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NEW YORK (dpa-AFX) - Die umfangreichen und hohen Importzölle der Regierung Trump haben Anleger am Donnerstag kalt erwischt und die Börsen auf eine steile Talfahrt geschickt. Der Leitindex Dow Jones Industrial büßte 3,98 Prozent auf 40.545,93 Punkte ein. Das war der größte prozentuale Tagesverlust seit mehr als drei Jahren. Das Börsenbarometer rutschte auf den niedrigsten Stand seit September vergangenen Jahres.

Noch größer waren die Verluste an der von großen Technologietiteln geprägten Nasdaq-Börse. Der Nasdaq 100 sackte um 5,4 Prozent auf 18.521,48 Punkte ab und fiel ebenfalls auf den tiefsten Stand seit September 2024. Etliche Chipaktien brachen prozentual zweistellig ein. Im Börsenjahr 2025 steht nunmehr ein Verlust von fast 12 Prozent für den Index zu Buche. Der marktbreite S&P 500 rutschte am Donnerstag um 4,84 Prozent auf 5.396,52 Zähler ab.

US-Präsident Donald Trump sagt mit einem gewaltigen Zollpaket Handelspartnern auf aller Welt den Kampf an. Seine Regierung führt neue pauschale Zölle in Höhe von zehn Prozent auf Importe aus allen Ländern ein. Für viele Staaten sollen je nach Handelsdefizit deutlich höhere Strafabgaben greifen. Auf Einfuhren aus Deutschland und anderen Staaten der Europäischen Union in die USA sind demnach neue Zölle in Höhe von 20 Prozent vorgesehen.

Anleger weltweit befürchten nun, dass die Weltwirtschaft schweren Schaden nehmen könnte - auch die in den USA selbst, da die Preise steigen dürften, weil viele Konsumgüter durch die Zölle teurer werden. "Damit kommt es zu einem schwierigen Spagat für die US-Notenbank", folgerte Thomas Gitzel von der VP Bank. Auf der einen Seite dürften die Inflationsraten durch die Zölle steigen, auf der anderen Seite drohe die US-Wirtschaft selbst unter der Zolllast merklich abzukühlen.

Den Anlagestrategen der schweizerischen Bank UBS zufolge könnte das reale Bruttoinlandsprodukt der USA in diesem Jahr um 1,5 bis 2 Prozentpunkte sinken, während zugleich die Inflation auf fast 5 Prozent steigen könnte, falls die Zölle nicht bald zurückgenommen werden. Es passte ins Bild, dass am Donnerstag eine Umfrage im wichtigen US-Dienstleistungssektor deutlich schwächer ausfiel als erwartet.

Die ohnehin schon große Verunsicherung dürfte nun noch zunehmen, da Trumps Politik die Finanzmärkte starken Schwankungen aussetzt. So geriet am Devisenmarkt der US-Dollar gegen alle wichtigen Währungen unter Druck. "Offenbar sehen Anleger vor allem Risiken für die USA", schrieben die Devisenexperten von Dekabank. Anleger flüchteten in als sicher geltende Anlagen wie Staatsanleihen. Zehnjährige US-Papiere erreichten am Donnerstag den höchsten Stand seit Oktober vergangenen Jahres.

Unter den "Glorreichen Sieben", den sieben größten und bedeutendsten Tech-Unternehmen, gab es nur Verlierer. Am stärksten ging es für Apple mit einem Minus von mehr als 9 Prozent abwärts. Die Aktien litten vor allem darunter, dass China ein wichtiger Produktionsstandort des iPhone- und Mac-Herstellers ist. Auf diese Komponenten dürften nun Zölle fällig werden.

Die Kurse von Chipherstellern brachen ein, die Papiere großer Produzenten wie Microchip Technology , Micron , Broadcom und NXP Semiconductors verloren prozentual zweistellig. Qualcomm und Analog Devices büßten jeweils mehr als 9 Prozent ein.

Aktien von Intel entzogen sich im späten Handel dem Abwärtssog im Chipsektor und stiegen um 2,1 Prozent. Auslöser der Gewinne war ein Branchenbericht über eine Kooperation von Intel mit dem taiwanesischen Chip-Riesen TSMC .

Auch andere Branchen mit globalen Lieferketten gerieten unter die Räder. Im Leitindex Dow traf es den Baufahrzeughersteller Caterpillar und den Flugzeugbauer Boeing überdurchschnittlich schwer.

Ebenfalls schwer betroffen waren Konsumgüterproduzenten und Bekleidungshersteller wie Nike mit minus 14,4 Prozent und Foot Locker mit minus 15,4 Prozent. Beide Aktien fielen auf mehrjährige Tiefstände./bek/he

--- Von Benjamin Krieger, dpa-AFX ---

NEW YORK (dpa-AFX) - Die umfangreichen und hohen Importzölle der Regierung Trump haben Anleger am Donnerstag kalt erwischt und die Börsen auf eine steile Talfahrt geschickt. Der Leitindex Dow Jones Industrial büßte 3,98 Prozent auf 40.545,93 Punkte ein. Das war der größte prozentuale Tagesverlust seit mehr als drei Jahren. Das Börsenbarometer rutschte auf den niedrigsten Stand seit September vergangenen Jahres.

Noch größer waren die Verluste an der von großen Technologietiteln geprägten Nasdaq-Börse. Der Nasdaq 100 sackte um 5,4 Prozent auf 18.521,48 Punkte ab und fiel ebenfalls auf den tiefsten Stand seit September 2024. Etliche Chipaktien brachen prozentual zweistellig ein. Im Börsenjahr 2025 steht nunmehr ein Verlust von fast 12 Prozent für den Index zu Buche. Der marktbreite S&P 500 rutschte am Donnerstag um 4,84 Prozent auf 5.396,52 Zähler ab./bek/he

NEW YORK (dpa-AFX) - Mit Aktienverkäufen in großem Stil haben Investoren am Donnerstag auf ebenso umfangreiche wie hohe Importzölle der Regierung Trump reagiert. Der Leitindex Dow Jones Industrial büßte 3,1 Prozent auf 40.923 Punkte ein. Zwischenzeitlich rutschte das Börsenbarometer auf den niedrigsten Kurs seit September vergangenen Jahres.

Noch größer waren die Verluste an der von großen Technologietiteln geprägten Nasdaq-Börse. Der Nasdaq 100 Index sackte um 4,6 Prozent auf 18.688 Punkte ab und fiel auf das niedrigste Niveau seit September 2024. Im Börsenjahr 2025 steht nunmehr ein Verlust von 11 Prozent zu Buche.

Der S&P 500 rutschte um 4 Prozent auf 5.446 Zähler ab. Auch dieser marktbreite Index fand sich auf dem tiefsten Stand seit September 2024 wieder.

US-Präsident Donald Trump sagt mit einem gewaltigen Zollpaket Handelspartnern auf aller Welt den Kampf an. Seine Regierung führt neue pauschale Zölle in Höhe von zehn Prozent auf Importe aus allen Ländern ein. Für viele Staaten sollen je nach Handelsdefizit deutlich höhere Strafabgaben greifen. Auf Einfuhren aus Deutschland und anderen Staaten der Europäischen Union in die USA sind demnach neue Zölle in Höhe von 20 Prozent vorgesehen.

Anleger weltweit befürchten nun, dass die Weltwirtschaft schweren Schaden nehmen könnte - und auch die in den USA selbst, da die Preise steigen dürften, weil viele Konsumgüter durch die Zölle teurer werden. "Damit kommt es zu einem schwierigen Spagat für die US-Notenbank", folgerte Thomas Gitzel von der VP Bank. Auf der einen Seite dürften die Inflationsraten durch die Zölle steigen, auf der anderen Seite drohe die US-Wirtschaft selbst unter der Zolllast merklich abzukühlen.

