dpa-AFX NEWSTICKER (Produktauszug)

22.10.2017

dpa-AFX-Überblick: UNTERNEHMEN - Die wichtigsten Meldungen vom Wochenende

ROUNDUP: Siemens Gamesa greift nach Gewinnwarnung durch - Vorstandwechsel

ZAMUDIO - Der Windturbinenhersteller Siemens Gamesa zieht Konsequenzen aus der Gewinnwarnung von Mitte Oktober. So tauscht die Siemens-Tochter zum Beispiel die für Finanzen und das Geschäft mit Meeres-Windturbinen zuständigen Manager aus, wie das Unternehmen am Freitag in Zamudio mitteilte.

Hochtief: Bietergefecht um Abertis umstritten - DSW warnt vor Risiken

ESSEN - Vor dem Hintergrund einer sich anbahnenden Bieterschlacht um den spanischen Mautstraßenbetreiber Abertis haben Aktionärsvertreter vor erheblichen finanziellen Risiken für den Baukonzern Hochtief gewarnt. "Es besteht die Gefahr, dass man deutlich zu viel bezahlt, wenn man in ein Bietergefecht hereinkommt", sagte der Sprecher der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpaperbesitz (DSW), Jürgen Kurz, der dpa.

Henkel-Chef kann sich weitere Zukäufe vorstellen

BERLIN - Der Klebstoff- und Konsumgüterhersteller Henkel ist zu erneuten Übernahmen grundsätzlich bereit. "Wenn es Kaufgelegenheiten gibt, werden wir uns auch künftig anschauen, ob sie strategisch und preislich passen", sagte Vorstandschef Hans van Bylen der "Welt am Sonntag". "In den USA sind wir zum Beispiel beim Verkauf von Schönheitspflegeprodukten insgesamt noch kein führender Anbieter. Auch bei Wasch- und Reinigungsmitteln sowie im Klebstoffgeschäft sehe Henkel weltweit immer wieder Möglichkeiten, das Beteiligungsportfolio zu stärken. Der finanzielle Spielraum sei vorhanden. "Unsere Bilanz ist solide", unterstrich Van Bylen.

BMW verärgert über Kronzeugenanträge von Daimler und VW

MÜNCHEN - BMW ist verärgert über die Anträge von Daimler und Volkswagen , im Fall des Kartellverdachts gegen die deutsche Autoindustrie als Kronzeugen zur Aufklärung beizutragen. "Wir waren irritiert", sagte BMW-Einkaufsvorstand Markus Duesmann der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". "Im Rückblick ist es ein komisches Gefühl, dass wir mit den Wettbewerbern über Zusammenarbeit redeten, während deren Juristen die Zusammenkünfte schon angezeigt hatten bei den Wettbewerbsbehörden."

Postbank-Beschäftigte stimmen für unbefristeten Streik

BONN - Im Tarifstreit für die rund 18 000 Beschäftigten der Postbank drohen nun unbefristete Streiks. In einer Urabstimmung hätten 97,7 Prozent der Beschäftigten für unbefristete Arbeitsniederlegungen gestimmt, teilte die Gewerkschaft Verdi am Sonntag mit. An diesem Montag gehen die Verhandlungen in die vierte Runde.

IPO/ROUNDUP: Hellofresh will mit Börsengang bis zu 357 Millionen Euro einnehmen

BERLIN - Der Kochboxenversender Hellofresh hat die Preisspanne für seine neu auszugebenden Aktien bekanntgegeben. Diese liege bei 9,00 bis 11,50 Euro je Anteilschein, teilte das Unternehmen am frühen Sonntagabend mit. Sollte Hellofresh alle gut 31 Millionen Papiere (inklusive Mehrzuteilungsoption) losschlagen können, würden dem teilweise im Besitz von Rocket Internet befindlichen Unternehmen 357 Millionen Euro zufließen. Mit dem Erlös, der vollständig Hallofresh zufließt, soll die weitere Expansion finanziert werden.

Investor interessiert am insolventen Küchenbauer Alno

PFULLENDORF - Für die Belegschaft des insolventen Küchenbauers Alno gibt es wieder etwas Hoffnung. In der kommenden Woche würden Gespräche geführt mit einem ernstzunehmenden Investoren, der großes Interesse habe, sagte ein Sprecher des Insolvenzverwalters Martin Hörmann der Deutschen Presse-Agentur am Samstag. "Wir kommen in eine finale Phase." Auf einer Mitarbeiterversammlung an diesem Montag werde die Belegschaft in Pfullendorf über den Stand der Dinge in dem Insolvenzverwahren informiert. Der Sprecher betonte zugleich, dass das Ergebnis der Investorengespräche noch völlig offen sei. Den Namen des Interessenten nannte er nicht.

ROUNDUP: Air Berlin will schnelle Entscheidung über Transfergesellschaft

BERLIN - Vor Verhandlungen mehrerer Bundesländer über eine Auffanggesellschaft für Tausende Mitarbeiter der insolventen Air Berlin mahnt die Fluggesellschaft zur Eile. "Wir brauchen Anfang nächster Woche eine Entscheidung", sagte der Generalbevollmächtigte Frank Kebekus der "Rheinischen Post" (Samstag). Seinen Schätzungen zufolge könnten in der Transfergesellschaft bis zu 4000 Mitarbeiter Platz finden. Kebekus forderte Unterstützung von der Politik.

Kaufhof-Mutter HBC trennt sich von Chef Storch

TORONTO - Kurz vor dem wichtigen Weihnachtsgeschäft hat sich der Mutterkonzern der kriselnden Warenhauskette Kaufhof, Hudson's Bay Company (HBC), überraschend von seinem Chef Jerry Storch getrennt. Der Verwaltungsrat werfe dem Manager vor, die Lage in Deutschland und Europa falsch eingeschätzt zu haben, berichtete die "Süddeutsche Zeitung" (Online). Aber auch in Nordamerika stockte die Entwicklung zuletzt.

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Weitere Meldungen

-Studie: Autofahrer profitieren von Benzinpreis-Apps

-FC Bayern vermeldet erneut Rekorde bei Umsatz und Gewinn

-ROUNDUP: Neuer Berentzen-Chef hofft auf Korn als Trendgetränk

-Blume 2000 will stärker ins Firmengeschäft einsteigen

-Rechtsgutachten: Schneller Kohleausstieg verfassungskonform

-Alles Käse - neuer Exportrekord erwartet

-Nach PSA-Kritik an Opel-Strukturen: Betriebsrat gibt GM die Schuld

-Eurowings bietet gestrandeten Air-Berlin-Kunden günstigere Heimflüge

-Weiter viele Stromabschaltungen wegen unbezahlter Rechnungen

-ROUNDUP: EU-Kommission erwartet Aufholjagd bei schnellem Internet°

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ROUNDUP: Sie lesen im Unternehmens-Überblick eine Zusammenfassung. Zu diesem Thema gibt es mehrere Meldungen auf dem dpa-AFX Nachrichtendienst.

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22.10.2017

IPO/ROUNDUP: Hellofresh will mit Börsengang bis zu 357 Millionen Euro einnehmen

BERLIN (dpa-AFX) - Der Kochboxenversender Hellofresh hat die Preisspanne für seine neu auszugebenden Aktien bekanntgegeben. Diese liege bei 9,00 bis 11,50 Euro je Anteilschein, teilte das Unternehmen am frühen Sonntagabend mit. Sollte Hellofresh alle gut 31 Millionen Papiere (inklusive Mehrzuteilungsoption) losschlagen können, würden dem teilweise im Besitz von Rocket Internet befindlichen Unternehmen 357 Millionen Euro zufließen. Mit dem Erlös, der vollständig Hallofresh zufließt, soll die weitere Expansion finanziert werden.

Den Angaben zufolge wird das Unternehmen so insgesamt mit bis zu 1,5 Milliarden Euro bewertet. Die Angebotsfrist soll am 24. Oktober beginnen und am 1. November enden. Der erste Handelstag im regulierten Marktsegment der Frankfurter Wertpapierbörse (Prime Standard) ist für den 2. November geplant. Der Streubesitz werde bei vollständig ausgeübter Mehrzuteilungsoption bei 19 Prozent liegen. Allerdings muss die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) das Angebot noch abnicken.

Hellofresh hatte Ende 2015 schon einmal versucht, an die Börse zu gehen, machte dann aber einen Rückzieher. Das Unternehmen wurde 2011 gegründet und lieferte mit über 2000 Mitarbeitern im zweiten Quartal insgesamt 33,7 Millionen Mahlzeiten an die etwa 1,3 Millionen aktiven Kunden aus. Der Umsatz betrug 230 Millionen Euro. Das Unternehmen schreibt dabei noch Verluste - will aber innerhalb der nächsten 15 Monate die Gewinnschwelle beim bereinigten operativen Ergebnis (Ebitda) sowie mittelfristig eine bereinigte Ebitda-Marge von 12 bis 15 Prozent erreichen./he

22.10.2017

IPO: Hellofresh will mit Börsengang bis zu 357 Millionen Euro einnehmen

BERLIN (dpa-AFX) - Der Kochboxenversender Hellofresh hat die Preisspanne für seine neu auszugebenden Aktien bekanntgegeben. Diese liege bei 9,00 bis 11,50 Euro je Anteilschein, teilte das Unternehmen am frühen Sonntagabend mit. Sollte Hellofresh alle gut 31 Millionen Papiere (inklusive Mehrzuteilungsoption) losschlagen können, würden dem teilweise im Besitz von Rocket Internet befindlichen Unternehmen 357 Millionen Euro zufließen./he

22.10.2017

ROUNDUP: Air Berlin will schnelle Entscheidung über Transfergesellschaft

BERLIN (dpa-AFX) - Vor Verhandlungen mehrerer Bundesländer über eine Auffanggesellschaft für Tausende Mitarbeiter der insolventen Air Berlin mahnt die Fluggesellschaft zur Eile. "Wir brauchen Anfang nächster Woche eine Entscheidung", sagte der Generalbevollmächtigte Frank Kebekus der "Rheinischen Post" (Samstag). Seinen Schätzungen zufolge könnten in der Transfergesellschaft bis zu 4000 Mitarbeiter Platz finden. Kebekus forderte Unterstützung von der Politik.

Für diesen Montag ist ein Treffen von Vertretern des Bundes sowie der Air-Berlin-Länder Berlin, Nordrhein-Westfalen und Bayern in der Hauptstadt geplant.

Eine Transfergesellschaft soll von Arbeitslosigkeit bedrohten Beschäftigten den Übergang in einen neuen Job ermöglichen. Dabei geht es nicht um deren Weiterbeschäftigung, sondern vor allem um deren Weitervermittlung und Qualifizierung. Zum freiwilligen Eintritt in die Transfergesellschaft werden die Verträge der Betroffenen aufgehoben. Sie erhalten für höchstens zwölf Monate befristete Anstellungen bei der Gesellschaft. Während dieser Zeit zahlt die Agentur für Arbeit ein Transferkurzarbeitergeld.

"Air Berlin selber kann die Transfergesellschaft nicht alleine finanzieren, also brauchen wir Hilfe von den betroffenen Ländern und vielleicht auch vom Bund. Es geht darum, dass die öffentliche Hand den Beitrag bezahlt, den wir nicht leisten können", sagte Kebekus.

Wie die "Bild"-Zeitung und die "B.Z." berichteten, will Air Berlin sich mit 10 Millionen Euro an der Transfergesellschaft beteiligen. Insgesamt schätze das Unternehmen den Bedarf auf bis zu 50 Millionen Euro, schrieben die Blätter unter Berufung auf einen Brief von Air Berlin an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU).

Demnach sollen sich die drei Länder entsprechend der dort beschäftigten Mitarbeiter an den Kosten beteiligen, solange es keine anderen Investoren gebe. Dem Bericht zufolge sind 47 Prozent der Air-Berlin-Mitarbeiter in Berlin beschäftigt, 41 Prozent in Nordrhein-Westfalen und 12 Prozent in Bayern.

Die Lufthansa lehnt eine Beteiligung an der Auffanggesellschaft bisher ab. Der deutsche Marktführer übernimmt die Air-Berlin-Teile Niki und Luftfahrtgesellschaft Walter.

Die Verhandlungen zwischen Air Berlin und der britischen Billiglinie Easyjet über den Verkauf von etwa 25 Flugzeugen liefen übers Wochenende weiter. Air-Berlin-Chef Thomas Winkelmann hatte aber betont, dass die Airline nun auch parallel Gespräche mit weiteren Bietern führen könnte, etwa dem Ferienflieger Condor. An diesem Dienstag tagt der Gläubigerausschuss.

Falls eine Einigung auf eine Transfergesellschaft misslinge, müsse das Unternehmen Ende Oktober oder Anfang November Mitarbeiter entlassen, sagte Kebekus der "RP". "Wir würden dann circa 4000 Kündigungen aussprechen."

Kebekus räumte ein, dass einige Piloten im Falle eines Wechsels von Air Berlin zu Eurowings deutliche Gehaltseinbußen hinnehmen müssten. "Ja, für manche Kapitäne aus früheren LTU-Zeiten sind die Einschnitte schon groß - aber bestimmte Gehälter sind eben nicht mehr marktgerecht", sagte er und betonte: "Aber insgesamt sind das faire Angebote."

Von der Auflösung der Air Berlin ist auch die Bundesregierung betroffen, wie der "Spiegel" berichtete. Die Fluglinie habe einen "beträchtlichen Teil" der Beamten transportiert, die zwischen den Dienstsitzen in Berlin und Bonn pendelten. Nun müsse das Bundesverkehrsministerium den Auftrag neu ausschreiben. Bis zu einer Entscheidung sollten Dienstreisen auf das "notwendige Maß" beschränkt werden, zudem sollten verstärkt Telefon- und Videokonferenzen für Besprechungen genutzt werden, zitierte die Zeitschrift aus einer ministerialen Dienstanweisung.

