolitiker und der Parteinachwuchs den Druck auf die CDU-Spitze. Sie fordern stärkere Entlastungen für Familien mit Kindern und stellen sich damit an die Seite der CSU. Zugleich pochen Mittelstandspolitiker auf einen weit schnelleren Abbau des Solidaritätszuschlages. Hintergrund für den Vorstoß ist auch das Steuerkonzept der SPD, das am Sonntag auf einem Sonderparteitag in Dortmund beschlossen werden sollte.

Nach einem Papier der Mittelstandsvereinigung von CDU/CSU (MIT) und des Parlamentskreises Mittelstand der Unions-Bundestagsfraktion soll der Kinderfreibetrag auf die Höhe des Grundfreibetrages angehoben werden. Um Besserverdiener nicht zu bevorteilen, soll zugleich das Kindergeld entsprechend erhöht werden. Dies entspricht auch Forderungen aus der CSU und würde nach internen Berechnungen etwa acht Milliarden Euro pro Jahr kosten - zusätzlich zu den bisher geplanten Steuerentlastungen. Auch die "Junge Union" plädiert dafür, den steuerlichen Freibetrag von Kindern auf Erwachsenenniveau anzuheben. Die CDU-Spitze hatte dies zuletzt als zu teuer abgelehnt.

CDU und CSU haben noch kein gemeinsames Wahlprogramm, sie wollen es am 3. Juli vorstellen. Am Sonntag wollte das Präsidium der CDU in Berlin darüber beraten, am Montag auch der Bundesvorstand. Die CDU hat bisher eine Entlastung von jährlich 15 Milliarden Euro in Aussicht gestellt. Zudem soll der "Soli" zwischen den Jahren 2020 und 2030 in gleichmäßigen Schritten abgeschafft werden. Der Mittelstandsflügel dringt wie die CSU auf einen schnelleren "Soli"-Abbau nach 2019. Die SPD will den "Soli" im Rahmen ihrer geplanten Steuersenkungen ebenfalls rascher abbauen.

Der Grundfreibetrag für Erwachsene beträgt aktuell 8820 Euro. Bei Ehepaaren oder eingetragenen Lebenspartnern verdoppelt sich der Betrag auf 17 640 Euro. Davon profitieren alle Steuerzahler, da der Fiskus erst bei Einkommen über dem Grundfreibetrag Steuern abzieht. Schon jetzt steht fest, dass der Grundfreibetrag 2018 für Ledige um weitere 180 Euro auf dann 9000 Euro steigen wird.

Der Kinderfreibetrag insgesamt beträgt aktuell 7356 Euro und steigt 2018 um 72 Euro. Für Eltern bleibt dieser Betrag pro Kind und Jahr ihres Einkommens steuerfrei. Da dieser Freibetrag Familien mit höheren Einkommen zugutekommt, wird in der Regel auch das Kindergeld angehoben - auch wenn dies rechtlich nicht zwingend ist. Aktuell beträgt es für die ersten beiden Kinder monatlich je 192 Euro, für das dritte Kind 198 Euro. Ab Kind Nummer vier gibt es je 223 Euro.

MIT-Chef Carsten Linnemann (CDU) sagte der Deutschen Presse-Agentur: "Wir brauchen eine Steuerreform, die endlich Familien mit Kindern in den Blick nimmt. Eine spürbare Entlastung ist hier längst überfällig." Der CDU-Wirtschaftspolitiker Christian von Stetten forderte: "Die Entlastung muss die bisherigen Überlegungen deutlich übersteigen." Der "Soli" sollte bis zum Ende der nächsten Legislaturperiode vollständig abgebaut werden. Das wäre demnach schon Ende 2021 und würde den Bund dann etwa 20 Milliarden Euro im Jahr kosten - zusätzlich zu Mindereinnahmen aus Steuersenkungen.

In dem Beschluss der Mittelstandspolitiker heißt es: "Eine CDU/CSU-geführte Bundesregierung muss es sich zum Ziel setzen, in der kommenden Legislaturperiode vor allem Familien mit Kindern sowie die Mitte der Gesellschaft zu entlasten." Angesichts der zu erwartenden finanziellen Spielräume sei ein Entlastungs-Dreiklang erforderlich. Kinder und Erwachsene müssten steuerlich gleich viel wert sein, heißt es weiter.