Den Anlagestrategen der Bank UBS zufolge könnte das reale Bruttoinlandsprodukt der USA in diesem Jahr um 1,5 bis 2 Prozentpunkte sinken, während zugleich die Inflation auf fast 5 Prozent steigen könnte, falls die Zölle nicht bald zurückgenommen werden. Es passte ins Bild, dass am Donnerstag eine Umfrage im wichtigen US-Dienstleistungssektor deutlich schwächer ausfiel als erwartet.

Die ohnehin schon große Verunsicherung dürfte nun noch zunehmen, da Trumps Politik die Finanzmärkte starken Schwankungen aussetzt. So geriet am Devisenmarkt der US-Dollar gegen alle wichtigen Währungen unter Druck. "Offenbar sehen Anleger vor allem Risiken für die USA", schrieben die Devisenexperten von Dekabank. Anleger flüchten in als sicher geltende Assets wie Staatsanleihen. Zehnjährige US-Papiere erreichten am Donnerstag den höchsten Stand seit Oktober vergangenen Jahres.

Unter den "Glorreichen Sieben", den sieben größten und bedeutendsten Tech-Unternehmen, gab es nur Verlierer. Am stärksten ging es für Apple mit einem Minus von fast 9 Prozent abwärts. Die Aktien litten vor allem darunter, dass China ein wichtiger Produktionsstandort des iPhone- und Mac-Herstellers ist. Auf diese Komponenten dürften nun Zölle fällig werden.

Alphabet verloren 3 Prozent, Amazon und Meta sackten um rund 7 Prozent ab. Tesla verloren 4,5 Prozent. Für die Papiere des Entwicklers von Grafikprozessoren und Chipsätzen für PC, Nvidia , ging es um 6,6 Prozent abwärts. Am besten hielten sich unter den "Glorreichen Sieben" Microsoft mit minus 1,5 Prozent.

Die Kurse von Chipherstellern brachen ein, die Papiere großer Produzenten wie Microchip Technology und Micron Technology verloren prozentual zweistellig. Bei NXP Semiconductors , Qualcomm , Analog Devices und Broadcom reichten die Einbußen bis zu 10 Prozent.

Aber auch anderen Branche mit globalen Lieferketten gerieten unter die Räder. Im Leitindex Dow traf es den Baufahrzeughersteller Caterpillar und den Flugzeugbauer Boeing überdurchschnittlich schwer.

Ebenfalls betroffen waren Konsumgüterproduzenten und Bekleidungshersteller wie Nike mit minus 12 Prozent und Foot Locker mit minus 17 Prozent. Die Reise- und Flugbranche und der Bausektor sind ebenfalls stark von Importzöllen betroffen./bek/he

PARIS/LONDON/ZÜRICH (dpa-AFX) - Europas wichtigste Aktienmärkte haben am Donnerstag mit herben Verlusten auf die Zollankündigung von US-Präsident Donald Trump reagiert. Der EuroStoxx 50 büßte 3,59 Prozent auf 5.113,28 Punkte ein und fiel auf den tiefsten Stand seit Mitte Januar. Es war der größte prozentuale Tagesverlust des Eurozonen-Börsenbarometers seit mehr als drei Jahren.

Außerhalb des Euroraums sah es ebenfalls trist aus. Der Schweizer SMI fiel um 2,45 Prozent auf 12.279,48 Punkte. Mit dem britischen FTSE 100 ging es um 1,55 Prozent auf 8.474,74 Punkte weniger stark nach unten./bek/he

FRANKFURT (dpa-AFX) - Das angekündigte Zollpaket von US-Präsident Donald Trump hat am Donnerstag den Anlegern am deutschen Aktienmarkt gründlich die Laune verdorben. Gesucht waren - wie so oft in unsicheren Zeiten - vermeintlich sichere Anlage-Häfen wie Staatsanleihen und Gold.

Der Dax fiel auf den tiefsten Stand seit Anfang Februar und schloss mit einem Minus von 3,01 Prozent bei 21.717,39 Punkten. Der MDax der mittelgroßen Unternehmen verlor letztlich 2,25 Prozent auf 26.874,62 Zähler.

Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es am Ende um 3,6 Prozent auf 5.113 Punkte abwärts. Außerhalb der Eurozone büßten der Zürcher SMI 2,5 Prozent und der Londoner FTSE 100 1,6 Prozent ein. In den USA sackte der Dow Jones Industrial zuletzt um 3,3 Prozent ab. Der technologielastige Nasdaq 100 verlor 4,4 Prozent.

Die Vereinigten Staaten belegen ab Samstag Einfuhren aus allen Ländern pauschal mit Zöllen von zehn Prozent. Zudem kündigte die US-Regierung einen komplexen Mechanismus wechselseitiger Zölle an, der für viele Länder höhere Abgaben vorsieht. Für die Europäische Union heißt das, dass Exporte ihrer Mitgliedsländer in die Vereinigten Staaten ab kommender Woche mit einem Zoll von 20 Prozent belegt werden.

Die von Trump verhängten Zölle seien schädlich und riskant, die USA verließen damit die multilaterale Handelsordnung, sagte Jan Viebig, Chef-Anlagestratege bei der Investmentbank Oddo BHF. Trump gehe das Risiko eines Handelskriegs mit den wichtigsten Handelspartnern der USA ein und beschwöre aufgrund der Höhe der beschlossenen Zölle Risiken für die Weltwirtschaft herauf.

Unter Druck gerieten am Donnerstag die meisten Branchen. Schwer traf es Bankenwerte aufgrund gesunkener Marktzinsen. Deutsche Bank verloren knapp 7 Prozent. Rohstoff-, Industrie-, Auto- und Techwerte sackten ebenfalls ab. Pharma-Aktien legten indes teilweise zu, weil Zölle für diese Branche vorübergehend nicht gelten sollen.

Die Aktien von Sportartikelherstellern wie Adidas und Puma brachen prozentual zweistellig ein, weil für sie der südostasiatische Raum ein wichtiger Produktionsstandort ist und Trump Länder aus dieser Region mit besonders hohen Zöllen überzieht.

Die Puma-Papiere konnten sich von ihrem zeitweise fast 14-prozentigen Verlust nach einem angekündigten Führungswechsel im späten Handel leicht erholen und schlossen mit einem Minus von gut 11 Prozent. Der Vorstandschef des Sportartikelherstellers, Arne Freundt, tritt "wegen unterschiedlicher Auffassungen über die Umsetzung der Strategie" zum 11. April zurück. Sein Nachfolger wird ab 1. Juli der ehemalige Adidas-Vorstand Arthur Hoeld.

Siemens übernimmt den Anbieter von Forschungs- und Entwicklungssoftware im Bereich Life Sciences, Dotmatics für 5,1 Milliarden US-Dollar. Die Übernahme sei sinnvoll, aber nicht billig, hieß es dazu von Analysten der kanadischen Bank RBC. Die Siemens-Aktien fielen um mehr als 8 Prozent. Laut Finanzchef Ralf Thomas wird die Finanzierung der Übernahme "in erster Linie durch den Verkauf von Anteilen an börsennotierten Unternehmen, einschließlich Siemens Healthineers , erfolgen". Dessen Papiere büßten 7,2 Prozent ein, jene von Siemens Energy 5,6 Prozent.

Immobilienwerte zählten bei fallenden Marktzinsen zu den Gewinnern. Vonovia gewannen als Dax-Spitzenreiter 7,4 Prozent. Im MDax lagen TAG , Deutsche Wohnen , Aroundtown und LEG auf den vorderen Plätzen mit Aufschlägen zwischen 3,8 und 6,9 Prozent. Die Titel des Immobilienfinanzierers Hypoport führten den Nebenwerteindex SDax mit plus 7,3 Prozent an./edh/he

FRANKFURT (dpa-AFX) - Das angekündigte Zollpaket von US-Präsident Donald Trump hat am Donnerstag den Anlegern am deutschen Aktienmarkt gründlich die Laune verdorben. Gesucht waren - wie so oft in unsicheren Zeiten - vermeintlich sichere Anlage-Häfen wie Staatsanleihen und Gold.