Unter dem Eindruck der Air-Berlin-Pleite und zahlreichen ausgefallenen Flügen spricht sich eine deutliche Mehrheit der Menschen in Deutschland dafür aus, Flugreisende per Gesetz deutlich besser abzusichern. Eine entsprechende These des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag des ADAC bejahten 64 Prozent der Befragten.

Die scharfe Kritik an der Millionen-Absicherung für Air-Berlin-Chef Thomas Winkelmann wies Kebekus deutlich zurück. "Diese Diskussion ist an Heuchelei nicht zu überbieten und in höchstem Maße unseriös", sagte der Generalbevollmächtigte. Die 4,5 Millionen Euro würden die Insolvenzmasse nicht belasten und weder Kunden noch Mitarbeitern entgehen, weil sie "alleine vom früheren Hauptgesellschafter Etihad über eine Bankbürgschaft finanziert" wurden./bvi/DP/he

22.10.2017

Henkel-Chef kann sich weitere Zukäufe vorstellen

BERLIN (dpa-AFX) - Der Klebstoff- und Konsumgüterhersteller Henkel ist zu erneuten Übernahmen grundsätzlich bereit. "Wenn es Kaufgelegenheiten gibt, werden wir uns auch künftig anschauen, ob sie strategisch und preislich passen", sagte Vorstandschef Hans van Bylen der "Welt am Sonntag". "In den USA sind wir zum Beispiel beim Verkauf von Schönheitspflegeprodukten insgesamt noch kein führender Anbieter. Auch bei Wasch- und Reinigungsmitteln sowie im Klebstoffgeschäft sehe Henkel weltweit immer wieder Möglichkeiten, das Beteiligungsportfolio zu stärken. Der finanzielle Spielraum sei vorhanden. "Unsere Bilanz ist solide", unterstrich Van Bylen.

Die protektionistische Rhetorik von US-Präsident Donald Trump sei für ihn "kein direkter Anlass zur Sorge", sagte Van Bylen weiter. Henkel produziere in den USA für den lokalen Markt. Nach seinem Eindruck sei zuletzt außerdem "mehr Realismus in die US-Administration einkehrt".

Das Düsseldorfer Unternehmen hatte kürzlich mit der 3,2 Milliarden Euro teuren Übernahme des amerikanischen Waschmittelherstellers Sun Products alte Schwächen auf dem weltweit bedeutendsten Konsumgütermarkt auszugleichen versucht. Die Integration des Neuerwerbs laufe besser als erwartet, versicherte der Vorstandschef. Sowohl das bisherige Kerngeschäft mit US-Marken wie Purex und Dial als auch Sun hätten ihre Gewinnmargen verbessert. "Henkel wird in USA ein sehr erfolgreiches Jahr 2017 verzeichnen. Das wird sich auch auf Konzernebene niederschlagen", kündigte Van Bylen an.

Für Henkel seien die USA nach Zukäufen wie Sun und dem Verpackungsmittelhersteller Dares wichtiger als jedes andere Land. "Für alle drei Unternehmensbereiche - Schönheitspflege, Wasch- und Reinigungsmittel sowie Klebstoffe - sind die USA inzwischen der größte Absatzmarkt vor Deutschland, China und Russland", sagte Van Bylen. Henkel beschäftige dort mehr als 8000 Mitarbeiter und erziele rund fünf Milliarden Euro Umsatz jährlich./he

22.10.2017

Air Berlin will schnelle Entscheidung über Transfergesellschaft

BERLIN (dpa-AFX) - Vor Verhandlungen mehrerer Bundesländer über eine Auffanggesellschaft für Tausende Mitarbeiter der insolventen Air Berlin mahnt die Fluggesellschaft zur Eile. "Wir brauchen Anfang nächster Woche eine Entscheidung", sagte der Generalbevollmächtigte Frank Kebekus der "Rheinischen Post" (Samstag). Seinen Schätzungen zufolge könnten in der Transfergesellschaft bis zu 4000 Mitarbeiter Platz finden. Kebekus forderte Unterstützung von der Politik.

Für diesen Montag ist ein Treffen von Vertretern des Bundes sowie der Air-Berlin-Länder Berlin, Nordrhein-Westfalen und Bayern in der Hauptstadt geplant.

"Air Berlin selber kann die Transfergesellschaft nicht alleine finanzieren, also brauchen wir Hilfe von den betroffenen Ländern und vielleicht auch vom Bund. Es geht darum, dass die öffentliche Hand den Beitrag bezahlt, den wir nicht leisten können", sagte Kebekus.

Wie die "Bild"-Zeitung und die "B.Z." berichteten, will Air Berlin sich mit 10 Millionen Euro an der Transfergesellschaft beteiligen. Insgesamt schätze das Unternehmen den Bedarf auf bis zu 50 Millionen Euro, schrieben die Blätter unter Berufung auf einen Brief von Air Berlin an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU).

Demnach sollen sich die drei Länder entsprechend der dort beschäftigten Mitarbeiter an den Kosten beteiligen, solange es keine anderen Investoren gebe. Dem Bericht zufolge sind 47 Prozent der Air-Berlin-Mitarbeiter in Berlin beschäftigt, 41 Prozent in Nordrhein-Westfalen und 12 Prozent in Bayern.

Die Lufthansa lehnt eine Beteiligung an der Auffanggesellschaft bisher ab. Der deutsche Marktführer übernimmt die Air-Berlin-Teile Niki und Luftfahrtgesellschaft Walter.

Die Verhandlungen zwischen Air Berlin und der britischen Billiglinie Easyjet über den Verkauf von etwa 25 Flugzeugen liefen übers Wochenende weiter. Air-Berlin-Chef Thomas Winkelmann hatte aber betont, dass die Airline nun auch parallel Gespräche mit weiteren Bietern führen könnte, etwa dem Ferienflieger Condor. An diesem Dienstag tagt der Gläubigerausschuss.

Falls eine Einigung auf eine Transfergesellschaft misslinge, müsse das Unternehmen Ende Oktober oder Anfang November Mitarbeiter entlassen, sagte Kebekus der "RP". "Wir würden dann circa 4000 Kündigungen aussprechen."

Kebekus räumte ein, dass einige Piloten im Falle eines Wechsels von Air Berlin zu Eurowings deutliche Gehaltseinbußen hinnehmen müssten. "Ja, für manche Kapitäne aus früheren LTU-Zeiten sind die Einschnitte schon groß - aber bestimmte Gehälter sind eben nicht mehr marktgerecht", sagte er und betonte: "Aber insgesamt sind das faire Angebote."

Von der Auflösung der Air Berlin ist auch die Bundesregierung betroffen, wie der "Spiegel" berichtete. Die Fluglinie habe einen "beträchtlichen Teil" der Beamten transportiert, die zwischen den Dienstsitzen in Berlin und Bonn pendelten. Nun müsse das Bundesverkehrsministerium den Auftrag neu ausschreiben. Bis zu einer Entscheidung sollten Dienstreisen auf das "notwendige Maß" beschränkt werden, zudem sollten verstärkt Telefon- und Videokonferenzen für Besprechungen genutzt werden, zitierte die Zeitschrift aus einer ministerialen Dienstanweisung.

Unter dem Eindruck der Air-Berlin-Pleite und zahlreichen ausgefallenen Flügen spricht sich eine deutliche Mehrheit der Menschen in Deutschland dafür aus, Flugreisende per Gesetz deutlich besser abzusichern. Eine entsprechende These des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag des ADAC bejahten 64 Prozent der Befragten.

Die scharfe Kritik an der Millionen-Absicherung für Air-Berlin-Chef Thomas Winkelmann wies Kebekus deutlich zurück. "Diese Diskussion ist an Heuchelei nicht zu überbieten und in höchstem Maße unseriös", sagte der Generalbevollmächtigte. Die 4,5 Millionen Euro würden die Insolvenzmasse nicht belasten und weder Kunden noch Mitarbeitern entgehen, weil sie "alleine vom früheren Hauptgesellschafter Etihad über eine Bankbürgschaft finanziert" wurden./bvi/DP/he

22.10.2017

Kurdisches Bündnis nimmt Syriens größtes Ölfeld vom IS ein

KAIRO (dpa-AFX) - Ein kurdisch geführtes Bündnis hat eigenen Angaben zufolge das größte Ölfeld Syriens im Nordosten des Landes erobert. Wenige Tage nach der Einnahme der ehemaligen IS-Hochburg Al-Rakka vertrieben die Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) die Dschihadisten am Sonntag auch vom Al-Omar Ölfeld in der Provinz Dair as-Saur, wie die Koalition in einer Stellungnahme bekanntgab.

Auch syrische Regierungstruppen rücken in der Region gegen den IS vor. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte berichtete jedoch, dass die SDF-Kämpfer das Ölfeld nach einem Gegenangriff zuerst erreichen konnten. Die Führung in Damaskus äußerte sich zunächst nicht.

Vergangenen Monat hatten die SDF bereits das größte Gasfeld vom IS erobert. Am Dienstag hatten sie die Befreiung Al-Rakkas vom Islamischen Staat verkündet. Dem Bündnis gehören neben den kurdischen Volksschutzeinheiten auch arabische Kämpfer an. Die SDF werden von der Internationalen Anti-IS-Koalition unter Führung der USA unterstützt./scb/DP/he

22.10.2017

FC Bayern vermeldet erneut Rekorde bei Umsatz und Gewinn

MÜNCHEN (dpa-AFX) - Zumindest finanziell bleibt der FC Bayern Weltklasse. Der deutsche Fußball-Rekordmeister hat die Saison 2016/17 mit einem Rekordumsatz abgeschlossen und so viel Gewinn gemacht wie noch nie. Trotz des Ausscheidens im Champions-League-Viertelfinale und dem verpassten DFB-Pokalfinale setzten die Münchner 640,458 Millionen Euro um. Dieser Wert war ebenso unerreicht wie der Gewinn nach Steuern von 39,19 Millionen Euro, wie am Samstag mitgeteilt wurde.

"Das Aus im Viertelfinale der Champions League gegen Real Madrid und die Nicht-Teilnahme am DFB-Pokalfinale haben uns etwa 25 Millionen Euro Umsatz gekostet", bilanzierte Finanz-Vorstand Jan-Christian Dreesen. "Dennoch haben wir weiter zulegen können und sind nach wie vor wirtschaftlich unter den absoluten Top-Klubs in Europa."

Zum vierten Mal liegt der Umsatz der vom Stammverein ausgelagerten FC Bayern München AG über der Marke von einer halben Milliarde Euro und damit in ähnlichen Sphären wie die europäischen Fußball-Topvereine FC Barcelona, Real Madrid und Manchester United. "Inzwischen ist der Umsatz von anfänglich 162,7 Millionen Euro ums Vierfache und die Mitgliederzahl im Verein um das Dreifache - auf 290 000 - gewachsen", erläuterte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge.

Der Gewinn lag um 18,6 Prozent über dem Wert des Vorjahres. Rummenigge lobte seinen Verein bei der Vorstellung der Zahlen als "gutes Beispiel für seriöse und solide Finanzpolitik". Im Geschäftsjahr 2015/16 hatte der Umsatz 626,8 Millionen Euro, der Gewinn 33 Millionen Euro betragen.

100 Millionen Euro habe der FC Bayern für die laufende Spielzeit 2017/18 für neue Spieler ausgegeben, rechnete der Vorstandschef mit Blick auf Rekordeinkauf Corentin Tolisso (41,5 Millionen Euro) und Niklas Süle (20 Millionen Euro) vor. Das sei "aus unserer Sicht viel Geld. Wir haben eine klare Strategie und Philosophie, die wir sensibel umsetzen".

Der FC Bayern will auf seinem neuen Campus aber auch wieder eigene Topspieler wie Thomas Müller formen. Seit dem heute 25-jährigen David Alaba hat es kein Münchner Talent mehr dauerhaft in das Weltklasse-Ensemble geschafft. Der Verein müsse im Nachwuchsleistungszentrum mehr "eigene Talente" durchbringen, betonte Rummenigge. "Zugleich müssen wir noch früher als bisher die richtigen Spieler auf dem Transfermarkt entdecken und verpflichten."/msw/mom/DP/he

22.10.2017

Postbank-Beschäftigte stimmen für unbefristeten Streik

BONN (dpa-AFX) - Im Tarifstreit für die rund 18 000 Beschäftigten der Postbank drohen nun unbefristete Streiks. In einer Urabstimmung hätten 97,7 Prozent der Beschäftigten für unbefristete Arbeitsniederlegungen gestimmt, teilte die Gewerkschaft Verdi am Sonntag mit. An diesem Montag gehen die Verhandlungen in die vierte Runde.

"Das Ergebnis zeigt deutlich, dass die Beschäftigten mit großer Entschlossenheit zu den Forderungen stehen", sagte Verdi-Verhandlungsführer Jan Duscheck. Wenn es am Montag wieder zu keiner Einigung komme, könnte die Gewerkschaft ihre Mitglieder zum unbefristeten Ausstand aufrufen, drohte er.

In der bisher letzten Verhandlungsrunde vor knapp einem Monat hatte das Unternehmen ein Angebot vorgelegt, das neben einer Anhebung der Löhne und Gehälter um insgesamt 2,5 Prozent auch einen Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen bis zum 30. Juni 2019 vorsieht. Verdi fordert, bei der Integration der Postbank in das Privat- und Firmenkundengeschäft der Deutschen Bank den Kündigungsschutz bis Ende 2022 zu verlängern und verlangt fünf Prozent mehr Geld./mhe/DP/he

22.10.2017

BMW verärgert über Kronzeugenanträge von Daimler und VW

MÜNCHEN (dpa-AFX) - BMW ist verärgert über die Anträge von Daimler und Volkswagen , im Fall des Kartellverdachts gegen die deutsche Autoindustrie als Kronzeugen zur Aufklärung beizutragen. "Wir waren irritiert", sagte BMW-Einkaufsvorstand Markus Duesmann der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". "Im Rückblick ist es ein komisches Gefühl, dass wir mit den Wettbewerbern über Zusammenarbeit redeten, während deren Juristen die Zusammenkünfte schon angezeigt hatten bei den Wettbewerbsbehörden."