Zudem müssten vor allem untere und mittlere Einkommen entlastet werden. Der Spitzensteuersatz von 42 Prozent für Ledige soll erst ab einem zu versteuernden Jahreseinkommen von 60 000 Euro greifen und nicht wie bisher bei rund 54 000 Euro. Dies verspricht auch die SPD. Sie will aber im Gegenzug Top-Verdiener stärker belasten.

Der Bundesvorsitzende der Jungen Union, Paul Ziemiak (CDU), sagte der "Süddeutschen Zeitung" (Samstag), die Steuersenkung durch einen höheren Kinderfreibetrag müsse es zusätzlich zur avisierten Steuerentlastung von 15 Milliarden Euro geben./sl/DP/she

26.06.2017

ANALYSE-FLASH: Deutsche Bank hebt TAG Immobilien auf 'Buy'

FRANKFURT (dpa-AFX Broker) - Die Deutsche Bank hat TAG Immobilien von "Hold" auf "Buy" hochgestuft und ein Kursziel von 16 Euro genannt. Nach einer zuversichtlichen Präsentation von Finanzvorstand Martin Thiel auf einer Konferenz der Deutschen Bank habe sie ihr Vertrauen in den Immobilienkonzern zurückgewonnen, schrieb Analystin Paola Sabbione in einer Studie vom Montag. Die derzeit angespannte Angebotslage in großstädtischen Räumen sollte sich zunehmend in jenen Regionen auswirken, in denen TAG tätig sei, und die dortigen Mieten und Kaufpreise steigen lassen. Zudem sei die Aktie attraktiv bewertet und preise ein prozentual zweistelliges Wachstum noch nicht ein./gl/tav/ag

26.06.2017

ANALYSE-FLASH: HSBC hebt Ziel für Pfeiffer Vacuum auf 148 Euro - 'Buy'

LONDON (dpa-AFX Broker) - Die britische Investmentbank HSBC hat das Kursziel für Pfeiffer Vacuum von 137 auf 148 Euro angehoben und die Einstufung auf "Buy" belassen. Die Übernahme von Nor-Cal Products in den USA stütze seine Kaufempfehlung, schrieb Analyst Philip Saliba in einer Studie vom Montag. Sie liefere bereits 2017 einen positiven Gewinnbeitrag. Zudem fahre der Vakuumpumpenhersteller seinen Umsatzanteil im schnell wachsenden Halbleiterbereich hoch und stärke die Präsenz in Asien./ag/tav

26.06.2017

DAX-FLASH: Kaum verändert erwartet vor Ifo-Daten

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Dax dürfte seinen Schlingerkurs zu Beginn der neuen Woche zunächst fortsetzen. Der Broker IG taxierte den deutschen Leitindex am Montagmorgen rund zwei Stunden vor dem Start wenig verändert auf 12 739 Punkte.

In den vergangenen sechs Wochen hatte der Dax zwar immer wieder knapp einen neuen Rekordstand erreicht. Insgesamt fehlt ihm allerdings die Dynamik und er tritt per saldo auf der Stelle. Auch jetzt fehlen von den Überseebörsen eindeutige Impulse. Für Bewegung könnten allerdings die Daten zum Ifo-Geschäftsklima am Vormittag sorgen./ag/fbr

26.06.2017

ANALYSE-FLASH: RBC Capital senkt Zalando auf 'Underperform' - Ziel 38 Euro

NEW YORK (dpa-AFX Broker) - Das Analysehaus RBC Capital hat Zalando nach der starken Kursentwicklung von "Sector Perform" auf "Underperform" abgestuft und das Kursziel von 42 auf 38 Euro gesenkt. Analyst Richard Chamberlain sieht die Margen des Onlinehändlers durch zunehmende Konkurrenz im europäischen Modesegment bedroht. Zudem steige der Kapitaleinsatz und der operative Gewinnausblick liege unter den Markterwartungen, schrieb er einer Studie vom Montag./ag/zb

-----------------------

dpa-AFX Broker - die Trader News von dpa-AFX

-----------------------

23.06.2017

ANALYSE-FLASH: DZ Bank belässt Commerzbank auf 'Verkaufen' - Fairer Wert 8 Euro

FRANKFURT (dpa-AFX Broker) - Die DZ Bank hat die Einstufung für Aktien der Commerzbank auf "Verkaufen" mit einem fairen Wert von 8 Euro belassen. Analyst Christian Koch passte in einer Studie vom Freitag seine Schätzungen an die Bekanntgabe von Restrukturierungsaufwendungen an, die voraussichtlich noch im zweiten Quartal 2017 gebucht werden sollen. Derweil blieben Belastungsfaktoren wie das Niedrigzinsumfeld, die geringe Profitabilität oder die Risiken aus dem Nicht-Kerngeschäft im Bereich der Schiffsfinanzierung bestehen./la/ag