Der Dax fiel auf den tiefsten Stand seit Anfang Februar und schloss mit einem Minus von 3,01 Prozent bei 21.717,39 Punkten. Der MDax der mittelgroßen Unternehmen verlor letztlich 2,25 Prozent auf 26.874,62 Zähler.

Die Vereinigten Staaten belegen ab Samstag Einfuhren aus allen Ländern pauschal mit Zöllen von zehn Prozent. Zudem kündigte die US-Regierung einen komplexen Mechanismus wechselseitiger Zölle an, der für viele Länder höhere Abgaben vorsieht. Für die Europäische Union heißt das, dass Exporte ihrer Mitgliedsländer in die Vereinigten Staaten ab kommender Woche mit einem Zoll von 20 Prozent belegt werden.

Die von Trump verhängten Zölle seien schädlich und riskant, die USA verließen damit die multilaterale Handelsordnung, sagte Jan Viebig, Chef-Anlagestratege bei der Investmentbank Oddo BHF. Trump gehe das Risiko eines Handelskriegs mit den wichtigsten Handelspartnern der USA ein und beschwöre aufgrund der Höhe der beschlossenen Zölle Risiken für die Weltwirtschaft herauf./edh/he

NEW YORK (dpa-AFX) - Mit Aktienverkäufen in großem Stil haben Investoren am Donnerstag auf ebenso umfangreiche wie hohe Importzölle der Regierung Trump reagiert. Der Leitindex Dow Jones Industrial büßte zum Handelsauftakt 2,7 Prozent auf 41.098 Punkte ein. Er vermied jedoch zunächst einen Rückfall unter das jüngste Tief von Mitte März bei 40.661 Zählern. Es wäre das größte prozentuale Tagesminus des Dow seit September 2022.

Noch größer waren die Verluste an der von großen Technologietiteln geprägten Nasdaq-Börse. Der Nasdaq 100 Index sackte um 4 Prozent auf 18.810 Punkte ab und fiel auf das niedrigste Niveau seit September vergangenen Jahres. Im Börsenjahr 2025 steht nunmehr ein Verlust von mehr als 10 Prozent zu Buche.

Der S&P 500 rutschte um 3,4 Prozent auf 5.482 Zähler ab. Auch dieser marktbreite Index fand sich auf dem tiefsten Stand seit September 2024 wieder.

US-Präsident Donald Trump sagt mit einem gewaltigen Zollpaket Handelspartnern auf aller Welt den Kampf an. Seine Regierung führt neue pauschale Zölle in Höhe von zehn Prozent auf Importe aus allen Ländern ein. Für viele Staaten sollen je nach Handelsdefizit deutlich höhere Strafabgaben greifen. Auf Einfuhren aus Deutschland und anderen Staaten der Europäischen Union in die USA sind demnach neue Zölle in Höhe von 20 Prozent vorgesehen.

Anleger weltweit befürchten nun, dass die Weltwirtschaft schweren Schaden nehmen könnte - und auch die in den USA selbst, da die Preise steigen dürften, weil viele Konsumgüter durch die Zölle teurer werden. "Damit kommt es zu einem schwierigen Spagat für die US-Notenbank", folgerte Thomas Gitzel von der VP Bank. Auf der einen Seite dürften die Inflationsraten durch die Zölle steigen, auf der anderen Seite drohe die US-Wirtschaft selbst unter der Zolllast merklich abzukühlen.

Den Anlagestrategen der Bank UBS zufolge könnte das reale Bruttoinlandsprodukt der USA in diesem Jahr um 1,5 bis 2 Prozentpunkte sinken, während zugleich die Inflation auf fast 5 Prozent steigen könnte, falls die Zölle nicht bald zurückgenommen werden.

Die ohnehin schon große Verunsicherung dürfte nun noch zunehmen, da Trumps Politik die Finanzmärkte starken Schwankungen aussetzt. So geriet am Devisenmarkt der US-Dollar gegen alle wichtigen Währungen unter Druck. "Offenbar sehen Anleger vor allem Risiken für die USA", schrieben die Devisenexperten von Dekabank. Anleger flüchten in als sicher geltende Assets wie Staatsanleihen. Zehnjährige US-Papiere erreichten am Donnerstag den höchsten Stand seit Oktober vergangenen Jahres.

Unter den "Glorreichen Sieben", den sieben größten und bedeutendsten Tech-Unternehmen, gab es nur Verlierer. Am stärksten ging es für Apple mit einem Minus von fast 10 Prozent abwärts. Die Aktien litten vor allem darunter, dass China ein wichtiger Produktionsstandort des iPhone- und Mac-Herstellers ist.

Alphabet verloren 3,6 Prozent, Amazon und Meta sackten um 7,8 Prozent ab, Microsoft um 3,1 Prozent und Tesla um 4,2 Prozent. Für die Papiere des Entwicklers von Grafikprozessoren und Chipsätzen für PC, Nvidia , ging es um 5,6 Prozent abwärts.

Allgemein verloren Chiphersteller wie Qualcomm und Broadcom deutlich. Aber auch alle anderen Branchen mit globalen Lieferketten gaben kräftig nach: so etwa Caterpillar , GE Aerospace und Boeing .

Ebenfalls betroffen waren Konsumgüterproduzenten und Bekleidungshersteller wie Nike mit minus 11 Prozent und Foot Locker mit minus 12 Prozent. Die Reise- und Flugbranche und der Bausektor sind ebenfalls stark von Importzöllen betroffen./bek/he

NEW YORK (dpa-AFX) - Mit Aktienverkäufen in großem Stil haben Investoren am Donnerstag auf ebenso umfangreiche wie hohe Importzölle der Regierung Trump reagiert. Der Leitindex Dow Jones Industrial büßte zum Handelsauftakt 2,7 Prozent auf 41.098 Punkte ein. Er vermied jedoch zunächst einen Rückfall unter das jüngste Tief von Mitte März bei 40.661 Zählern. Es wäre der größte prozentuale Tagesverlust des Dow seit September 2022.

Noch größer waren die Verluste an der von großen Technologietiteln geprägten Nasdaq-Börse. Der Nasdaq 100 Index sackte um 3,9 Prozent auf 18.828 Punkte ab und fiel auf das niedrigste Niveau seit September vergangenen Jahres. Im Börsenjahr 2025 steht nunmehr ein Verlust von mehr als 10 Prozent zu Buche.

Der S&P 500 rutschte um 3,2 Prozent auf 5.487 Zähler ab. Auch dieser marktbreite Index fand sich auf dem tiefsten Stand seit September 2024 wieder./bek/he

FRANKFURT (dpa-AFX) - Das angekündigte Zollpaket von US-Präsident Donald Trump hat am Donnerstag die Aktienbörsen stark belastet. Hierzulande rutschte der Dax auf den tiefsten Stand seit Anfang Februar, am Nachmittag verlor der deutsche Leitindex 1,90 Prozent auf 21.966 Punkte.

Der MDax der mittelgroßen Unternehmen sank um 1,77 Prozent auf 27.007 Punkte. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es um 2,6 Prozent abwärts. Gesucht waren wie so oft in unsicheren Zeiten vermeintlich sichere Anlage-Häfen wie Staatsanleihen und Gold.

Die von Trump verhängten Zölle seien schädlich und riskant, die USA verließen damit die multilaterale Handelsordnung, sagte Jan Viebig, Chef-Anlagestratege bei der Investmentbank Oddo BHF. Trump gehe das Risiko eines Handelskriegs mit den wichtigsten Handelspartnern der USA ein und beschwöre aufgrund der Höhe der beschlossenen Zölle Risiken für die Weltwirtschaft herauf.