Daimler wollte sich zu den Vorwürfen nicht äußern. Ein Sprecher sagte auf Anfrage: "Wir kommentieren das nicht."

Bei der EU-Kommission läuft derzeit eine Voruntersuchung zu den Vorwürfen. Mitarbeiter der Brüsseler Behörde haben bereits Durchsuchungen bei BMW durchgeführt. Die Bayern sowie Daimler und VW samt den Töchtern Audi und Porsche sollen sich jahrelang in geheimen Zirkeln über ihre Autos, Kosten und Zulieferer ausgetauscht haben. Solche Absprachen unter Autobauern sind durchaus üblich - zum Beispiel, um Standards für die Ladung von Elektroautos abzusprechen. Die Frage ist aber, ob in diesem Fall eine Grenze überschritten wurde.

BMW will bestehende Verträge zur Zusammenarbeit mit den Wettbewerbern erfüllen, sieht aber zunächst von neuen Kooperationen ab.

Daimler hatte am Freitag den Kronzeugenantrag öffentlich gemacht. Die Schwaben sollen damit Volkswagen zuvorgekommen sein; demnach haben die Niedersachsen ebenfalls einen Antrag eingereicht. Der Kronzeuge in Kartellverfahren darf in der Regel auf den größten Nachlass bei Strafzahlungen bis hin zur kompletten Verschonung hoffen. Noch immer ist allerdings unklar, was an den Vorwürfen überhaupt dran ist./bvi/eni/DP/he

20.10.2017

ROUNDUP/Aktien New York Schluss: Wieder Rekordkurse - außer für den Nasdaq 100

NEW YORK (dpa-AFX) - An der Wall Street ist die Rekordjagd nach einem Tag Pause weitergegangen: Außer dem technologielastigen Auswahlindex Nasdaq 100 schafften es am Freitag sämtliche wichtige Indizes auf neue Bestmarken. Die Hoffnung auf eine US-Steuerreform halte die Aktienmärkte am Laufen, schrieb Analyst Michael Hewson von CMC Markets UK. Im Fokus der Anleger standen erneut Geschäftszahlen von Unternehmen.

Direkt zum Startschuss überwand der Dow Jones Industrial seine bisherigen Höchststände und baute seine Gewinne im weiteren Handelsverlauf sukzessive aus. Am Ende notierte der US-Leitindex 0,71 Prozent im Plus bei 23 328,63 Punkten, nur minimal unter seinem kurz davor erreichten Rekord. Auf Wochensicht verbuchte er einen Kurszuwachs von fast 2 Prozent.

Auch der marktbreite S&P 500 notierte am Freitag so hoch wie nie zuvor und gewann letztlich 0,51 Prozent auf 2575,21 Punkte. An der Technologiebörse Nasdaq schaffte es der Composite-Index ebenfalls über seine bisherige Bestmarke und verabschiedete sich 0,36 Prozent fester mit 6629,05 Zählern ins Wochenende. Dagegen reichte es beim Nasdaq 100, der 0,27 Prozent höher bei 6108,82 Zählern schloss, nicht für einen Rekord.

Nachdem zur Wochenmitte alle vier Indizes historische Bestmarken erreicht hatten, waren am Donnerstag - dem 30. Jahrestag des "Schwarzen Montag" - nur minimale Gewinne für Dow und S&P 500 drin gewesen, während die Nasdaq-Indizes Verluste verzeichnet hatten. Am 19. Oktober 1987 war der Dow um mehr als 500 Punkte eingebrochen - fast ein Viertel des Börsenkapitals war damals auf einen Schlag verpufft. Es dauerte danach über ein Jahr, bis der Index diesen Verlust wieder wettmachte.

Am Donnerstagabend hatte der US-Senat einen Haushaltsentwurf verabschiedet und damit eine Hürde für die von Präsident Donald Trump geplante Steuerreform aus dem Weg geräumt: 51 Senatoren stimmten für den Entwurf, 49 waren dagegen. Trump hatte bei seinen Plänen für eine Steuerreform immense Erleichterungen vor allem für Unternehmen versprochen. Der Höchstsatz für Unternehmensteuern soll von 35 Prozent auf 20 Prozent sinken. Die Pläne gelten als eine der wichtigsten Triebfedern für die Kursrally seit dem Wahlsieg von Trump.

Die Unternehmensnachrichten fielen vor dem Wochenende durchwachsen aus. Die Anteilsscheine von General Electric , die anfangs deutlich unter schwachen Quartalszahlen und einer drastisch gesenkten Gewinnprognose gelitten hatten, konnten ihre Verluste abschütteln und schlossen 1,06 Prozent fester. Seit Jahresbeginn hat die Aktie allerdings etwa ein Viertel an Wert eingebüßt und ist damit für diesen Zeitraum abgeschlagenes Schlusslicht im Dow. Am Vortag hatte sie derweil um 2 Prozent zugelegt - offensichtlich in der nun enttäuschten Hoffnung auf gute Zahlen.

Die Aktionäre von Procter & Gamble mussten dagegen einen Kursrutsch von 3,65 Prozent verkraften. Damit war der Konsumgüterkonzern mit Abstand größter Tagesverlierer im Dow Jones. Er hatte zwar mit dem Gewinnplus im dritten Quartal die Erwartungen leicht übertroffen. Händlern zufolge war die Umsatzentwicklung aber nicht ganz so schwungvoll wie erhofft.

Deutlich besser erging es den Paypal-Aktien , die ein Rekordhoch erreichten und mit einem Plus von 5,53 Prozent als Favorit der Anleger im Nasdaq 100 aus dem Handel gingen. Der Online-Bezahldienst hat im abgelaufenen Quartal erneut deutliche Geschäftszuwächse verzeichnet und seine Ziele für das Gesamtjahr weiter nach oben geschraubt. Analyst Bryan Keane von der Deutschen Bank sah sowohl die Zahlen als auch den Ausblick über den Erwartungen.

Der Eurokurs litt unter der gestiegene Wahrscheinlichkeit einer US-Steuerreform und sank auf 1,1774 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,1818 (Donnerstag: 1,1834) Dollar festgesetzt. Richtungweisende US-Staatsanleihen mit einer Laufzeit von 10 Jahren rutschten um 18/32 Punkte auf 98 27/32 Punkte ab und rentierten mit 2,38 Prozent./gl/zb

20.10.2017

Aktien New York Schluss: Wieder Rekordkurse - außer für den Nasdaq 100

NEW YORK (dpa-AFX) - An der Wall Street ist die Rekordjagd nach einem Tag Pause weitergegangen: Außer dem technologielastigen Auswahlindex Nasdaq 100 schafften es am Freitag sämtliche wichtige Indizes auf neue Bestmarken. Die Hoffnung auf eine US-Steuerreform halte die Aktienmärkte am Laufen, schrieb Analyst Michael Hewson von CMC Markets UK. Im Fokus der Anleger standen erneut Geschäftszahlen von Unternehmen.

Direkt zum Startschuss überwand der Dow Jones Industrial seine bisherigen Höchststände und baute seine Gewinne im weiteren Handelsverlauf sukzessive aus. Am Ende notierte der US-Leitindex 0,71 Prozent im Plus bei 23 328,63 Punkten, nur minimal unter seinem kurz davor erreichten Rekord. Auf Wochensicht verbuchte er einen Kurszuwachs von fast 2 Prozent.

Auch der marktbreite S&P 500 notierte am Freitag so hoch wie nie zuvor und gewann letztlich 0,51 Prozent auf 2575,21 Punkte. An der Technologiebörse Nasdaq schaffte es der Composite-Index ebenfalls über seine bisherige Bestmarke und verabschiedete sich 0,36 Prozent fester mit 6629,05 Zählern ins Wochenende. Dagegen reichte es beim Nasdaq 100, der 0,27 Prozent höher bei 6108,82 Zählern schloss, nicht für einen Rekord./gl/zb

20.10.2017

Aktien New York: Neue Rekorde nach Atempause - außer für den Nasdaq 100

NEW YORK (dpa-AFX) - An der Wall Street geht die Rekordjagd nach einem Tag Pause weiter: Außer dem technologielastigen Auswahlindex Nasdaq 100 schafften es sämtliche wichtige Indizes auf neue Bestmarken. Die Hoffnung auf eine US-Steuerreform halte die Aktienmärkte am Laufen, schrieb Analyst Michael Hewson von CMC Markets UK. Im Fokus der Anleger standen erneut Geschäftszahlen von Unternehmen.

Direkt zum Startschuss überwand der Dow Jones Industrial seine bisherigen Höchststände und baute seine Gewinne im weiteren Handelsverlauf sukzessive aus. Zuletzt notierte der US-Leitindex 0,60 Prozent im Plus bei 23 302,76 Punkten. Auf Wochensicht steuert er damit auf einen Kurszuwachs von knapp 2 Prozent zu.

Auch der marktbreite S&P 500 notierte am Freitag so hoch wie nie zuvor und gewann zuletzt 0,45 Prozent auf 2573,75 Punkte. An der Technologiebörse Nasdaq schaffte es der Composite-Index ebenfalls über seine bisherige Bestmarke und erzielte einen Anstieg von 0,50 Prozent auf 6638,17 Zähler. Dagegen reichte es beim Nasdaq 100 mit einem Kursgewinn von zuletzt 0,42 Prozent auf 6118,46 Zähler nicht für einen Rekord.

Nachdem zur Wochenmitte alle vier Indizes historische Bestmarken erreicht hatten, waren am Donnerstag - dem 30. Jahrestag des "Schwarzen Montag" - nur minimale Gewinne für Dow und S&P 500 drin gewesen, während die Nasdaq-Indizes Verluste verzeichnet hatten. Am 19. Oktober 1987 war der Dow um mehr als 500 Punkte eingebrochen - fast ein Viertel des Börsenkapitals war damals auf einen Schlag verpufft. Es dauerte danach über ein Jahr, bis der Index diesen Verlust wieder wettmachte.

Am Donnerstagabend hatte der US-Senat einen Haushaltsentwurf verabschiedet und damit eine Hürde für die von Präsident Donald Trump geplante Steuerreform aus dem Weg geräumt: 51 Senatoren stimmten für den Entwurf, 49 waren dagegen. Trump hatte bei seinen Plänen für eine Steuerreform immense Erleichterungen vor allem für Unternehmen versprochen. Der Höchstsatz für Unternehmensteuern soll von 35 Prozent auf 20 Prozent sinken. Die Pläne gelten als eine der wichtigsten Triebfedern für die Kursrally seit dem Wahlsieg von Trump.

Die Unternehmensnachrichten fielen vor dem Wochenende durchwachsen aus. Die Anteilsscheine von General Electric , die anfangs deutlich unter schwachen Quartalszahlen und einer drastisch gesenkten Gewinnprognose gelitten hatten, konnten ihre Verluste auf 0,34 Prozent eindämmen. Seit Jahresbeginn hat die Aktie über ein Viertel an Wert eingebüßt und ist damit für diesen Zeitraum abgeschlagenes Schlusslicht im Dow. Am Vortag hatte sie derweil um 2 Prozent zugelegt - offensichtlich in der nun enttäuschten Hoffnung auf gute Zahlen.

Die Aktionäre von Procter & Gamble mussten am Freitag einen Kursrutsch von 3,88 Prozent verkraften. Damit war der Konsumgüterkonzern größter Tagesverlierer im Leitindex. Er hatte zwar mit dem Gewinnanstieg im dritten Quartal die Erwartungen leicht übertroffen. Händlern zufolge war die Umsatzentwicklung aber nicht ganz so schwungvoll wie erhofft.

Deutlich besser erging es den Paypal-Aktien , die ein Rekordhoch erreichten und zuletzt um 4,61 Prozent anzogen. Der Online-Bezahldienst hat im abgelaufenen Quartal erneut deutliche Geschäftszuwächse verzeichnet und seine Ziele für das Gesamtjahr weiter nach oben geschraubt. Analyst Bryan Keane von der Deutschen Bank sah sowohl die Zahlen als auch den Ausblick über den Erwartungen./gl/zb

20.10.2017

ROUNDUP/Aktien Frankfurt Schluss: Dax wieder unter 13 000 Punkten

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Anleger am deutschen Aktienmarkt hat zum Wochenschluss doch noch der Mut verlassen. Ungeachtet neuer Rekorde an den US-Börsen gab der Dax seine Gewinne am Freitag bis Handelsschluss wieder ab und schloss erneut unter der psychologisch wichtigen Marke von 13 000 Punkten. Mit einem minimalen Plus von 0,01 Prozent auf 12 991,28 Punkte ging der Leitindex aus dem Handel und sorgte damit letztlich auch für einen unveränderten Stand im Wochenverlauf.

Der MDax der mittelgroßen Unternehmen legte am Freitag um 0,13 Prozent auf 26 053,33 Punkte zu. Der Technologiewerte-Index TecDax gab um 0,34 Prozent auf 2486,53 Punkte nach.

Europaweit sah es ähnlich aus: Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 schloss mit plus 0,08 Prozent auf 3605,09 Punkte und auch der CAC 40 in Paris legte um 0,08 Prozent zum, während der FTSE 100 in London den Tag prozentual unverändert beendete. In den USA ging es indes weiter aufwärts: Der Dow Jones Industrial kletterte zum Handelsschluss in Europa mit plus 0,4 Prozent auf ein neues Rekordhoch. Die Nasdaq-Börsen legten ebenfalls um 0,4 Prozent zu.