23.06.2017

AKTIE IM FOKUS: RWE weiter unter Druck - Ankündigte Sonderdividende verpufft

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Ankündigung einer Sonderdividende aus der Rückerstattung der Atomsteuer hat die Anleger von RWE am Freitag nur kurz aufgemuntert. Nachdem die Aktien in Reaktion auf die Nachricht gegen Mittag noch minimal ins Plus gesprungen waren, knüpften sie zuletzt wieder an ihren Abwärtstrend der letzten Tage an.

Bis zum Nachmittag fielen die RWE-Anteilscheine am Ende des schwächelnden Dax um rund 3 Prozent auf 19,05 Euro. Damit notieren sie inzwischen wieder auf dem Niveau von Anfang des Monats, als das Urteil des Bundesverfassungsgerichts zur Atomsteuer für einen Freudensprung bei den Aktien gesorgt hatte.

RWE will im Zuge der erwarteten Rückerstattung der Atomsteuer eine Sonderdividende von einem Euro je Aktie ausschütten. Der Betrag soll zusätzlich zu der für 2017 angestrebten regulären Dividende von 0,50 Euro gezahlt werden. Am Markt war Börsianern zufolge jedoch bereits teilweise damit gerechnet worden, dass RWE die Aktionäre an der erwarteten Rückzahlung teilhaben lassen würde.

Etwas skeptisch äußerte sich Analyst Werner Eisenmann von der DZ Bank. Es wäre sinnvoller gewesen, die gesamte Rückerstattung zur Bilanzsanierung zu nutzen. Davon abgesehen aber habe RWE die Auslagerung der Atommüllrückstellungen besser gemeistert als erwartet.

Den RWE-Aktien war bereits in den letzten Tagen etwas die Puste ausgegangen, nachdem sie am Montag noch bei gut 20 Euro den höchsten Stand seit zwei Jahren erreicht hatten. Analyst Ingo Becker von Kepler Cheuvreux hatte am Dienstag die schwachen Anleiherenditen angesprochen, die schlecht für die Bilanz des Versorgers seien.

Seit Jahresbeginn gerechnet stehen die RWE-Aktien aber mit einem Plus von gut 60 Prozent immer noch komfortabel an der Dax-Spitze. Dem steht gleichwohl der rasante Kurssturz im Zuge der Energiewende gegenüber, der die Papiere vom Rekordhoch von über 100 Euro Anfang 2008 bis auf rund 9 Euro im September 2015 gedrückt hatte./la/ag/jha/

23.06.2017

ANALYSE-FLASH: DZ Bank senkt KWS Saat auf 'Verkaufen' - Fairer Wert 320 Euro

FRANKFURT (dpa-AFX Broker) - Die DZ Bank hat KWS Saat nach Zahlen zum dritten Geschäftsquartal von "Halten" auf "Verkaufen" abgestuft, den fairen Wert aber auf 320 Euro belassen. Die Kennziffern hätten weitgehend seinen Erwartungen entsprochen, schrieb Analyst Heinz Müller in einer Studie vom Freitag. Allerdings sei die Aktie des Saatgutherstellers im Branchenvergleich mittlerweile deutlich überbewertet./edh/ag

23.06.2017

AKTIE IM FOKUS: RWE dämmen Minus ein - Will Sonderdividende zahlen

FRANKFURT (dpa-AFX Broker) - Die Aussicht auf eine Sonderdividende hat die Aktien des Energiekonzerns RWE am Freitag nur kurz deutlicher angetrieben. Sie machten ihre Verluste kurz nach dem Mittag wett, rutschten dann aber wieder ab. Zuletzt notierten sie wieder 0,74 Prozent im Minus. Am Markt war bereits teilweise damit gerechnet worden, dass RWE seine Anteilseigner an der erwarteten Steuerrückzahlung teilhaben lassen würde.