Die Vereinigten Staaten belegen ab Samstag Einfuhren aus allen Ländern pauschal mit Zöllen von zehn Prozent. Zudem kündigte die US-Regierung einen komplexen Mechanismus wechselseitiger Zölle an, der für viele Länder höhere Abgaben vorsieht. Für die Europäische Union heißt das, dass Exporte ihrer Mitgliedsländer in die Vereinigten Staaten ab kommender Woche mit einem Zoll von 20 Prozent belegt werden.

Unter Druck gerieten am Donnerstag so ziemlich alle Branchen. Schwer traf es Banken aufgrund gesunkener Marktzinsen. Deutsche Bank verloren etwa 5,5 Prozent. Rohstoff-, Industrie-, Auto- und Techwerte sackten ebenfalls ab. Pharma-Aktien legten indes teilweise zu, weil Zölle für diese Branche vorübergehend nicht gelten sollen.

Die Aktien von Sportartikelherstellern wie Adidas und Puma brachen prozentual teils zweistellig ein, weil für sie der südostasiatische Raum ein wichtiger Produktionsstandort ist und Trump Länder aus dieser Region mit besonders hohen Zöllen überzieht.

Siemens übernimmt den Anbieter von Forschungs- und Entwicklungssoftware im Bereich Life Sciences, Dotmatics. Der Kaufpreis liege bei 5,1 Milliarden US-Dollar. Die Übernahme sei sinnvoll, aber nicht billig, hieß es dazu von den Analysten der kanadischen Bank RBC. Die Siemens-Aktien fielen um 6,6 Prozent. Laut Siemens-Finanzchef Ralf Thomas wird die Finanzierung der Übernahme "in erster Linie durch den Verkauf von Anteilen an börsennotierten Unternehmen, einschließlich Siemens Healthineers , erfolgen". Die Healthineers-Papiere büßten wie jene von Siemens Energy 4,3 Prozent ein.

Immobilienwerte zählten bei fallenden Marktzinsen zu den Gewinnern. Vonovia verteuerten sich im Dax um 5,8 Prozent. Im MDax lagen TAG , Deutsche Wohnen , Aroundtown und LEG auf den vorderen Plätzen mit Aufschlägen von bis zu gut 5 Prozent. Die Titel des Immobilienfinanzierers Hypoport führten den Nebenwerteindex SDax mit plus 7,6 Prozent an./ajx/mis

NEW YORK (dpa-AFX) - Angesichts des vom US-Präsidenten ausgelösten Handelskriegs werden die US-Börsen am Donnerstag wohl auf Talfahrt gehen. "Die geplanten Maßnahmen übertreffen die schlimmsten Befürchtungen", kommentierte Chef-Volkswirt Thomas Gitzel von der Liechtensteiner VP Bank die Beschlüsse von Donald Trump. Da sowohl die Europäische Union als auch China bereits Gegenmaßnahmen angekündigt hätten, sei der globale Handelskrieg nun "in vollem Gange".

Anleger weltweit befürchten, dass die Weltwirtschaft schweren Schaden nehmen könnte - und auch die USA selbst, da Inflationsraten steigen dürften, weil viele Konsumgüter durch die Zölle teurer werden. "Damit kommt es zu einem schwierigen Spagat für die US-Notenbank", erklärt Gitzel. Auf der einen Seite dürften die Inflationsraten durch die Zölle steigen, auf der anderen Seite drohe die US-Wirtschaft selbst unter der Zolllast merklich abzukühlen. Zudem herrscht große Verunsicherung, da Trumps Politik die Märkte volatiler macht, also häufige und oft auch heftige Schwankungen am Aktien-, aber auch am Anleihe-, Rohstoff- und Devisenmarkt auslöst.

Die aktuellen Wirtschaftsdaten dürften vor diesem Hintergrund wenig Beachtung finden, zumal der monatliche Arbeitsmarktbericht als einer der konjunkturellen Höhepunkte der Woche erst am Freitag veröffentlicht wird.

Rund eine Stunde vor Handelsbeginn taxiert der Broker IG den Leitindex Dow Jones Industrial 2,8 Prozent tiefer auf 41.026 Punkte. Der überwiegend mit Technologiewerten bestückte Nasdaq 100 dürfte 3,9 Prozent tiefer mit 18.815 Punkten starten.

Der marktbreite und viel beachtete S&P 500 dürfte wohl erneut seine Jahrestiefstände 2025 bei um die 5.500 Punkte testen. Ein Durchbrechen dieses Niveaus, so warnen technische Analysten, würde wohl den Boden für weitere Kursverluste eben.

Den UBS-Analysten des Global-Strategy-Teams um Bhanu Baweja zufolge könnte das reale Bruttoinlandsprodukt der USA in diesem Jahr um 1,5 bis 2 Prozentpunkte sinken, während die Inflation auf fast 5 Prozent steigen könnte, falls die Zölle nicht bald zurückgenommen werden.

Unter den "Glorreichen Sieben", den sieben größten und bedeutendsten Tech-Unternehmen, gab es vorbörslich nur Verlierer. Am stärksten ging es für Apple abwärts mit minus 7,5 Prozent. Die Aktien litten vor allem darunter, dass China ein wichtiger Produktionsstandort des iPhone- und Mac-Herstellers ist.

Alphabet verloren 3,0 Prozent, Amazon sackten um 6,3 Prozent ab, Meta um 4,6 Prozent, Microsoft um knapp 3 Prozent und Tesla um knapp 6 Prozent. Für die Papiere des Entwicklers von Grafikprozessoren und Chipsätzen für PC, Nvidia , ging es vor dem Börsenstart um 5,5 Prozent abwärts.

Allgemein verloren Chiphersteller wie auch Intel , Qualcomm oder Broadcom vorbörslich deutlich. Aber auch alle anderen Branchen mit globalen Lieferketten gaben kräftig nach: so etwa Caterpillar , GE Aerospace und Boeing .

Ebenfalls betroffen sind Konsumgüterhersteller, Bekleidungshersteller wie Nike mit minus 9,7 Prozent, Lululemon mit minus 12,5 Prozent oder Foot Locker mit minus 6,2 Prozent. Die Reise- und Flugbranche und der Bausektor sind ebenfalls stark betroffen.

RH sackten vor dem Handelsstart sogar um knapp 28 Prozent ab, denn der Premium-Möbelhändler enttäuschte zur Vorlage seiner Quartalszahlen nicht nur mit seinen unter den Marktschätzungen liegenden Jahreszielen. Auch die Risiken durch Zölle sind einzukalkulieren./ck/mis

NUUK (dpa-AFX) - Mit einer direkten Botschaft an die USA hat Dänemarks Ministerpräsidentin Mette Frederiksen Besitzansprüche von US-Präsident Donald Trump auf Grönland zurückgewiesen. "Nationale Grenzen, Souveränität der Staaten, die Integrität von Territorien: Das ist im Völkerrecht verwurzelt. Das sind grundlegende Prinzipien", sagte sie in der grönländischen Hauptstadt Nuuk. "Sie wurden nach dem Zweiten Weltkrieg geschaffen, damit kleine Länder keine Angst vor großen Ländern haben müssen."

Frederiksen betonte, es gehe nicht nur um Grönland oder Dänemark, sondern um eine über Generationen aufgebaute gemeinsame Weltordnung über den Atlantik hinweg. Auf dem Inspektionsschiff "Vædderen" fügte sie hinzu: "Man kann keine anderen Länder annektieren. Auch nicht mit einem Argument internationaler Sicherheit." Die Botschaft wiederholte sie anschließend auf Englisch.