Jenseits des Atlantiks profitierten die US-Börsen davon, dass der Senat am Donnerstag einen Haushaltsentwurf verabschiedet und damit eine Hürde für die geplante Steuerreform aus dem Weg geräumt hatte. Dies habe einmal mehr den Risikoappetit der Anleger geweckt, schrieb Analyst Mike van Dulken vom Handelshaus Accendo Markets. Nach einer Reihe innenpolitischer Niederlagen hatte sich Präsident Donald Trump zuletzt für eine radikale Steuerreform stark gemacht und eine "historische Entlastung" für Bürger und immense Erleichterungen für Unternehmen versprochen.

Derweil ging die Berichtssaison in Deutschland in eine neue Runde. Daimler etwa wurden im dritten Quartal von Sonderkosten für Rückrufe und Nachbesserungen bei Dieselautos gebremst. Die Aktien büßten 0,84 Prozent ein. Die Linde -Papiere profitierten am Nachmittag von Neuigkeiten zum Fusionsvorhaben mit US-Konkurrent Praxair und setzten sich mit plus 3,23 Prozent an die Dax-Spitze. Kurz vor Fristende hätten die Aktionäre des Münchener Industriegase-Konzerns 50,81 Prozent der Aktien bei der neuen Holdinggesellschaft Linde Plc eingereicht, hatten die Fusionspartner zuvor mitgeteilt. Die Annahmefrist für das Umtauschangebot läuft bis kommenden Dienstag.

Beim Lebensmittel-Handelskonzern Metro hatten zum Geschäftsjahresende 2016/17 negative Wechselkurseffekte sowie weiter sinkende Umsätze bei der Supermarktkette Real Bremsspuren hinterlassen. Für die Anteilsscheine ging es nach den vorgelegten Zahlen am MDax-Ende um 3,10 Prozent nach unten. Im SDax dagegen sprangen die Aktien des Autovermieters Sixt nach einem sehr starken dritten Quartal um 4,97 Prozent hoch.

Die Papiere der Software AG machten im TecDax ihre anfänglichen Verluste von fast 6 Prozent wieder wett und stiegen letztlich um 3,50 Prozent. Auftrieb gaben nach eher enttäuschenden Quartalszahlen Aussagen von Finanzchef Arnd Zinnhardt zur erwarteten Margenentwicklung in zukunftsträchtigen neuen Geschäftsbereichen.

Dagegen brachen die Aktien von Evotec am Nachmittag ein und beendeten den Tag mit einem Abschlag von 8,80 Prozent. Der US-Hedgefonds Lakewood Capital Management hat laut Daten des "Bundesanzeigers" seine Leerverkaufspositionen in der Aktie des Biotechnologie-Unternehmens weiter ausgebaut. Bei Leerverkäufen geben Verkäufer Aktien, die sie nur geliehen und noch nicht gekauft haben, zu einem bestimmten Kurs ab. Sie erwarten Kursverluste, weshalb sie sich erst zu einem späteren Zeitpunkt wieder mit diesen Papieren eindecken wollen. Ihr Kalkül ist es, die Aktien später billiger kaufen zu können, als sie sie verkauft haben.

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite von 0,21 Prozent am Vortag auf 0,24 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,15 Prozent auf 141,29 Punkte. Der Bund-Future büßte 0,46 Prozent auf 161,38 Punkte ein. Der Euro kostete am frühen Abend 1,1770 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,1818 (Donnerstag: 1,1834) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8462 (0,8450) Euro./ck/stb

--- Von Claudia Müller, dpa-AFX ---

20.10.2017

Aktien Frankfurt Schluss: Anleger verlässt der Mut - Dax unter 13 000 Punkten

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Anleger am deutschen Aktienmarkt hat zum Wochenschluss doch noch der Mut verlassen. Ungeachtet neuer Rekorde an den US-Börsen gab der Dax seine Gewinne am Freitag bis Handelsschluss wieder ab und schloss erneut unter der psychologisch wichtigen Marke von 13 000 Punkten. Mit einem minimalen Plus von 0,01 Prozent auf 12 991,28 Punkte ging der Leitindex aus dem Handel und sorgte damit letztlich auch für einen unveränderten Stand im Wochenverlauf.

Der MDax der mittelgroßen Unternehmen legte am Freitag um 0,13 Prozent auf 26 053,33 Punkte zu. Der Technologiewerte-Index TecDax gab um 0,34 Prozent auf 2486,53 Punkte nach./ck/stb

20.10.2017

ROUNDUP/Aktien New York: Neue Rekorde nach Atempause - außer für den Nasdaq 100

NEW YORK (dpa-AFX) - An der Wall Street geht die Rekordjagd nach einem Tag Pause weiter: Außer dem technologielastigen Auswahlindex Nasdaq 100 schafften es sämtliche wichtigen Indizes auf neue Bestmarken. Die Hoffnung auf eine US-Steuerreform halte die Aktienmärkte am Laufen, schrieb Analyst Michael Hewson von CMC Markets UK. Im Fokus der Anleger standen erneut die jüngsten Geschäftszahlen von Unternehmen.

Direkt zum Startschuss markierte der Dow Jones Industrial sein Rekordhoch von 23 244,65 Punkten - zuletzt behauptete er bei 23 237,35 Punkten ein Plus von 0,32 Prozent. Auf Wochensicht steuert der US-Leitindex auf einen Kurszuwachs von gut anderthalb Prozent zu.

Auch der marktbreite S&P 500 notierte am Freitag so hoch wie nie zuvor und gewann zuletzt 0,28 Prozent auf 2569,29 Punkte. An der Technologiebörse Nasdaq schaffte es der Composite-Index knapp über seine bisherige Bestmarke und behauptete einen Anstieg von 0,34 Prozent auf 6627,23 Zähler. Dagegen reichte es beim Nasdaq 100 mit einem Kursgewinn von zuletzt 0,25 Prozent auf 6108,07 Zähler nicht für einen Rekord.

Nachdem zur Wochenmitte alle vier Indizes historische Bestmarken erreicht hatten, waren am Donnerstag - dem 30. Jahrestag des "Schwarzen Montag" - nur minimale Gewinne für Dow und S&P 500 drin gewesen, während die Nasdaq-Indizes Verluste verzeichnet hatten. Am 19. Oktober 1987 war der Dow um mehr als 500 Punkte eingebrochen - fast ein Viertel des Börsenkapitals war damals auf einen Schlag verpufft. Es dauerte danach über ein Jahr, bis der Index diesen Verlust wieder wettmachte.

Am Donnerstagabend hatte der US-Senat einen Haushaltsentwurf verabschiedet und damit eine Hürde für die von Präsident Donald Trump geplante Steuerreform aus dem Weg geräumt: 51 Senatoren stimmten für den Entwurf, 49 waren dagegen. Trump hatte bei seinen Plänen für eine Steuerreform immense Erleichterungen vor allem für Unternehmen versprochen. Der Höchstsatz für Unternehmensteuern soll von 35 Prozent auf 20 Prozent sinken. Die Pläne gelten als eine der wichtigsten Triebfedern für die Kursrally seit dem Wahlsieg von Trump.

Die Unternehmensnachrichten fielen vor dem Wochenende durchwachsen aus. Bei General Electric ging es um 2,88 Prozent bergab, da der Mischkonzern nach einem schwachen dritten Quartal seine Gewinnprognose drastisch kappte. Damit geht der Leidensweg für die Anteilseigner weiter: Seit Jahresbeginn hat die Aktie über ein Viertel an Wert eingebüßt und ist damit für diesen Zeitraum abgeschlagenes Schlusslicht im Dow. Am Vortag hatte sie derweil um 2 Prozent zugelegt - offensichtlich in der nun enttäuschten Hoffnung auf gute Zahlen.

Noch schlimmer erging es am Freitag nur den Aktionären von Procter & Gamble , die einen Kursrutsch von 3,21 Prozent verkraften mussten. Damit war der Konsumgüterkonzern größter Tagesverlierer im Leitindex. Er hatte zwar mit dem Gewinnanstieg im dritten Quartal die Erwartungen leicht übertroffen. Händlern zufolge war die Umsatzentwicklung aber nicht ganz so schwungvoll wie erhofft.

Deutlich besser erging es den Paypal-Aktien , die ein Rekordhoch erreichten und zuletzt um 4,88 Prozent anzogen. Der Online-Bezahldienst hat im abgelaufenen Quartal erneut deutliche Geschäftszuwächse verzeichnet und seine Ziele für das Gesamtjahr weiter nach oben geschraubt. Analyst Bryan Keane von der Deutschen Bank sah sowohl die Zahlen als auch den Ausblick über den Erwartungen./gl/stb

20.10.2017

Aktien New York: Neue Rekorde nach Verschnaufpause - außer für den Nasdaq 100

NEW YORK (dpa-AFX) - An der Wall Street geht die Rekordjagd nach einem Tag Pause weiter: Außer dem technologielastigen Auswahlindex Nasdaq 100 schafften es sämtliche wichtigen Indizes auf neue Bestmarken. Die Hoffnung auf eine US-Steuerreform halte die Aktienmärkte am Laufen, schrieb Analyst Michael Hewson von CMC Markets UK. Im Fokus der Anleger standen erneut die jüngsten Geschäftszahlen von Unternehmen.

Direkt zum Startschuss markierte der Dow Jones Industrial sein Rekordhoch von 23 244,65 Punkten - gut eine Stunde später behauptete er bei 23 240,51 Punkten ein Plus von 0,33 Prozent. Auf Wochensicht steuert der US-Leitindex auf einen Kurszuwachs von gut anderthalb Prozent zu.

Auch der marktbreite S&P 500 notierte am Freitag so hoch wie nie zuvor und gewann zuletzt 0,32 Prozent auf 2570,40 Punkte. An der Technologiebörse Nasdaq schaffte es der Composite-Index knapp über seine bisherige Bestmarke und behauptete einen Anstieg von 0,37 Prozent auf 6629,82 Zähler. Dagegen reichte es beim Nasdaq 100 trotz eines Kursgewinns von 0,33 Prozent auf 6113,01 Zähler nicht für einen Rekord.

Nachdem zur Wochenmitte alle vier Indizes historische Bestmarken erreicht hatten, waren am Donnerstag - dem 30. Jahrestag des "Schwarzen Montag" - nur minimale Gewinne für Dow und S&P 500 drin gewesen, während die Nasdaq-Indizes Verluste verzeichnet hatten. Am 19. Oktober 1987 war der Dow um mehr als 500 Punkte eingebrochen - fast ein Viertel des Börsenkapitals war damals auf einen Schlag verpufft. Es dauerte danach über ein Jahr, bis der Index diesen Verlust wieder wettmachte./gl/stb

20.10.2017

WOCHENAUSBLICK: Dax müht sich um Sicherung der 13 000-Punkte-Marke

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Kampf um die Marke von 13 000 Punkten im Dax dürfte sich fortsetzen. Doch nachdem der deutsche Leitindex diese Hürde Mitte Oktober erstmals übersprungen hatte, geht es nun um die Nachhaltigkeit. Das macht die neue Woche besonders spannend, denn hierzulande nimmt die Berichtssaison zum dritten Quartal Fahrt auf. Politische Themen wie der Katalonien-Konflikt, die Spannungen mit der Türkei oder auch mit Blick auf Nordkorea und die USA stehen ebenfalls weiter im Fokus. Und als für die Börsianer wohl wichtigstes Ereignis der Woche steht die Zinssitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) an. Es werden dabei Beschlüsse erwartet, wie es mit dem Anleihekaufprogramm über 2017 hinaus weitergehen soll.

Die EZB-Sitzung am Donnerstag werde zeigen, "ob die Gerüchte zutreffen, nach denen die Notenbank ihre bereits im April auf monatlich 60 Milliarden Euro reduzierten Anleihekäufe tatsächlich ab Januar 2018 halbiert und bis September nächsten Jahres verlängert", kommentierte Robert Greil, Chefstratege von Merck Finck Privatbankiers. In jedem Fall rechnet er mit einem weiteren Schritt zu mehr geldpolitischer Normalität, auch wenn die Notenbank allzu genaue Festlegungen über die weitere Reduzierung ihrer Anleihekäufe vermeiden dürfte, um flexibel zu bleiben. Ein Ausstieg aus dem Programm wird laut der Postbank sicher auch nicht überstürzt erfolgen, um die Wirtschaftsdynamik in der EU nicht abzuwürgen und um heftige Reaktionen an den Finanzmärkten zu vermeiden.

Konjunkturseitig wird für Deutschland zudem der ifo-Geschäftsklimaindex am Mittwoch von Bedeutung sein. Die Stimmungsniveaus in der deutschen Wirtschaft sind trotz einer leichten Abschwächung nach dem Rekordhoch im Juli weiterhin sehr hoch. Nach Ansicht der Postbank sollten sie sich daher weiter normalisieren, da die wirtschaftliche Lage den Stimmungsdaten noch hinterher hinke. In den USA dürfte hingegen vor allem auf die ebenfalls am Mittwoch anstehenden Auftragseingänge für langlebige Güter geschaut werden.

Unternehmensseitig beginnt am deutschen Aktienmarkt die heiße Phase. Auf die Quartalszahlen der Lufthansa zur Wochenmitte, folgen die von Bayer , Beiersdorf , Deutscher Bank und Deutscher Börse am Donnerstag. Linde und Volkswagen (VW) berichten am Freitag. Während etwa die französische Bank Exane BNP Paribas mit einem starken Geschäftsbericht der größten deutschen Fluggesellschaft im dritten Jahresviertel rechnet und beim Autobauer VW eine leichte Anhebung der Jahresziele erwartet, geht die Equinet Bank bei der Deutschen Bank wiederum von deutlich gesunkenen Erträgen und einem ebenfalls zurückgegangenen Vorsteuergewinn aus.