Der Versorger will im Zuge der erwarteten Rückerstattung der Brennelementesteuer eine Sonderdividende von 1 Euro je Aktie ausschütten. Der Betrag soll zusätzlich zu der für 2017 angestrebten regulären Dividende von 0,50 gezahlt werden, wie das Unternehmen mitteilte. Das Bundesverfassungsgericht hatte Anfang Juni die Steuer als verfassungswidrig eingestuft./mis/fbr

-----------------------

dpa-AFX Broker - die Trader News von dpa-AFX

-----------------------

23.06.2017

AKTIE IM FOKUS: Commerzbank fällt - Aussagen zu operativem Geschäft belasten

FRANKFURT (dpa-AFX Broker) - Commerzbank -Aktien sind am Freitag nach dem Hinweis auf ein schwächeres operatives Geschäft im zweiten Quartal ins Minus gedreht. Sie fielen zuletzt um 0,30 Prozent, berappelten sich damit aber von deutlicheren Kursverlusten. Zuvor hatten sie in der Spitze nach einer Kaufempfehlung der Citigroup in der Spitze um mehr als 2 Prozent zugelegt.

Wegen fortgeschrittener Verhandlungen über den Personalabbau werden voraussichtlich bereits im zweiten Quartal Rückstellungen in Höhe von rund 810 Millionen Euro gebucht, wie das Geldhaus mitteilte. Daher dürfte im zweiten Jahresviertel ein Verlust entstehen. Damit kommt der Dax -Konzern aber günstiger davon als zunächst geplant. Ursprünglich wurden für 2017 und 2018 jeweils mit 550 Millionen Euro gerechnet.

Das klinge zunächst positiv, erklärte ein Händler. Allerdings scheine es operativ schlechter zu laufen als gedacht, was die Aktie belaste. So wies die Commerzbank darauf hin, dass aufgrund verhaltener Märkte das operative Ergebnis des zweiten Quartals voraussichtlich niedriger ausfallen werde als im Vorquartal. Hinzu kommt laut dem Börsianer, dass die Investoren, die am Morgen infolge der Citi-Empfehlung Commerzbank-Aktien gekauft hätten, nun auf dem falschen Fuß erwischt worden seien. Das könnte den Abwärtsdruck verstärken./mis/das

-----------------------

dpa-AFX Broker - die Trader News von dpa-AFX

-----------------------

23.06.2017

ANALYSE/DZ Bank: Fuchs Petrolub sind heiß gelaufen - Runter auf 'Verkaufen'

FRANKFURT (dpa-AFX) - Bei den jüngst stark gelaufenen Aktien von Fuchs Petrolub steigt der DZ Bank zufolge die Rückschlagsgefahr. Der Schmierstoffkonzern sei im Branchenvergleich mittlerweile deutlich zu hoch bewertet, schrieb Analyst Heinz Müller in einer Studie vom Freitag.

Zudem sollte die Geschäftsdynamik im zweiten Quartal etwas nachlassen, fuhr der Analyst fort. Hintergrund seien die von Fuchs geplanten neuen Werke und Standortmodernisierungen, die für einen geringeren Umsatz- und Gewinnanstieg als zu Jahresbeginn sorgen dürften. Neben dem Ausbau der Standorte Mannheim und Kaiserslautern sollen laut Müller auch neue Werke in China, Australien und Schweden errichtet werden.

Müller stufte die Papiere von "Halten" auf "Verkaufen" ab, hält aber am fairen Wert von 43 Euro fest. Erst am Dienstag hatten die Anteilscheine bei knapp 52 Euro ein Rekordhoch erreicht.

Angesichts des aktuellen Kursniveaus überwiegen damit Müller zufolge derzeit die kursrelevanten Risiken. So sei insgesamt der Vertriebsaufwand wegen des breiten Produkt- und Kundenspektrums hoch. Zudem gebe es kurze Produktlebenszyklen mit hohen Entwicklungskosten.

Mit der Einstufung "Verkaufen" gehen die Analysten der DZ Bank davon aus, dass die Aktien in den kommenden zwölf Monaten um mehr als fünf Prozent fallen werden./la/gl/das

Analysierendes Institut DZ Bank

dpa-AFX STIMMUNGSINDIKATOR

Der dpa-AFX-Stimmungsindikator misst das Verhältnis von Hoch- zu Abstufungen der Dax-Werte (Basis: 30-Tage-Durchschnitt). Ein Wert von 50 sagt aus, dass sich Hoch- und Abstufungen die Waage halten. Die Grafik zeigt den Indikator im Verhältnis zur DAX-Kurve.

End-of-Day-DAX-Kursdaten Quelle: vwd GmbH

dpa-AFX Analyser