Bislang klarste Ansage an Trump

Trump hat in den vergangenen Monaten immer wieder erklärt, die Kontrolle über Grönland übernehmen zu wollen. Grönland ist weitgehend autonom, gehört aber offiziell zum Königreich Dänemark. Trump begründete seine Forderungen entweder mit der nationalen oder der internationalen Sicherheit. Dänemark warf er mehrmals vor, nicht genügend für die Sicherheit Grönlands und in der Arktis zu tun.

Frederiksen ist noch bis Freitag auf der größten Insel der Welt zu Besuch. Sie hat in den vergangenen Wochen immer wieder das Recht der Grönländer auf Selbstbestimmung betont und Trumps Ansprüche höflich, aber möglichst deutlich zurückgewiesen. Mit ihren aktuellen Aussagen positionierte sie sich jedoch deutlicher als zuvor gegen den US-Präsidenten./trs/DP/he

LONDON (dpa-AFX) - Russland hat einer britischen Denkfabrik zufolge seine Rüstungsproduktion im Zuge des Ukraine-Kriegs deutlich erfolgreicher hochgefahren als Europa. Das geht aus einem Bericht des Londoner Royal United Services Institute (Rusi) hervor. Das sei nicht nur für die Ukraine ein großes Problem, warnen die Autoren.

"Russlands anhaltender Vorsprung in der Rüstungsproduktion stellt eine strategische Bedrohung für die Nato und die Glaubwürdigkeit ihrer konventionellen Abschreckung dar", hieß es in dem Bericht.

Keine zusätzlichen Kapazitäten entstanden

Als Gründe für die Rückstände führen die Autoren einen Mangel an Abstimmung, zu wenig Fokus auf Massenproduktion statt auf hoch entwickelte Waffensysteme, bürokratische Hürden sowie keinen ausreichenden Zugang zu Testinfrastruktur.

Europa habe es weder geschafft, in drei Jahren die Produktion von grundlegender Munition hochzufahren, noch seine Bestände an Präzisionswaffen aufzufüllen. Großbritannien sei es beispielsweise nicht gelungen, tragbare Waffen, die 2022 an die Ukraine abgegeben wurden, zu ersetzen.

Die Produktion von Artilleriemunition wurde etwa dadurch behindert, dass Regierungen nicht bereit waren, sich zu langfristigen Investitionen zu verpflichten. Dadurch seien keine zusätzlichen Kapazitäten entstanden. Auch Regelungen zur Haltbarkeit von Munition standen dem Bericht zufolge dem Aufbau größerer Bestände im Wege.

Russland legt Fokus auf einfache Waffen

Auch die Ukraine stößt trotz Fortschritten etwa bei Drohnenprojekten an industrielle Grenzen. Ohne verlässliche westliche Nachschubkapazitäten sei ihre Verteidigungsfähigkeit langfristig gefährdet, hieß es weiter.

Moskau habe hingegen trotz seiner weitaus geringeren wirtschaftlichen Fähigkeiten im Vergleich zu den Nato-Staaten diese zwischen 2022 und 2024 bei der Produktion von Rüstungsgütern übertroffen. Dabei werde der Fokus auf verhältnismäßig einfache Waffen gelegt.

"Ohne dringende Reformen wird Europas fragmentierte Rüstungsindustrie die Nato-Mitglieder weiterhin anfällig für Störungen in den Lieferketten und Verzögerungen bei der Produktion machen", warnten die Autoren./cmy/DP/he

NEW YORK (dpa-AFX) - Beim Ringen um eine mögliche Übernahme des Verpackungsherstellers Gerresheimer schrumpft Kreisen zufolge die Zahl möglicher Bieter immer weiter. Die Beteiligungsgesellschaft KKR habe das mit dem Branchenkollegen Warburg Pincus gebildete Konsortium verlassen, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg am Donnerstag unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Mitte März hatte die Agentur berichtet, dass andere Interessenten aus dem Rennen um den Anbieter von Pharma- und Kosmetikverpackungen ausgestiegen seien.

Damit wäre nur noch Warburg Pincus als Übernahmeinteressent übrig. Dieser arbeite weiter an dem möglichen Geschäft, berichtete Bloomberg am Donnerstag weiter. Die Überlegungen hielten an und es gebe keine Sicherheit, dass es zu einer Transaktion komme. KKR und Warburg Pincus hätten sich zu der Angelegenheit nicht äußern wollen, Gerresheimer sei zunächst nicht zu erreichen gewesen.

Spekulationen über Interesse von Finanzinvestoren hatte es in der Vergangenheit immer mal wieder gegeben. So wird eine Aufspaltung des Konzerns mit seinen durchaus unterschiedlichen Geschäftsbereichen als Möglichkeit gesehen, Werte zu steigern. Das Unternehmen produziert Glasprodukte wie Tiegel und Fläschchen für die Kosmetikindustrie, aber auch komplexe Spezialglas- und Kunststoffverpackungen sowie Systeme für die Verabreichung von Medikamenten.

Für Fantasie sorgt zudem die Neuaufstellung des Behälterglasgeschäfts im Zuge der gegen Ende 2024 abgeschlossenen Übernahme der italienischen Bormioli Pharma Gruppe. Hier läuft die Integration in den Gerresheimer-Konzern, der zudem die strategischen Optionen für den Geschäftsbereich prüft.

Anleger nahmen die Neuigkeiten gelassen auf. Nach einem kurzen Kursrückgang lag dieser zuletzt fast wieder auf dem Niveau vor der Veröffentlichung der Kreisemeldung./he/bek

NEW YORK (dpa-AFX) - Der Euro hat am Donnerstag im späten US-Devisenhandel einen Teil der Gewinne wieder abgegeben. Zuletzt notierte die Gemeinschaftswährung bei 1,1040 US-Dollar. Im europäischen Währungsgeschäft war der Euro in der Spitze bis auf 1,1145 Dollar geklettert. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs am Nachmittag auf 1,1097 (Mittwoch: 1,0803) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,9114 (0,9256) Euro.

Der Euro reagierte mit einem Höhenflug auf das gewaltige Zollpaket der US-Regierung. Der Dollar geriet zu allen wichtigen Währungen massiv unter Druck. Neben dem Euro legten der Schweizer Franken und der japanische Yen besonders deutlich zu./bek/he

SUMY (dpa-AFX) - Trotz des weitgehenden Rückzugs ukrainischer Truppen aus der russischen Region Kursk sieht Präsident Wolodymyr Selenskyj den Vorstoß auf Feindgebiet als Erfolg. "Es ist absolut fair, den Krieg dorthin zu verlagern, wo er herkommt", sagte Selenskyj in einer Videobotschaft.

Er zeichnete das Video nach eigenen Angaben in der ukrainischen Grenzregion Sumy auf, von der aus die Ukrainer im August 2024 auf russisches Gebiet vorgedrungen waren. Mit den Kommandeuren der noch in Kursk kämpfenden Einheiten habe er besprochen, welche Ausrüstung und Unterstützung sie benötigten. "Wir arbeiten daran, unsere Stellungen zu schützen", sagte Selenskyj.

Nur noch wenige Quadratkilometer in ukrainischer Hand

Im vergangenen Sommer hatten die ukrainischen Truppen rasch etwa 1300 Quadratkilometer russisches Territorium unter Kontrolle gebracht. Davon sind Karten ukrainischer Militärbeobachter zufolge nur kleine Reste direkt an der Grenze geblieben. Im März eroberte Russland die Kreisstadt Sudscha zurück.

Der schnelle Vorstoß hatte 2024 die Stimmung in der Ukraine gehoben. Doch die Kiewer Hoffnung erfüllte sich nicht, in Friedensverhandlungen besetztes Gebiet eintauschen zu können. Unabhängigen ukrainischen Militärexperten zufolge erlitten beide Seiten ähnlich hohe Verluste, was für die Ukrainer schwerer wiegt als für die Russen. Die eingesetzten Truppen fehlten der Ukraine 2024 zur Abwehr der russischen Offensive im Osten bei Pokrowsk./fko/DP/he

BERLIN (dpa-AFX) - Eine deutliche Mehrheit der Bürger spricht sich laut ARD-Deutschlandtrend für eine gesonderte Besteuerung hoher Vermögen aus, auch unter Unionsanhängern. Eine Vermögensteuer ist eine der Forderungen, mit denen die SPD in die Koalitionsverhandlungen mit der Union gegangen ist.