Je nachdem, ob die Unternehmensberichte die Marktteilnehmer eher begeistern oder enttäuschen und wie die geldpolitischen Beschlüsse der EZB ausfallen, dürfte dies die Impulse bereithalten, die den Dax über oder unter der Marke von 13 000 Punkten schicken. Insgesamt raten Experten aber inzwischen zunehmend zur Vorsicht. "Die Trennlinie zwischen 'fair' und 'teuer' verläuft für den Dax nach unseren Berechnungen derzeit bei rund 12 500 Punkten", schreibt etwa Helaba-Analyst Markus Reinwand. Dies ist auch die Punktezahl für sein Jahresendziel. Das könnte seines Erachtens zwar womöglich etwas zu vorsichtig sein, doch "sind derzeit die Kursrisiken deutlich größer als die Chancen", warnt Reinwand./ck/tos/stb

--- Von Claudia Müller, dpa-AFX ---

20.10.2017

Aktien New York Ausblick: Jagd nach Rekorden geht wohl weiter

NEW YORK (dpa-AFX) - Nach einem Pausentag dürfte die Rekordjagd an den US-Börsen schon am Freitag in ihre nächste Runde gehen. Die Indikation deutet darauf hin, dass der Dow Jones Industrial erstmals in seiner Geschichte über die Marke von 23 200 Punkten steigen wird. Eine Dreiviertelstunde vor Handelsstart taxierte der Broker IG den Leitindex 0,32 Prozent höher bei 23 237 Punkten - trotz eines erschreckenden Zwischenberichts von General Electric .

Der Leitindex steuert derzeit auf ein kleines Wochenplus von etwas mehr als 1 Prozent zu. Am Vortag hatte er sich am 30. Jahrestag seines bislang größten Kursrutsches nur denkbar knapp ins Plus gerettet, aber erstmals nach zuvor acht Rekordtagen keine neue Bestmarke erreicht. Mit dem S&P 500 und dem Nasdaq 100 war dies auch weiteren wichtigen Indizes nicht gelungen. Sie müssen sich mit ihrem jüngst erreichten Hoch von 2564 beziehungsweise 6129 Punkten messen. Der Dow hat seinen bisherigen Rekord bei 23 172 Punkten.

Als neuerliche Stütze für den Markt wurde darauf verwiesen, dass Präsident Donald Trump in den USA einen Fortschritt bei seiner geplanten Steuerreform gemacht hat. Der US-Senat hat einen Haushaltsentwurf verabschiedet und damit eine große Hürde für die von ihm geplanten Steuererleichterungen aus dem Weg geräumt. Diese gelten als eine der wichtigsten Triebfedern für die Kursrally seit dem Wahlsieg von Trump.

Bei aller Euphorie am Gesamtmarkt müssen sich die Aktionäre von General Electric am Freitag jedoch warm anziehen. Die im bisherigen Jahresverlauf ohnehin schon schwächste Dow-Aktie brach im vorbörslichen Handel wegen einer drastisch gesenkten Jahresprognose nochmals um etwa 7 Prozent ein. Einige Anleger dürften damit auf dem falschen Fuß erwischt werden: Am Vortag hatten die Papiere noch 2 Prozent zugelegt und zu den besten Dow-Werten gehört.

Auch von einem anderen Dow-Mitglied, Procter & Gamble nämlich, gilt es die Resultate zu verarbeiten. Die Aktie gab vorbörslich um gut 1,5 Prozent nach, auch wenn Experten hier ein deutlich besseres Fazit zogen. Der Konsumgüterkonzern hat mit dem Gewinnanstieg im dritten Quartal die Erwartungen leicht übertroffen. Händlern zufolge war die Umsatzentwicklung aber leicht nicht ganz so schwungvoll wie erhofft.

Deutlich besser erging es den Paypal-Aktien , die vorbörslich um etwa 6,5 Prozent anzogen. Der Bezahldienst hat im dritten Quartal erneut deutliche Geschäftszuwächse verzeichnet und seine Ziele für das Gesamtjahr weiter nach oben geschraubt. Analyst Bryan Keane von der Deutschen Bank lobte sowohl die Zahlen als auch den Ausblick als besser als erwartet./tih/ag

20.10.2017

Aktien Frankfurt: Erholung nach Rückschlag am Vortag

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der deutsche Aktienmarkt hat sich zum Wochenschluss von seinen teils deutlichen Vortagesverlusten erholt. Mit Rückenwind aus den USA stieg der Leitindex Dax bis zum frühen Freitagnachmittag um 0,17 Prozent auf 13 012,15 Punkte. Damit liegt das Rekordhoch vom Mittwoch bei 13 095 Zählern wieder in Reichweite.

Der MDax , in dem die Aktien mittelgroßer Konzerne vertreten sind, legte um 0,24 Prozent auf 26 083,21 Punkte zu. Der Technologiewerte-Index TecDax rückte um 0,42 Prozent auf 2505,46 Punkte vor. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 stand ebenfalls moderat im Plus.

Die tonangebende Wall Street dürfte mit Gewinnen in den Tag starten. Nach Handelsschluss am Donnerstag hatte der US-Senat einen Haushaltsentwurf verabschiedet und damit eine Hürde für die von Präsident Donald Trump geplante Steuerreform aus dem Weg geräumt. Dies habe den Risikoappetit der Anleger geweckt, schrieb Analyst Mike van Dulken vom Handelshaus Accendo Markets. Trump hatte bei seinen Plänen für eine Steuerreform immense Erleichterungen vor allem für Unternehmen versprochen.

Der jüngste Schwächeanfall des Dax könnte schnell wieder vorbei sein, schrieben die Experten vom Börsenmagazin Index-Radar. Zumindest werde vorläufig schon an der ersten potenziellen Kaufzone im Kursbild wieder eine deutlich erhöhte Nachfrage sichtbar.

Derweil ging die Berichtssaison in Deutschland in eine neue Runde. So war Daimler im dritten Quartal von Sonderkosten für Rückrufe und Nachbesserungen bei Dieselautos gebremst worden. Analyst Jose Asumendi von der US-Bank JPMorgan aber verwies auf eine sehr starke Margenentwicklung des Auto- und Lastwagenbauers. Die Aktien büßten anfängliche Gewinne ein und verloren zuletzt 0,59 Prozent.

Die Belieferung von Restaurants und anderen Großabnehmern trieb den Lebensmittel-Handelskonzern Metro zum Ende seines Geschäftsjahres an. Negative Wechselkurseffekte sowie weiter sinkende Umsätze bei der Supermarktkette Real jedoch hinterließen Bremsspuren. Für die Anteilsscheine ging es am MDax-Ende um fast 2 Prozent nach unten.

Die Papiere von Salzgitter hingegen verteuerten sich um gut 2 Prozent. Die Schweizer Großbank UBS hatte ihre Verkaufsempfehlung für die Anteilsscheine einkassiert. Analyst Carsten Riek rechnet für die Stahlbranche mit einer nachhaltig steigenden Profitabilität.

Die Aktien der Software AG machten anfängliche Verluste von fast 6 Prozent wett und stiegen zuletzt um gut 3 Prozent. Gestützt wurde der Kurs des Software-Entwicklers von der Aussage des Finanzchefs, wonach sowohl das Cloud- als auch das Wartungsgeschäft extrem margenstark seien. Nach zunächst als schwach eingeschätzten Ergebnissen waren die Papiere anfangs unter Druck geraten.

Den ersten Platz im Nebenwerteindex SDax hatte der Autovermieter Sixt mit einem Plus von gut 5 Prozent inne. Analyst Marc-Rene Tonn von Warburg Research sprach von einem "außerordentlich starken dritten Quartal".

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite von 0,21 Prozent am Vortag auf 0,24 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,15 Prozent auf 141,29 Punkte. Der Bund-Future büßte 0,37 Prozent auf 161,52 Punkte ein. Der Euro kostete zuletzt 1,1817 US-Dollar. Der Dollar war damit 0,8462 Euro wert. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs am Donnerstag auf 1,1834 (Mittwoch: 1,1749) Dollar festgesetzt. Der Dollar hatte damit 0,8450 (0,8511) Euro gekostet./la/jha/

--- Von Lutz Alexander, dpa-AFX ---

22.10.2017

ROUNDUP 2: Riad und Bagdad bilden Rat - USA fordern Abzug iranischer Miliz

(neu: Reaktion Iran im 5. Absatz)

RIAD (dpa-AFX) - Saudi-Arabien und der Irak haben nach vielen Jahren der Spannungen weitere Schritte für eine Stärkung der gemeinsamen Beziehungen gemacht. Im Beisein von US-Außenminister Rex Tillerson gründeten der saudi-arabische König Salman und der irakische Ministerpräsident Haidar al-Abadi einen Koordinierungsrat, durch den beiden Länder künftig enger zusammenarbeiten sollen.

Die USA erhoffen sich durch die Annäherung auch eine Verminderung des iranischen Einflusses in der Region. "Wir sind dankbar für diesen Fortschritt und bitten Sie, diese für die Stabilität der Region wichtige Beziehung aufrechtzuerhalten", sagte Tillerson. Der Irak unterhält enge Beziehungen zu seinem schiitischen Nachbarn.

So kämpfen im Irak Milizen, die unter dem Einfluss Teherans stehen. Die USA wollen diese im Irak nicht mehr sehen und stellen eine eindeutige Forderung an Bagdad. "Sicherlich müssen iranische Milizen, die sich im Irak befinden, jetzt, da der Kampf gegen Daesh und ISIS zu Ende geht, nach Hause gehen", so Tillerson. Den Irakern müsse es gestattet sein, die Kontrolle über ihre Heimat selbst ausüben zu können.

Der Iran gilt als Gegenspieler Saudi-Arabiens in der Region. Im Syrienkrieg unterstützt Saudi-Arabien Rebellengruppen, während Teheran einer der wichtigsten Verbündeten von Präsident Baschar al-Assad ist.

Der Iran kritisierte die US-Regierung, ein arabisches Bündnis gegen Teheran schmieden zu wollen. "Leider will die Regierung von US-Präsident Donald Trump aus ihren Fehlern nicht lernen und auch von ihrem Anti-Iran-Kurs der letzten Monate nicht abweichen", sagte Außenminister Mohamed Dschawad Sarif. Die Trump-Regierung wolle auch nicht begreifen, dass der Iran für die Region keine Gefahr sei, sondern mit dem Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) für Frieden und Stabilität in der Region sorgen wolle.

Die Beziehungen zwischen dem Irak und Saudi-Arabien waren angespannt, seitdem die US-Armee saudischen Boden 1991 für den Angriff auf den Irak nutzte. Im vergangenen Jahr entsandte Saudi-Arabien jedoch zum ersten Mal seit rund 25 Jahren einen Botschafter nach Bagdad. Der saudische Außenminister Adel al-Dschubair reiste Ende Februar zu Gesprächen in den Irak. Am Mittwoch schließlich war erstmals seit 27 Jahren eine kommerzielle Passagiermaschine aus Riad in Bagdad gelandet.

König Salman sagte in Anspielung auf den innerirakischen Konflikt nach dem Unabhängigkeitsreferendum der Kurden, dass sein Land "Iraks Einheit und Stabilität" unterstütze. Für mehr Einfluss in Bagdad dürfte Riad bereit sein, dem Nachbarn beim Wiederaufbau nach den Kämpfen gegen die Terrormiliz Islamischer Staat finanziell unter die Arme zu greifen. Premierminister Al-Abadi sagte, er sei "zufrieden" mit der Stärkung der Beziehungen.

Das US-Außenministerium berichtete zudem, dass Tillerson mit König Salman im persönlichen Gespräch darüber beriet, wie man dem Einfluss des Irans entgegentreten könne. Die US-Regierung fährt gegenüber Teheran einen harten Kurs. Präsident Donald Trump hatte es vor einigen Tagen abgelehnt zu bescheinigen, dass sich der Teheran an das internationale Atomabkommen mit dem Land hält. Damit droht im äußersten Fall ein Kollaps der Vereinbarung./scb/DP/he

22.10.2017

Teheran kritisiert USA für geplantes Anti-Iran-Bündnis

PRETORIA/TEHERAN (dpa-AFX) - Der Iran hat die USA scharf dafür kritisiert, ein arabisches Bündnis gegen Teheran schmieden zu wollen. "Leider will die Regierung von US-Präsident Donald Trump aus ihren Fehlern nicht lernen und auch von ihrem Anti-Iran-Kurs der letzten Monate nicht abweichen", sagte Außenminister Mohamed Dschawad Sarif am Sonntag. Die Trump-Regierung wolle auch nicht begreifen, dass der Iran für die Region keine Gefahr sei, sondern mit dem Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) für Frieden und Stabilität in der Region sorgen wolle.

"Ohne den Iran würde der IS nun in Damaskus, Bagdad und Erbil regieren", sagte der Außenminister nach Angaben der Nachrichtenagentur ISNA während eines Besuchs in Pretoria.

Im Beisein von US-Außenminister Rex Tillerson hatten der saudi-arabische König Salman und der irakische Ministerpräsident Haidar al-Abadi in Riad am Sonntag einen Koordinierungsrat gegründet, durch den beiden Länder künftig enger zusammenarbeiten sollen. Die USA erhoffen sich durch die Annäherung auch eine Schwächung des Irans./str/fmb/DP/he

22.10.2017

Nachwahlbefragungen: Slowenischer Präsident wiedergewählt

LJUBLJANA (dpa-AFX) - Der seit fünf Jahren amtierende slowenische Staatspräsident Borut Pahor ist Nachwahlbefragungen zufolge am Sonntag wiedergewählt worden. Der 53-Jährige habe über 56 Prozent der Stimmen erreicht, berichtete das nationale Fernsehen in Ljubljana nach Schließung der Wahllokale auf der Basis von Nachwahlbefragungen. Abgeschlagen auf dem zweiten Platz sei der Bürgermeister der Gemeinde Kamnik, Marjan Sarec (39), mit gut 22 Prozent gelandet. Die anderen sieben Kandidaten spielten demnach keine Rolle./ey/DP/he

22.10.2017

ROUNDUP: Saudi-Arabien und Irak stärken Beziehungen

RIAD (dpa-AFX) - Saudi-Arabien und der Irak haben nach vielen Jahren der Spannungen weitere Schritte für eine Stärkung der gemeinsamen Beziehungen gemacht. Im Beisein von US-Außenminister Rex Tillerson gründeten der saudi-arabische König Salman und der irakische Ministerpräsident Haidar al-Abadi einen Koordinierungsrat, durch den beiden Länder künftig enger zusammenarbeiten sollen.