In der repräsentativen Erhebung des Instituts Infratest dimap unter 1.334 Wahlberechtigten votierten mehr als zwei Drittel (69 Prozent) für die Einführung einer solchen Steuer. Unter Unionsanhängern waren es zwei Drittel (66 Prozent), unter SPD-Anhängern weitaus mehr (87 Prozent).

Die Unionsforderung nach endgültiger Abschaffung des Solidaritätszuschlags für alle - auch für Unternehmen, Kapitalanleger und Vielverdiener - halten demnach insgesamt 39 Prozent für den richtigen Weg, 52 Prozent aber für falsch. Unter den Unionsanhängern fänden 43 Prozent die vollständige Abschaffung richtig, unter SPD-Anhängern 30 Prozent./and/DP/he

LONDON (dpa-AFX) - Wegen einer gescheiterten Zivilklage in Großbritannien soll US-Präsident Donald Trump mehr als 626.000 Pfund (etwa 743.000 Euro) zahlen. Das entschied ein auf Verfahrenskosten spezialisierter Richter, wie die britische Nachrichtenagentur PA berichtete.

Trump hatte die von dem früheren britischen Geheimdienstmitarbeiter Christopher Steele gegründete Beratungsfirma Orbis Business verklagt, war aber schon in einem frühen Stadium gescheitert. Hintergrund war ein an die Öffentlichkeit gelangtes Dossier aus dem Jahr 2016 über Trump.

Trump forderte Schmerzensgeld

Im sogenannten Steele-Dossier werden unter anderem Berichte zitiert, wonach der russische Geheimdienst kompromittierendes Material zu Trump habe und als Druckmittel in der Hinterhand halte. Auch angebliche Verbindungen zwischen Trumps Wahlkampfteam für die Wahl 2016 wurden darin thematisiert.

Beides bestritt Trump und verklagte die Beratungsfirma. Der 78-Jährige warf dem Unternehmen vor, unrechtmäßig private Daten verwendet zu haben. Er forderte Schmerzensgeld für den erlittenen Reputationsverlust.

Eine Richterin wies die Klage jedoch bereits vor der Hauptverhandlung ab und ordnete an, dass Trump die kompletten Prozess- und Anwaltskosten tragen muss. Berufung legte Trump nicht ein./cmy/DP/nas

BRÜSSEL (dpa-AFX) - Die russischen Verluste im Angriffskrieg gegen die Ukraine sind nach Einschätzung der Nato zuletzt weiter erheblich gestiegen. Ein ranghoher Nato-Beamter sprach in Brüssel am Rande eines Außenministertreffens von bis zu 250.000 Toten. Insgesamt bezifferte er die Zahl der getöteten oder verletzten russischen Soldaten auf etwa 900.000.

Allein für Februar wird von mehr als 35.100 russischen Verlusten ausgegangen. Mit Verluste sind immer getötete oder verletzte Soldaten gemeint. Ende Oktober 2024 hatte die Nato noch von mehr als 600.000 Verlusten gesprochen.

Zum Hintergrund der stark gestiegen Zahlen sagte der Nato-Beamte, ein großer Teil sei darauf zurückzuführen, dass es zuletzt eine Ausweitung der Kampfzonen gegeben habe. Zudem seien auch Militäroperationen zum Teil etwas intensiver gewesen.

Die Zahl der im Einsatz für Russland getöteten Soldaten aus Nordkorea bezifferte er auf rund 1500. Etwa 3500 weitere wurden demnach verwundet. Die Gesamtzahl der in der russischen Grenzregion Kursk stationierten Nordkoreaner gab der Nato-Beamte mit rund 11.000 an. 3.500 weitere wurden den Angaben zufolge im Januar und Februar zu Trainingszwecken nach Russland geschickt./aha/DP/nas

NEW YORK (dpa-AFX) - Das weitreichende US-Zollpaket hat die Kurse von US-Staatsanleihen am Donnerstag deutlich beflügelt. Die Erwartung eines Handelskriegs und einer wirtschaftlichen Abschwächung hat die Nachfrage nach als sicher empfundenen Anleihen gestützt. Der Terminkontrakt für zehnjährige Papiere (T-Note-Future) stieg um 1,07 Prozent auf 112,69 Punkte. Die Rendite zehnjähriger Titel fiel auf 4,06 Prozent.

US-Präsident Donald Trump sagt mit einem gewaltigen Zollpaket allen Handelspartnern den Kampf an. Seine Regierung führt neue pauschale Zölle in Höhe von zehn Prozent auf Importe ein. Für viele Staaten sollen je nach Handelsdefizit deutlich höhere Strafabgaben greifen. Auf Einfuhren aus Deutschland und anderen Staaten der Europäischen Union in die USA sind demnach neue Zölle in Höhe von 20 Prozent vorgesehen.

Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank erwartet einen globalen Handelskrieg. "Die Weltwirtschaft könnte schweren Schaden nehmen. Dies betrifft auch die USA selbst." Andererseits würden Inflationsraten steigen, da viele Konsumwaren aufgrund der Einfuhrgebühren im Preis steigen werden. "Damit kommt es zu einem schweren Spagat für die US-Notenbank."

Die Märkte bewerten derzeit offenbar die Risiken für das Wirtschaftswachstum in den USA höher als die Gefahren für die Inflation. An den Finanzmärkten wird daher bereits auf vier Zinssenkungen um jeweils 0,25 Prozentpunkte in diesem Jahr spekuliert. Damit könnte die Fed versuchen, die Konjunktur zu stützen. Niedrigere Zinsen würden die Anleihekurse weiter stützen.

Zudem hat sich im März die Stimmung im wichtigen Dienstleistungssektor in den USA eingetrübt. Der Einkaufsmanagerindex ISM fiel auf den niedrigsten Stand seit neun Monaten. Der Rückgang war zudem stärker als von Volkswirten erwartet. "Daher trüben sich die konjunkturellen Perspektiven in den USA ein, zumal die gestern verkündeten US-Einfuhrzölle zusätzlich für Verunsicherung sorgen dürften", kommentierte Helaba-Analyst Ralf Umlauf./jsl/he

(neu: Auswirkungen Stellantis in Mexiko)

WASHINGTON/BERLIN (dpa-AFX) - In den USA sind die von Präsident Trump angekündigten Autozölle in Kraft getreten. Seit Mitternacht gelten 25 Prozent Aufschlag. Der Verband der Automobilindustrie (VDA) rechnet mit großen Belastungen für die Branche und steigenden Preisen, zunächst in den USA. Die Folgen der 25 Prozent-Zölle seien derzeit aber noch schwer einzuschätzen.

"Klar ist allerdings schon jetzt, dass diese Entwicklung weltweit negative Auswirkungen auf das Wirtschaftswachstum haben wird. Das wird auch Arbeitsplätze betreffen", sagte VDA-Präsidentin Hildegard Müller. Trumps Maßnahmen seien "eine massive Belastung und Herausforderung" für die gesamte Automobilindustrie. "Die Folgen werden auf allen Märkten spürbar sein", sagte Imelda Labbé vom Importeursverband VDIK.

US-Autokäufern droht "Importzuschlag"

Erste Hersteller ziehen bereits Konsequenzen: VW stoppte laut "Wall Street Journal" vorübergehend die Auslieferung von Fahrzeugen aus Mexiko in die USA und hält Importe aus Europa vorerst in den Häfen zurück. Zudem wolle VW auf Fahrzeuge, die unter die neuen Zölle fallen, künftig eine "Importgebühr" ausweisen. Zur Höhe des Aufschlags und ab wann er gelten soll, machte VW noch keine Angaben.