Die USA erhoffen sich durch die Annäherung auch eine Verminderung des iranischen Einflusses in der Region. "Wir sind dankbar für diesen Fortschritt und bitten Sie, diese für die Stabilität der Region wichtige Beziehung aufrechtzuerhalten", sagte Tillerson. Der Irak hat enge Beziehungen zu seinem schiitischen Nachbarn. So kämpfen im Irak Milizen, die unter dem Einfluss Teherans stehen.

Saudi-Arabien gilt als Gegenspieler des Irans in der Region. Im Syrienkrieg unterstützt Saudi-Arabien Rebellengruppen, während Teheran einer der wichtigsten Verbündeten von Präsident Baschar al-Assad ist.

Die Beziehungen zwischen dem Irak und Saudi-Arabien waren angespannt, seitdem die US-Armee saudischen Boden 1991 für den Angriff auf den Irak nutzte. Im vergangenen Jahr entsandte Saudi-Arabien jedoch zum ersten Mal seit rund 25 Jahren einen Botschafter nach Bagdad. Der saudische Außenminister Adel al-Dschubair reiste Ende Februar zu Gesprächen in den Irak. Am Mittwoch schließlich war erstmals seit 27 Jahren eine kommerzielle Passagiermaschine aus Riad in Bagdad gelandet.

König Salman sagte in Anspielung auf den innerirakischen Konflikt nach dem Unabhängigkeitsreferendum der Kurden, dass sein Land "Iraks Einheit und Stabilität" unterstütze. Für mehr Einfluss in Bagdad dürfte Riad bereit sein, dem Nachbarn beim Wiederaufbau nach den Kämpfen gegen die Terrormiliz Islamischer Staat finanziell unter die Arme zu greifen. Premierminister Al-Abadi sagte, er sei "zufrieden" mit der Stärkung der Beziehungen.

Das US-Außenministerium berichtete zudem, dass Tillerson mit König Salman im persönlichen Gespräch darüber beriet, wie man dem Einfluss des Irans entgegentreten könne. Die US-Regierung fährt gegenüber Teheran einen harten Kurs. Präsident Donald Trump hatte es vor einigen Tagen abgelehnt zu bescheinigen, dass sich der Teheran an das internationale Atomabkommen mit dem Land hält. Damit droht im äußersten Fall ein Kollaps der Vereinbarung./scb/DP/he

22.10.2017

ROUNDUP: Stimmungstest für Macris Reformkurs bei Parlamentswahl in Argentinien

BUENOS AIRES (dpa-AFX) - Bei der Parlamentswahl in Argentinien hofft Präsident Mauricio Macri auf Unterstützung für seinen liberalen Wirtschaftskurs. Rund 33 Millionen Menschen waren am Sonntag zur Wahl aufgerufen - ein klarer Sieg von Macris Regierungskoalition "Cambiemos" ("Lasst uns ändern") könnte dem Staatschef kräftigen Rückenwind für seine geplanten Reformen bei Arbeitsrecht, Steuerwesen und Pensionsgesetzen geben. Die Ergebnisse der Wahl sollten am frühen Montagmorgen bekanntgegeben werden.

Macris größte Konkurrentin ist die ehemalige Präsidentin Cristina Kirchner. Sie will in der Provinz Buenos Aires ein Senatsmandat für ihre neue Partei "Unidad Ciudadana" (Bürgerliche Einheit) erringen und damit ein politisches Comeback feiern. Bei einem guten Abschneiden könnte sie sich als Oppositionsführerin positionieren.

Überschattet wurde der Wahlkampf zuletzt vom Tod eines Aktivisten. Der junge Mann war bei einem Polizeieinsatz gegen eine Landbesetzung der indigenen Mapuche in Patagonien verschwunden. Am Dienstag wurde seine Leiche entdeckt. Die Hintergründe sind noch unklar. Eine Autopsie ergab, dass der Körper des jungen Mannes keine Verletzungen aufwies.

Menschenrechtler und Opposition werfen der Regierung allerdings vor, die Ermittlungen nicht konsequent vorangetrieben zu haben. Nach einer Demonstration am Samstag in der Hauptstadt Buenos Aires kam es zu schweren Ausschreitungen. Vermummte griffen Geschäfte und Autos an, errichteten Barrikaden und lieferten sich Auseinandersetzungen mit der Polizei.

Der Skandal könnte auch Auswirkungen auf das Wahlergebnis haben. Nach einer von der Zeitung "Clarín" veröffentlichten Umfrage erwägten zwölf Prozent der Befragten, eine andere Partei als zunächst geplant zu wählen. Bevor die Leiche des Mannes entdeckt worden war, lag Macris Regierungskoalition noch zehn Prozentpunkte vor Kirchners peronistischer Oppositionspartei.

Am Sonntag wurden die Hälfte der insgesamt 254 Abgeordneten und ein Drittel der insgesamt 72 Senatoren neu gewählt. In Argentinien gilt Wahlpflicht./dde/DP/he

22.10.2017

ROUNDUP: Bei den Jamaika-Gesprächen kommen die Reizthemen auf den Tisch

BERLIN (dpa-AFX) - CDU, CSU, FDP und Grüne haben sich nach einem weitgehend entspannten Auftakt der Jamaika-Sondierung für die tiefer gehendere Diskussion über Einzelthemen in Stellung gebracht. CSU-Chef Horst Seehofer nannte eine "schwarze Null", Steuerentlastungen und Investitionen am Samstag als zentrale Punkte. CDU-Präsidiumsmitglied Jens Spahn verlangte, die Pläne der Union müssten Kern der Migrationspolitik einer möglichen Koalition sein. Der FDP-Vorsitzende Christian Lindner betonte, seine Partei wolle mehr Geld für Bildung durchsetzen. Die Grünen erwarten Probleme beim Thema Klimaschutz.

Die Jamaika-Unterhändler wollen in der Sondierung von Dienstag an Einzelthemen so detailliert bearbeiten, dass die eigentlichen Koalitionsgespräche hin zu einem Regierungsvertrag der vier Parteien nach Möglichkeit nicht mehr scheitern können. Die Gremien der Parteien werden am Montag eine Bewertung des Auftakts der Gespräche vornehmen. Am Dienstagabend werden sie fortgesetzt. Aufgerufen sind dann die sensiblen Themen Steuern und Finanzen sowie Europa.

Auf die Frage, welche Knackpunkte er beim Thema Finanzen sehen, sagte Seehofer: "Solide Finanzen, keine Schulden, Steuerentlastung und ordentliche Zukunftsinvestitionen". Zur Höhe der Investitionen ergänzte er: "Wir haben viele Vorschläge dazu, aber wir müssen jetzt einfach austarieren, was wir machen können. Von der Bildung bis zur Infrastruktur." Die CSU will nun rasch auch über Sozialthemen wie Rente und Pflege reden. Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt sah in einem Schwerpunkt Soziales eine Chance für Jamaika.

Der CDU-Politiker Spahn pochte auf eine Verankerung der Migrationsvorhaben der Union in einem schwarz-gelb-grünen Bündnis. "Unser Kompromiss muss der Kern der Migrationspolitik von Jamaika sein", sagte er der "Welt am Sonntag". "Aber FDP und Grüne können ihn ja noch mit guten Ideen ergänzen." CDU und CSU wollen etwa, dass der Familiennachzug für Flüchtlinge mit eingeschränktem Schutzstatus ausgesetzt bleibt. Die Grünen dagegen halten den Nachzug der Kernfamilie für wichtig für die Integration. Sie hatten klar gemacht, dass sie in dem Unionskompromiss erst den Beginn einer Debatte sehen.

DGB-Chef Reiner Hoffmann sagte dem "Tagesspiegel" (Sonntag): "Ich hoffe nicht, dass eine Koalition für Besserverdienende entsteht." Wenn man wirksame Antworten auf Rechtspopulisten geben wolle, sei "Sicherheit auf dem Arbeitsmarkt und in den Sozialsystemen oberstes Gebot".

Die Schwerpunkt-Themen Flucht, Migration und Integration sollen in einer kleinen Sondierungsrunde am Donnerstag beraten werden. Dann wird es auch um die Themen Klima, Umwelt, Energie, Bildung, Forschung und Digitales gehen. Die große Runde der mehr als 50 Unterhändler soll sich am 30. Oktober wieder treffen. CDU-Generalsekretär Peter Tauber kündigte auf Youtube an, die Union wolle bei den zwölf Themenblöcken "Anfang November ungefähr wissen, wo wir stehen, um dann in eine zweite Runde zu gehen".

FDP-Fraktionsvize Alexander Graf Lambsdorff machte in der "Passauer Neuen Presse" deutlich, dass die FDP keine Eile habe. Parteichef Lindner hatte der Deutschen Presse-Agentur nach Ende der ersten Sondierung gesagt: "Man musste zwischen den Zeilen lesen, um für die vertieften Debatten neue Ideen zu gewinnen. Aber immerhin ist nun der Klärungsprozess in Gang gekommen, der jetzt Tempo aufnehmen darf."/bk/rm/seb/DP/he

22.10.2017

ROUNDUP: Euroskeptiker und Milliardär Babis gewinnt Wahl in Tschechien

PRAG (dpa-AFX) - Der umstrittene Milliardär Andrej Babis hat die Parlamentswahl in Tschechien mit großem Vorsprung gewonnen. Der Populist kam mit seiner Protestbewegung ANO ("Ja") auf 29,6 Prozent der Stimmen, ein Zuwachs von knapp 11 Prozent gegenüber 2013. Präsident Milos Zeman kündigte am Sonntag an, Babis mit der Regierungsbildung zu beauftragen. "Er ist kein Populist, sondern ein Pragmatiker", sagte der 73-Jährige der Zeitung "Blesk".

Der 63 Jahre alte Ex-Finanzminister will "den Staat wie eine Firma lenken" - Babis wird in den Medien deshalb auch "der tschechische Donald Trump" genannt. Im Wahlkampf hatte sich der gebürtige Slowake als Euroskeptiker, scharfer Kritiker der Flüchtlingspolitik von Bundeskanzlerin Angela Merkel und Gegner einer tieferen EU-Integration profiliert.

Kommentatoren sprachen nach der Wahl von einem "politischen Erdbeben" und einem "Hurrikan". Die Sozialdemokraten (CSSD), die bisher den Regierungschef gestellt hatten, erlebten ein Debakel. Sie stürzten trotz einer boomenden Wirtschaft von 20,5 Prozent auf 7,3 Prozent ab.

Stark zulegen konnte dagegen auch die rechtsradikale SPD - das Kürzel steht im Tschechischen für Freiheit und direkte Demokratie. Sie kam auf 10,6 Prozent. "Wir wollen jegliche Islamisierung Tschechiens stoppen", sagte Parteichef Tomio Okamura. Die Wahlbeteiligung war mit 60,8 Prozent etwa gleich hoch wie 2013. Das geht aus dem am Samstag veröffentlichten vorläufigen Ergebnis der Statistikbehörde CSU hervor.

Aufgrund der Sitzverteilung braucht die ANO-Partei zwei Partner zum Regieren. Er habe alle Parteichefs per SMS zu informellen Gesprächen eingeladen, sagte Babis schon am Wahlabend vor jubelnden Anhängern in Prag. Als erste kamen die Kommunisten (7,8 Prozent) und der Bürgermeisterpartei STAN (5,2 Prozent) an die Reihe.

Populisten verschiedener Strömungen hatten zuletzt auch in anderen europäischen Ländern Zulauf bekommen. Vor einer Woche erhielt die rechtspopulistische FPÖ bei der Nationalratswahl in Österreich 25,97 Prozent der Stimmen. Im September schaffte die AfD erstmals den Einzug in den Bundestag. Bei der Präsidentenwahl in Frankreich kam Marine Le Pen von der rechtsextremen Front National bis in die Stichwahl, verlor aber gegen Emmanuel Macron.

Seinen Gegnern und den Medien warf der zweitreichste Tscheche am Wahlabend eine "Desinformationskampagne" vor. "Wir sind keine Gefahr für die Demokratie", sagte Babis im Sender CT. Seine Bewegung sei auch nicht "nach Osten orientiert".

Luxemburgs Außenminister Jean Asselborn kritisierte den Anti-Flüchtlingskurs des neuen starken Manns in Prag. "1968 waren wir in vielen EU-Ländern, auch in Luxemburg, stolz darauf, Flüchtlingen aus der damaligen Tschechoslowakei eine Chance für ein neues Leben zu geben", sagte der Sozialdemokrat dem "Tagesspiegel" (Montagsausgabe). Nach dem Einmarsch des Warschauer Pakts und der Niederschlagung der Demokratiebewegung Prager Frühling im August 1968 waren mehr als 80 000 CSSR-Bürger in den Westen geflohen.

Erstmals in der Geschichte der noch jungen Demokratie in Tschechien ermittelt die Polizei gegen einen Wahlsieger. Babis wird des EU-Subventionsbetrugs in Millionenhöhe verdächtigt. Viele Parteien lehnen daher eine Zusammenarbeit mit ihm persönlich ab.

Zweitstärkste Kraft wurden die konservativen Bürgerdemokraten (ODS) mit 11,3 Prozent (plus 3,6 Punkte). Ihr Vorsitzender Petr Fiala schloss ein Bündnis mit Babis aus. "Wir werden einen Kampf führen um Werte, einen Kampf um die außenpolitische Ausrichtung Tschechiens, einen Kampf um alles, was bisher als selbstverständlich galt", sagte der frühere Hochschulrektor.