Als erster Hersteller hat Ferrari in den USA die Preise bereits erhöht - um bis zu zehn Prozent, wie das Unternehmen im Vorfeld angekündigt hatte. Die Opel-Mutter Stellantis , zu der auch Chrysler gehört, unterbricht die Produktion in Kanada: Das Werk in der Provinz Ontario werde ab kommende Woche für 14 Tage stillstehen, berichtet die Gewerkschaft Unifor auf Facebook. Das Gleiche gelte auch für das Werk Toluca in Mexiko, berichten die Fernsehsender ABC und CNBC.

Die Hersteller selbst halten sich mit konkreten Aussagen noch zurück. "Wir bewerten derzeit die Ankündigungen im Detail und bitten um Verständnis, dass wir uns vorerst nicht tiefergehend äußern können", so ein BMW -Sprecher. Zu möglichen Auswirkungen auf Preise, Produktion oder Absatz könne der Konzern derzeit noch nichts sagen, hieß es bei Volkswagen of America.

Lager vorsorglich aufgefüllt

Branchenexperte Ferdinand Dudenhöffer geht davon aus, dass die Preise in den US-Autohäusern schnell steigen - aber nicht sofort. "Für die nächsten zwei Monate tut sich da gar nichts, denn die Händler haben große Fahrzeugbestände, die teilweise noch aufgefüllt wurden, um für Zölle gerüstet zu sein", sagt er der Deutschen Presse-Agentur. In drei Monaten müsse man dann sehen, was passiert.

Auch dann rechnet Dudenhöffer aber nicht damit, dass die Preise im gleichen Maß wie die Zölle steigen. Die Hersteller würden das mit Rabatten oder anderen Verkaufsmaßnahmen verhindern, um wettbewerbsfähig zu bleiben.

US-Produktion deckt Verkäufe nur zum Teil ab

Die USA sind wichtigster Auslandsmarkt für die deutsche Autoindustrie. Laut VDA wurden 2024 fast 450.000 Fahrzeuge aus deutscher Produktion in die USA exportiert. Fast jeder vierte Porsche wurde in den USA verkauft, bei BMW und Mercedes lag der Anteil jeweils bei gut 16 Prozent. Bei Audi waren es 12 Prozent, bei der Marke VW 8 Prozent.

Zwar produzieren Volkswagen, BMW und Mercedes-Benz auch in den USA, decken damit aber nur ein Teil der dortigen Verkäufe ab. BMW importiert gut die Hälfte der in den USA verkauften Autos aus dem Ausland, die Marke VW fast zwei Drittel, vor allem aus Mexiko. Porsche und Audi bedienen den US-Markt sogar komplett mit Importwagen./fjo/DP/nas

NEW YORK (dpa-AFX) - In einem stark unter Abwärtsdruck stehenden US-Chipsektor sind die Aktien von Intel am Donnerstag im späten Handel ausgeschert. Die Papiere gewannen 7,5 Prozent auf 23,62 US-Dollar. Sie avancierten damit zum größten Gewinner im Nasdaq 100 . Zwischenzeitlich hatte der Intel-Kurs noch um gut 5 Prozent nachgegeben.

Auslöser der Kurs-Rally war ein Bericht des Branchendienstes "Information", dem zufolge Intel und der taiwanesische Chip-Konzern TSMC eine vorläufige Vereinbarung zur Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens getroffen haben. Die gemeinsam produzierten Halbleiter sollen demnach in Fabriken von Intel gefertigt werden./bek/he

(neu: Puma-Führungswechsel, Schlusskurse, aktuelle US-Kurse)

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die von den USA angekündigten Importabgaben sorgen am Donnerstag für einen Kurssturz bei Sportartikelaktien. Weil die Unternehmen für den großen US-Markt viele Waren außerhalb der Vereinigten Staaten produzieren lassen, brachen die Aktien von Adidas und Puma prozentual zweistellig ein. Erstmals seit fast einem Jahr wurden die Adidas-Aktien wieder zu Kursen unter 200 Euro gehandelt und schlossen 11,7 Prozent tiefer bei 195,10 Euro.

Puma sackten zwischenzeitlich um fast 14 Prozent auf den tiefsten Stand seit 2016 ab und büßten letztlich 11,2 Prozent ein. Die leichte Kurserholung im späten Handel resultierte aus der Meldung, dass Vorstandschef Arne Freundt "wegen unterschiedlicher Auffassungen über die Umsetzung der Strategie" zum 11. April zurücktritt. Sein Nachfolger wird ab 1. Juli der ehemalige Adidas-Vorstand Arthur Hoeld.

Beim US-Konkurrenten Nike fiel der Kurs im New Yorker Handel um mehr als 10 Prozent auf den tiefsten Stand seit 2017. Die Titel von Under Armour brachen um 18 Prozent ein, jene von Lululemon um 12 Prozent.

Laut UBS liegt der Zollfokus des Marktes im Sportartikelbereich vor allem auf Vietnam, weil von US-Präsident Donald Trump für das fernöstliche Land eine Import-Abgabe von 46 Prozent angekündigt wurde. Laut Analyst Robert Krankowski von der Schweizer Großbank ist dieser Zollsatz weitaus schlimmer als die Erwartungen der Investoren. Angesichts der wachsenden Bedeutung Vietnams in der Schuhproduktion erwartet er erheblichen Gegenwind für die Profitabilität in der Branche.

Analyst Michael Binetti von Evercore ISI betonte, die in den USA aktiven Bekleidungs- und Schuhhersteller könnten sich hinter den Plänen von Trump nicht verstecken. Er sprach gar von "beispielloser Unsicherheit". Neben den Kostensteigerungen befürchtet er, dass Verbraucher ihre Prioritäten umplanen, was es den Unternehmen unmöglich mache, überzeugende Umsatzmodelle zu erarbeiten. Aus Erfahrung heraus könne sich unter Trump zwar vieles schnell ändern, doch nach aktuellem Stand erinnere die Unsicherheit an die Frühphase der Corona-Pandemie.

Bei Adidas erwähnte UBS-Experte Krankowski jedoch, dass ein Rückschlag eine attraktive Kaufgelegenheit für ein Unternehmen mit einer längerfristig guten, fundamentalen Ausgangslage schaffe. Adidas bleibe besser aufgestellt als seine Konkurrenten./edh/tih/edh/mis/he

FRANKFURT (dpa-AFX) - Ein zollsorgen-bedingter Rückschlag war am Donnerstag bei Rheinmetall nur von kurzer Dauer. Nach dem anfänglichen Rutsch unter den 21-Tage-Durchschnitt gab der anhaltende Optimismus der Investmentbank Exane BNP Paribas den Aktien des Rüstungskonzerns wieder Rückenwind. Nach der Branchenrally stufte Exane derweil Renk und Hensoldt ab.

Nach dem anfänglichen Abschlag von Rheinmetall von bis zu 2,6 Prozent stiegen die Aktien im weiteren Verlauf zum zweitgrößten Dax -Gewinner auf. Im frühen Handel hatte es noch so ausgesehen, als ob die Aktien nach der Vorstellung von Donald Trumps Zollpaket der generellen Marktschwäche folgen.

Exane-Analyst Sebastian Growe bestätigte Rheinmetall als "Top Pick", nachdem er sein Kursziel mit 1500 Euro auf Rekordniveau nach oben geschraubt hatte. In einem optimistischen Szenario traut er der Aktie sogar einen Kursanstieg um nochmals mehr als 35 Prozent zu. 2025 hat sich der Kurs bislang mehr als verdoppelt. Seit dem russischen Überfall auf die Ukraine sind die Aktien bereits fast das Fünfzehnfache wert.