Für eine Überraschung sorgte die Piratenpartei: Sie schaffte mit 10,8 Prozent der Stimmen erstmals den Einzug ins Abgeordnetenhaus. Der Parlaments-Newcomer war im Wahlkampf gegen die grassierende Korruption und für die Legalisierung von Drogen wie Haschisch und Marihuana eingetreten.

Wahlsieger Babis ist Gründer eines Firmenimperiums, das bedeutende Tageszeitungen und den meistgehörten Privatradiosender "Impuls" umfasst. Kritiker warnen daher vor einer nie da gewesenen Konzentration medialer, politischer und wirtschaftlicher Macht. Sie sehen Parallelen zum italienischen Ex-Premier Silvio Berlusconi.

In Europa dürfte zudem die Angst vor einem wachsenden Graben zwischen dem westlichen und östlichen Teil der EU größer werden. Babis bezeichnete den österreichischen Wahlsieger Sebastian Kurz bereits als einen weiteren "Verbündeten" der Visegrad-Gruppe im Kampf gegen die EU-Flüchtlingspolitik. Zu den Visegrad-Vier zählen neben Tschechien auch Polen, Ungarn und die Slowakei.

Der Politologe Jiri Pehe sieht in Babis indes keinen Nationalisten vom Schlag eines Jaroslaw Kaczynski in Polen oder eines Viktor Orban in Ungarn. Babis habe keine festen Überzeugungen oder Ideen, sondern wolle seinen eigenen Reichtum mehren, sagte Pehe der Deutschen Presse-Agentur. "Er ist ein typischer egozentrischer Oligarch mit einem leichten Sendungsbewusstsein - darin ähnelt er mehr Trump oder Berlusconi als den Herren aus der Visegrad-Gruppe."

Im Januar steht bereits die nächste große Wahl in Tschechien an: Dann entscheiden die rund 8,4 Millionen Wahlberechtigten über den künftigen Präsidenten. Umfragen sehen Amtsinhaber Milos Zeman derzeit als Favoriten./hei/DP/he

22.10.2017

ROUNDUP: Der reiche Norden Italiens stimmt über mehr Autonomie ab

ROM (dpa-AFX) - Im Schatten der Katalonien-Krise haben in Italien die Menschen in den wirtschaftstarken Regionen Lombardei und Venetien über mehr Autonomie von der Regierung in Rom abgestimmt. Zu den Referenden am Sonntag in zwei der reichsten Gegenden des Landes waren rund zehn Millionen Menschen aufgerufen. Sie sollten entscheiden, ob ihre Regionalregierungen mehr Kompetenzen bekommen - vor allem, um das hier erwirtschaftete Geld in der Region halten. Im Gegensatz zu der spanischen Region Katalonien geht es nicht um die Unabhängigkeit.

Die Referenden sind rechtlich nicht bindend. Sie sollen vielmehr den jeweiligen Regionalvertretern mehr Gewicht in Verhandlungen mit der Regierung in Rom geben. Im Lichte der Katalonien-Krise, in der sich die reiche spanische Region von der Zentralregierung in Madrid lossagen will, werden auch die Abstimmungen in Italien mit Spannung verfolgt.

Die Wahllokale sind bis 23 Uhr geöffnet, Ergebnisse werden in der Nacht zu Montag erwartet. Entscheidend wird die Wahlbeteiligung sein. Während in Venetien ein Hürde von 50 Prozent übersprungen werden muss, gilt in der Lombardei mit der Wirtschaftsmetropole Mailand kein solches Quorum. Der Präsident der Region, Roberto Maroni, hofft auf eine Wahlbeteiligung von mehr als 34 Prozent. "Ich hoffe, dass die Bürger in der Lombardei und in Venetien verstehen, dass dies eine historische und außerordentliche Gelegenheit ist", sagte Maroni.

Am Mittag lag die Wahlbeteiligung in der Lombardei bei knapp elf Prozent und in Venetien bei rund 21 Prozent.

Antreiber der Autonomiebestrebungen ist die Partei Lega Nord, die einst gegründet wurde, um den reichen Norden vom armen Süden Italiens abzuspalten. Die Partei stellt auch die beiden Regionalpräsidenten in Venetien und der Lombardei. Mittlerweile hat die Lega Nord eine fremdenfeindliche Ausrichtung und verfolgt das Ziel der Abspaltung nicht mehr offensiv.

Die Parteiführung hatte mehrmals darauf hingewiesen, dass die Volksbefragungen am Sonntag im verfassungsrechtlichen Rahmen ablaufen werde und die Unabhängigkeit von Italien kein Thema sei. "Wir haben seit jeher gesagt, dass wir diesen Weg zur Autonomie wollen, wir machen das auf demokratischem und legalem Weg, im Einklang mit der Verfassung", sagte der Präsident von Venetien, Luca Zaia. Auch Ex-Ministerpräsident Silvio Berlusconi von der konservativen Forza Italia hatte für das Referendum getrommelt.

"Diese beiden Referenden sind legitim, während es das in Katalonien nicht war. Und das katalanische Referendum war für eine Unabhängigkeit, während das in der Lombardei und in Venetien für mehr Autonomie ist", sagte EU-Parlamentspräsident Antonio Tajani der Zeitung "Il Messaggero".

Unter anderem wollen die Lombardei und Venetien mit Touristenhochburgen wie Verona und Venedig das Geld, das sie erwirtschaften, in der Region halten. Rom verschlingt in ihren Augen das ganze Geld. Die Lombardei spricht zum Beispiel von 54 Milliarden Euro, die sie an Steuern an Rom überweisen.

Kritiker monieren, dass die Referenden Geldverschwendung seien, weil sich rechtlich sowieso nicht bindend seien und nur als politisches Mittel eingesetzt würden./reu/DP/he

22.10.2017

ROUNDUP: Mindestens zwei Tote bei starkem Taifun über Japan

TOKIO (dpa-AFX) - Ein außergewöhnlich großer und starker Taifun hat in Japan mindestens zwei Menschen in den Tod gerissen und weite Gebiete des Inselreiches mit Sturmböen und peitschendem Regen überzogen. "Lan" verlor zwar im Verlaufe des Sonntags etwas an Kraft, drohte in der Nacht zu Montag (Ortszeit) von Süden kommend aber auf die Pazifikküste der Hauptinsel Honshu zu treffen, wo auch die Hauptstadt Tokio liegt. Die nationale Wetteragentur warnte die Bevölkerung vor Erdrutschen, angeschwollenen Flüssen und hohem Wellengang.

Wegen des Taifuns verzögert sich in mehreren Regionen die Auszählung der Stimmzettel für die Parlamentswahl vom Sonntag voraussichtlich bis zum folgenden Tag. Der Autobauer Toyota lässt die Bänder in allen seinen Montagewerken am Montagvormittag (Ortszeit) stehen. Mehr als 250 Flüge wurden gestrichen, wovon rund 26 000 Passagiere betroffen waren. Auch am Montag werden einige Flüge ausfallen, wovon auch eine Reise von Kronprinz Naruhito in die Provinz Kochi betroffen ist. Der Thronfolger habe seinen Flug zu einer Landwirtschaftsveranstaltung auf den Nachmittag verschoben, hieß es.

Einzelne Gemeinden rieten ihren Bürgern, sich in Notunterkünften in Sicherheit zu bringen. In der südwestlichen Stadt Fukuoka starb ein Fußgänger, als ein Baugerüst durch den starken Wind umgerissen wurde. In der westlichen Provinz Yamaguchi ertrank ein 70 Jahre alter Mann. Weil sein Boot einen Motorschaden hatte, war er laut Medien ins Wasser gesprungen, um das Seil eines anderen Schiffes zu ergreifen. Seine Leiche wurde später tot an einem Strand gefunden.

Der Taifun bewegte sich am Sonntagabend mit Windgeschwindigkeiten nahe dem Zentrum von noch bis zu 216 Kilometern in der Stunde mit einem Tempo von 40 Kilometern in der Stunde in nördliche Richtung voran. Der inzwischen 21. Taifun der Saison soll auf der Pazifikseite Japans Richtung Norden schnell durchziehen und nach Prognose der Wetteragentur am frühen Dienstag über dem Meer im Norden abklingen.

Der Bahnverkehr wurde ebenfalls behindert. Einige Expresszüge, unter anderem von und nach Tokio, fielen aus. Am Montag dürfte auch der morgendliche Berufsverkehr in der Hauptstadt beeinträchtigt werden./ln/DP/he

22.10.2017

ROUNDUP: Slowenien hat Staatspräsidenten gewählt - Amtierender Pahor Favorit

LJUBLJANA (dpa-AFX) - Das Euro- und Schengenland Slowenien hat am Sonntag turnusmäßig einen neuen Staatspräsidenten gewählt. Der seit fünf Jahren amtierende Borut Pahor (53) kann nach allen Umfragen mit einem überwältigenden Sieg rechnen. Es sei nur noch die Frage, ob er die absolute Mehrheit erzielt oder in drei Wochen in einer Stichwahl antreten muss, hieß es. Die Meinungsforscher sahen den Bürgermeister der Gemeinde Kamnik, Marjan Sarec (39), abgeschlagen auf dem zweiten Platz. Die übrigen sieben Kandidaten galten als chancenlos.

Die wichtigste Zeitung "Delo" ging in ihrer Umfrage von einem Stimmenanteil Pahors zwischen 51 und 58 Prozent aus. Die Beteiligung der 1,7 Millionen Stimmberechtigten war gering. Sie sei noch niedriger ausgefallen als beim letzten Mal, teilte die staatliche Wahlkommission am Sonntag in Ljubljana mit. Damals hatten knapp 48 Prozent der Bürger ihre Stimme abgegeben.

Pahor gilt im Land als politisch unangefochten. Allerdings kritisierten die Medien, dass der Wahlkampf wegen fehlender Inhalte "entpolitisiert und trivial" gewesen sei. Pahor war über 700 Kilometer durch das kleine Alpen-Adrialand gewandert, um den unmittelbaren Kontakt zu den Bürgern zu suchen./ey/DP/he

20.10.2017

AKTIE IM FOKUS 2: Software AG macht es SAP nach: Margenaussagen helfen ins Plus

(neu: Schlusskurs)

FRANKFURT (dpa-AFX) - Management-Aussagen zu starken Margen haben am Freitag die steile Talfahrt der Papiere der Software AG nicht nur gestoppt, sondern sogar zu satten Gewinnen geführt. Zudem verwies die Mehrheit der Analysten auf die allgemein hohe Schwankungsanfälligkeit der Quartalszahlen des zweitgrößten deutschen Softwarekonzerns nach SAP . Positiv wurde auch der beibehaltene Jahresausblick auf 2017 gewertet.

Die Anteile des Spezialisten für Firmensoftware, die zum Handelsstart nach einem schwachen Geschäftsausweis zum dritten Quartal um fast 6 Prozent abgesackt waren, drehten im Verlauf des Vormittags deutlich ins Plus. Im moderat schwächeren TecDax beendeten sie den Tag schließlich als Spitzenwert mit plus 3,50 Prozent auf 41,965 Euro. Bei zeitweise 43,25 Euro hatten sie sich zeitweise sogar wieder dicht an ihr Zwischenhoch vom Juni angenähert und in Sichtweite ihres 2011 erreichten Rekordhoch bei 44,50 Euro platziert.

"Die heftige Berg- und Talfahrt der Aktie erinnert an SAP am Donnerstag", merkte ein Händler an. Enttäuschungen über die Quartalszahlen des Walldorfer Konkurrenten hatten dessen Papiere am Vortag anfangs unter Druck gebracht. Im weiteren Verlauf jedoch war dann der Sprung ins Plus gelungen - angetrieben von positiven Aussagen zur künftigen Margenentwicklung und Marktanteilen durch den Vorstandschef Bill McDermott. Zur Margenentwicklung der Software AG äußerte sich an diesem Vormittag nun deren Finanzchef Arnd Zinnhardt positiv. So betonte er etwa die Margenstärke des zukunftsträchtigen Cloudgeschäfts sowie auch die des Wartungsgeschäfts der Software AG.

Die Analysten Andreas Wolf von Warburg Research und Thomas Becker von der Commerzbank verwiesen zudem darauf, dass ein Großteil des Zahlenwerks der Software AG zwar die Erwartungen verfehlt, das bereinigte operative Ergebnis (Ebit) aber zumindest ihren Schätzungen nahezu entsprochen habe. Becker sieht auch "keine größere Gefahr für die Ebit-Konsensschätzung 2017, zumal beim TecDax-Konzern Kostenflexibilität gegeben sei.

Positiv merkte der Commerzbank-Experte zudem noch an, dass der beginnende Wandel im Geschäftsmodell der Software AG vom klassisch-herkömmlichen Lizenzverkauf hin zu nutzerspezifischen Abo-Zahlmodellen im vierten Quartal und darüber hinaus Fahrt aufnehmen dürfte. Das werde sich zunehmend auf die Margen und die Entwicklung des Bargeldzuflusses (Cashflow) auswirken.

Für die wichtige Wachstumssparte mit Integrationssoftware, den Bereich Digital Business Platform (DBP), rechnet er allerdings für das Gesamtjahr "nach den mittelmäßigen neun Monaten, den mittlerweile schwerer erreichbaren Vergleichszahlen und dem im Wandel begriffenen Geschäftsmodell" nur mit dem Erreichen der unteren vom Unternehmen bekräftigten Prognosespanne für das währungsbereinigte Produktumsatzwachstum von 5 bis 10 Prozent. In dieser Sparte waren die Erlöse der Software AG im dritten Quartal rund zehn Prozent hinter den Schätzungen der Analysten zurückgeblieben.

Analysten stuften die vorgelegten Zahlen überwiegend als schwach ein. Viele Experten halten sich derzeit ohnehin mit allzu positiven Aussagen über die Software AG zurück - da das Unternehmen in den vergangenen Jahren immer wieder die Erwartungen enttäuscht hatte. So empfehlen sechs der insgesamt 18 von dpa-AFX erfassten Analysten das Papier zum Verkauf und weitere sechs halten sich Neutral. Das durchschnittliche Kursziel liegt etwas über 38 Euro auch unter dem aktuellen Kurs.

Damit sind die Analysten deutlich zurückhaltender als zum Beispiel bei SAP. Für Europas Branchenprimus gibt es derzeit 16 Kaufempfehlungen und nur ein Verkaufs-Votum. Das durchschnittliche Kursziel liegt mit knapp 100 Euro auch über dem zuletzt erreichten Rekordhoch. Damit könnte sich die Entwicklung der vergangenen Jahre fortsetzen, in denen die SAP-Aktie das Software-AG-Papier deutlich hinter sich gelassen hatte./ck/men/zb

20.10.2017

AKTIE IM FOKUS: Evotec brechen ein - Lakewood erhöht Leerverkaufsposition

FRANKFURT (dpa-AFX Broker) - Die Aktien von Evotec sind am Freitag steil auf Talfahrt gegangen. Händler verwiesen auf Berichte, wonach Lakewood Capital Management seine Leerverkaufspositionen in der Aktie des Biotechnologie-Unternehmens weiter ausbaut. Die Papiere büßten am Nachmittag 7,80 Prozent auf 18,970 Euro ein und fielen bei zeitweise 18,31 Euro auf den tiefsten Stand seit einem Monat.

Laut den Daten des Bundesanzeiger hat der US-Hedgefonds seine Leerverkaufsposition von 0,52 Prozent am 27. September dieses Jahres sukzessive auf 1,44 Prozent am 18. Oktober ausgeweitet.

Bei Leerverkäufen geben Verkäufer Aktien, die sie nur geliehen und noch nicht gekauft haben, zu einem bestimmten Kurs ab. Sie decken sich erst zu einem späteren Zeitpunkt dann wieder mit diesen Papieren ein und erwarten Kursverluste. Ihr Kalkül ist es, die Aktien später billiger kaufen zu können, als sie sie verkauft haben./ck/stb

20.10.2017

AKTIE IM FOKUS: Linde springen hoch nach Neuigkeiten zur Fusion mit Praxair

FRANKFURT (dpa-AFX Broker) - Die Aktien von Linde haben am Freitagnachmittag nach Neuigkeiten zum Fusionsvorhaben mit US-Konkurrent Praxair kräftig zugelegt. Zuletzt setzten sich die Papiere des Münchener Gasekonzerns mit plus 2,45 Prozent auf 177,60 Euro an die Dax -Spitze.

Kurz vor Fristende hätten die Linde-Aktionäre 50,81 Prozent der Aktien bei der neuen Holdinggesellschaft Linde Plc eingereicht, hatten die Fusionspartner zuvor mitgeteilt. Die Annahmefrist für das Umtauschangebot läuft bis kommenden Dienstag. Im Fall einer Annahmequote unter 75 Prozent könnte die Fusion noch platzen./ck/stb

20.10.2017

AKTIEN IM FOKUS: GE gehen nach Prognosesenkung vorbörslich in die Knie

NEW YORK (dpa-AFX Broker) - Aktien von General Electric sind am Freitag im vorbörslichen US-Handel deutlich mit 4,6 Prozent unter Druck geraten. Neben enttäuschenden Resultaten für das dritte Quartal wurde vor allem eine drastisch gesenkte Jahresprognose dafür verantwortlich gemacht.

Der Mischkonzern erwartet unter seinem neuen Chef John Flannery für 2017 nur noch ein bereinigtes Ergebnis je Aktie von 1,05 bis 1,10 US-Dollar. Bislang war das Unternehmen von 1,60 bis 1,70 Dollar je Aktie ausgegangen. Analysten hatten im Schnitt mit 1,54 Dollar gerechnet.

Die Aktien dürften sich damit wohl weiter auf Talfahrt begeben. Seit Jahresbeginn haben sie bislang schon ein Viertel an Wert verloren, womit sie mit großem Abstand das Schlusslicht unter den 30 Werten im Dow Jones Industrial sind. Der Leitindex hat seither um 17 Prozent zugelegt.

In Frankfurt rutschten die Anteilsscheine des Wettbewerbers Siemens nach den negativen Nachrichten aus den USA ins Minus und verloren zuletzt 0,34 Prozent./la/jha/

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20.10.2017

ANALYSE: Kepler Cheuvreux stampft Ziel für Nordex ein - Harter Wettbewerb

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der immer härter werdende Wettbewerb in der weltweiten Windkraft-Industrie mit entsprechend sinkenden Auftragseingängen bei Nordex stimmt das Analysehaus Kepler Cheuvreux zunehmend skeptisch. Analyst Douglas Lindahl kappte in einer Studie am Freitag seine Wachstums- und Margenschätzungen für das vergleichsweise kleine deutsche TecDax-Unternehmen und damit auch das Kursziel. Es liegt nun bei 6,70 Euro und damit um etwas mehr als 40 Prozent unter seinem bisherigen Ziel von 11,40 Euro.

Sein Anlageurteil beließ Lindahl auf "Reduce", womit der Experte auf Sicht der nächsten 12 Monate mit einem hohen Abwärtsrisiko für die Nordex-Aktie rechnet.

"Der jüngste Mangel an Aufträgen, die starke Abhängigkeit von Deutschland und der wachsende Wettbewerb in der Branche bereiten zunehmend Sorge", schrieb Lindahl. Er senkte daher seine Wachstumsschätzung für 2018 um 5 Prozent und die Prognose für die operative Marge (Ebitda) von 7,9 auf 5,9 Prozent. Auch seine langfristigen Margenerwartungen für Nordex senkte der Kepler-Analyst. Dabei verwies er auf den schnellen Wandel, der sich derzeit in der Windturbinen-Industrie vollzieht vor dem Hintergrund von in vielen Regionen sinkenden Stromgestehungskosten. Diese Kosten fallen durch die Umwandlung eines Energieträgers in elektrischen Strom an. Dieser Wandel heize den Wettbewerb an.

"Nordex verliert zurzeit an Menge, weshalb das Unternehmen seine Investitionen steigert, um diesen negativen Volumentrend zu stoppen", führte Lindahl aus. Zugleich aber favorisiere der Markt zunehmend große Turbinenhersteller, und auch der globale Übergang von festgesetzten Preisen hin zu Auktionen scheine - etwa aus Kostengründen - immer größere Windkraftanlagen-Projekte zu fördern. Auch das wiederum sei negativ für den Nordex-Konzern, der auf kleine und mittelgroße Windprojekte spezialisiert sei./ck/bek/ag

20.10.2017

ANALYSE-FLASH: S&P Global hebt Ziel für Daimler auf 70 Euro - 'Hold'

LONDON (dpa-AFX Broker) - Das Analysehaus S&P Global hat das Kursziel für Daimler nach Zahlen zum dritten Quartal von 67 auf 70 Euro angehoben und die Einstufung auf "Hold" belassen. Einer starken Umsatzentwicklung habe ein schwächerer Ergebnistrend gegenüber gestanden, schrieb Analyst Aaron Ho in einer Studie vom Freitag. Der Experte erhöhte dennoch seine Gewinnprognosen (EPS) für 2017 und 2018./edh/zb

Datum der Analyse: 20.10.2017

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20.10.2017

AKTIE IM FOKUS: Sixt auf Rekordhoch - Commerzbank: Flotte gut ausgelastet

FRANKFURT (dpa-AFX Broker) - Nach einem starken Gewinnanstieg des Autovermieters Sixt ist die im SDax notierte Stammaktie des Unternehmens mit einem Plus von knapp 7 Prozent auf 74,54 Euro auf ein Rekordhoch gestiegen. Zuletzt stieg der Kurs um 5 Prozent.

In den ersten neun Monaten zog der operative Gewinn an. Der Analyst Marc-Rene Tonn sprach von einem "außerordentlich starken dritten Quartal".

Hierzu hätten gut laufende Vermietungsgeschäfte auf dem deutschen Markt, vor allem aber auf den Auslandsmärkten beigetragen. Offenkundig seien die Fahrzeugflotten sehr gut ausgelastet gewesen. Tonn erhöhte das Kursziel von 69 auf 78 Euro und bestätigte seine Kaufempfehlung./bek/jha/

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20.10.2017

ANALYSE-FLASH: Morgan Stanley senkt Ziel für Kion auf 64 Euro - 'Equal-weight'

NEW YORK (dpa-AFX Broker) - Die US-Investmentbank Morgan Stanley hat das Kursziel für Kion nach reduzierten Jahreszielen von 70 auf 64 Euro gesenkt. Die Einstufung für die Papiere des Staplerherstellers ließ Analyst Ben Uglow in einer Studie vom Freitag aber auf "Equal-weight". Der Experte kürzte seine Gewinnprognose für 2018 um 9 Prozent. Vor allem der Geschäftsbereich Supply Chain Solutions (SCS) überzeugt ihn nicht./ag/edh

Datum der Analyse: 20.10.2017

20.10.2017

AKTIE IM FOKUS 2: Software AG macht es SAP nach: Margenaussagen helfen ins Plus

(aktuelle Kursentwicklung samt neuer Stimmen)

FRANKFURT (dpa-AFX Broker) - Management-Aussagen zu starken Margen haben am Freitag die steile Talfahrt der Papiere der Software AG nicht nur gestoppt, sondern sogar zu satten Gewinnen geführt. Zudem verwies die Mehrheit der Analysten auf die allgemein hohe Schwankungsanfälligkeit der Quartalszahlen des zweitgrößten deutschen Softwarekonzerns nach SAP . Positiv wurde auch der beibehaltene Jahresausblick auf 2017 gewertet.

Die Anteile des Spezialisten für Firmensoftware, die zum Handelsstart nach einem schwachen Geschäftsausweis zum dritten Quartal um fast 6 Prozent abgesackt waren, drehten im Verlauf des Vormittags deutlich ins Plus. Gegen Mittag legten sie im moderat freundlichen TecDax um 1,89 Prozent auf 41,310 Euro zu und nahmen damit die Index-Spitze ein. Bei zeitweise 43,25 Euro hatten sie sich zuvor sogar wieder dicht an ihr Zwischenhoch vom Juni angenähert und in Sichtweite ihres 2011 erreichten Rekordhoch bei 44,50 Euro platziert.

"Die heftige Berg- und Talfahrt der Aktie erinnert an SAP gestern", merkte ein Händler an. Enttäuschungen über die Quartalszahlen des Walldorfer Konkurrenten am Donnerstag hatten dessen Papiere anfangs unter Druck gebracht. Im weiteren Verlauf jedoch war dann der Sprung ins Plus gelungen - angetrieben von positiven Aussagen zur künftigen Margenentwicklung und Marktanteilen durch den Vorstandschef Bill McDermott. Zur Margenentwicklung der Software AG äußerte sich an diesem Vormittag nun deren Finanzchef Arnd Zinnhardt positiv. So betonte er etwa die Margenstärke des zukunftsträchtigen Cloudgeschäfts sowie auch die des Wartungsgeschäfts der Software AG.

Die Analysten Andreas Wolf von Warburg Research und Thomas Becker von der Commerzbank verwiesen zudem darauf, dass ein Großteil des Zahlenwerks der Software AG zwar die Erwartungen verfehlt, das bereinigte operative Ergebnis (Ebit) aber zumindest ihren Schätzungen nahezu entsprochen habe. Becker sieht auch "keine größere Gefahr für die Ebit-Konsensschätzung 2017, zumal beim TecDax-Konzern Kostenflexibilität gegeben sei.

Positiv merkte der Commerzbank-Experte zudem noch an, dass der beginnende Wandel im Geschäftsmodell der Software AG vom klassisch-herkömmlichen Lizenzverkauf hin zu nutzerspezifischen Abo-Zahlmodellen im vierten Quartal und darüber hinaus Fahrt aufnehmen dürfte. Das werde sich zunehmend auf die Margen und die Entwicklung des Bargeldzuflusses (Cashflow) auswirken.

Für die wichtige Wachstumssparte des Unternehmens mit Integrationssoftware, den Bereich Digital Business Platform (DBP), rechnet er allerdings für das Gesamtjahr 2017 "nach den mittelmäßigen neun Monaten, den mittlerweile schwerer erreichbaren Vergleichszahlen und dem im Wandel begriffenen Geschäftsmodell" nur mit dem Erreichen der unteren vom Unternehmen bekräftigten Prognosespanne für das währungsbereinigte Produktumsatzwachstum von 5 bis 10 Prozent. In dieser Sparte waren die Erlöse der Software AG im dritten Quartal rund zehn Prozent hinter den Schätzungen der Analysten zurückgeblieben./ck/men/ag

20.10.2017

ANALYSE-FLASH: UBS belässt Software AG auf 'Buy' - Ziel 42,50 Euro

ZÜRICH (dpa-AFX) - Die Schweizer Großbank UBS hat die Einstufung für Software AG nach Zahlen zum dritten Quartal auf "Buy" mit einem Kursziel von 42,50 Euro belassen. Die Sparte mit Integrationssoftware habe mit einem unerwartet schwachen Wachstum enttäuscht, schrieb Analyst Michael Briest in einer Studie vom Freitag. Insbesondere das Lizenzwachstum in diesem Geschäftsfeld sei hinter den Erwartungen zurückgeblieben./la/jha/

Datum der Analyse: 20.10.2017

dpa-AFX STIMMUNGSINDIKATOR

Der dpa-AFX-Stimmungsindikator misst das Verhältnis von Hoch- zu Abstufungen der Dax-Werte (Basis: 30-Tage-Durchschnitt). Ein Wert von 50 sagt aus, dass sich Hoch- und Abstufungen die Waage halten. Die Grafik zeigt den Indikator im Verhältnis zur DAX-Kurve.

End-of-Day-DAX-Kursdaten Quelle: vwd GmbH

dpa-AFX Analyser