Growe stufte Renk derweil auf "Neutral" ab und Hensoldt sogar auf das negative Votum "Underperform". Es sei nun erforderlich, in der Branche besser zu selektieren. Bei Hensoldt sieht er das Kursziel mit 58 Euro unter den aktuell gezahlten 62 Euro. Renk verleiht er mit 46 Euro ein Ziel auf aktuellem Niveau./tih/ag/mis

NEW YORK (dpa-AFX) - Die aktuellen US-Zölle dürften ohne Gegenmaßnahmen im Geschäftsjahr 2027 bei Nike 80 Prozent des operativen Ergebnisses "zerstören". Allerdings ohne Berücksichtigung von Preisanpassungen. Zu diesem Ergebnis kommt der Experte Michael Binetti von der Investmentbank Evercore ISI in seiner Analyse vom Donnerstag.

Nike starte in seinem aktuellen Turnaround von einem weitaus geringeren Profitabilitätsniveau, was die Belastungen für operatives Ergebnis und Überschuss um so schwerer mache als bei profitableren Konkurrenten wie der On Holding. Von Vorteil sei für Nike allerdings der gute Umsatzmix mit einem Erlösanteil von 57 Prozent außerhalb der USA.

Für On sei der Produktionsschwerpunkt Vietnam ein großes Problem, da das südostasiatische Land von besonders hohen Importzöllen betroffen sei. Zudem würden mehr als 60 Prozent der Umsätze in den USA erzielt.

Bei Birkenstock sieht Binetti nur eine vergleichsweise geringe Ergebnisbelastung./ag/mis

Veröffentlichung der Original-Studie: 03.04.2025 / 04:02 / ET

(Neu: Vorbörsliche US-Kurse, Evercore-Stimme)

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die von den USA angekündigten Importabgaben sorgen am Donnerstag für einen Kurssturz bei Sportartikelaktien. Weil die Unternehmen für den großen US-Markt viele Waren außerhalb der Vereinigten Staaten produzieren lassen, brachen die Aktien von Adidas und Puma im Frankfurter Handel um bis zu etwa zehn Prozent ein. Erstmals seit fast einem Jahr wurden die Adidas-Aktien wieder zu Kursen unter 200 Euro gehandelt. Puma erreichten nahe 20 Euro ein Tief seit 2016.

Beim US-Konkurrenten Nike sackte der Kurs im vorbörslichen New Yorker Handel um 8,5 Prozent ab auf 59 US-Dollar. Die Aktie könnte damit im offiziellen Handel erstmals seit Ende 2017 wieder unter 60 Dollar gehandelt werden. Titel von Under Armour steuern in New York auf ein Minus von sechs Prozent zu und für Lululemon zeichnet sich vor dem Börsenstart ein Kursrutsch von elf Prozent ab.

Laut der UBS liegt der Zollfokus des Marktes im Sportartikelbereich vor allem auf Vietnam, weil von US-Präsident Donald Trump für das fernöstliche Land eine Import-Abgabe von 46 Prozent angekündigt wurde. Laut Analyst Robert Krankowski von der Schweizer Großbank ist dieser Zollsatz weitaus schlimmer als die Erwartungen der Investoren. Angesichts der wachsenden Bedeutung Vietnams in der Schuhproduktion erwartet er erheblichen Gegenwind für die Profitabilität in der Schuhbranche.

Analyst Michael Binetti von Evercore ISI betonte, die in den USA aktiven Bekleidungs- und Schuhhersteller könnten sich hinter den Plänen von Trump nicht verstecken. Er sprach gar von "beispielloser Unsicherheit". Neben den Kostensteigerungen befürchtet er, dass Verbraucher ihre Prioritäten umplanen, was es den Unternehmen unmöglich mache, überzeugende Umsatzmodelle zu erarbeiten. Aus Erfahrung heraus könne sich unter Trump zwar vieles schnell ändern, doch nach aktuellem Stand erinnere die Unsicherheit an die Frühphase der Corona-Pandemie.

Bei Adidas erwähnte der UBS-Experte Krankowski jedoch, dass ein Rückschlag eine attraktive Kaufgelegenheit schaffe für ein Unternehmen mit einer längerfristig guten, fundamentalen Ausgangslage. Adidas bleibe besser aufgestellt als seine Konkurrenten./tih/edh/mis

HAMBURG (dpa-AFX Broker) - Das Analysehaus Warburg Research hat die Einstufung für Grenke nach Zahlen auf "Buy" mit einem Kursziel von 30 Euro belassen. Das Leasingunternehmen habe mit seinen Zahlen die Erwartungen erfüllt, schrieb Analyst Marius Fuhrberg in einer am Donnerstag vorliegenden Einschätzung. Das erste Quartal sei von hochprofitablem Wachstum geprägt gewesen. Die Aktie sei derzeit ein Schnäppchen./mf/mis

Veröffentlichung der Original-Studie: 03.04.2025 / 08:15 / MEZ

Erstmalige Weitergabe der Original-Studie: Datum in Studie nicht angegeben / Uhrzeit in Studie nicht angegeben / MEZ

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FRANKFURT/PARIS/ZÜRICH (dpa-AFX) - Aktien aus dem Pharmabereich haben sich am Donnerstag nach den umfangreichen Zollankündigungen von US-Präsident Donald Trump robust gezeigt. Laut Händlern profitierten sie davon, dass Medikamente von den zusätzlichen Abgaben auf US-Importe vorerst ausgenommen sind. Florent Cespedes von Bernstein Research bewertete dies positiv, da die europäischen Pharmaunternehmen zwischen 40 und 60 Prozent des Umsatzes in den USA erwirtschafteten.

Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf ein Informationsblatt des Weißen Hauses berichtete, bleibt die Pharmabranche zumindest vorerst von den zusätzlichen Abgaben verschont. Im Dax , der zuletzt um 1,3 Prozent fiel, schafften es daraufhin die Titel der Merck KGaA leicht mit 0,2 Prozent ins Plus, während Bayer um 1,8 Prozent anzogen. Im MDax konnten Evotec um 1,3 Prozent zulegen.

Europaweit gab es bei Sanofi , Novartis , Astrazeneca oder GSK Kursgewinne zwischen 0,6 und 1,8 Prozent. Roche waren derweil mit mehr als zwei Prozent Minus eine negative Ausnahme. Die Schweizer erlitten in einer Studie mit dem Multiple-Sklerose-Mittel Ocrevus einen Forschungsrückschlag.

Cespedes hob hervor, dass die Sorgen um die Auswirkungen von Zöllen im Pharmasektor zuletzt größer geworden seien. Aktien aus der ganzen Gesundheitsbranche hatten deshalb am Vortag deutlich Federn gelassen, was sich nun zumindest in Teilbereichen etwas entspannte. Der Experte erwähnte zwar, dass die Pharmabranche in einer Reihe anderer Kategorien auf US-Importe angewiesen sei, etwa bei organischen Chemikalien oder Glas- und Kunststoffverpackungen. Der Effekt davon sei aber beherrschbar, so Cespedes.

Im Medizintechnik-Bereich jedoch wurden die Zollbedenken am Donnerstag größer. Hier sanken am Donnerstag die Kurse, nachdem US-Präsident Donald Trump angekündigt hatte, er werde auf alle US-Importe mindestens einen Zoll von 10 Prozent erheben, um die großen Handelsungleichgewichte mit den USA auszugleichen. Citigroup-Analyst Giang Nguyen erwähnte in einer Studie, Firmen wie Philips oder Siemens Healthineers würden davon stark betroffen sein.

Healthineers sackten daraufhin am Donnerstag nochmals um weitere 3,9 Prozent ab auf den niedrigsten Stand seit Anfang November. Belastet wurden sie auch von den Siemens-Aktien , die angesichts des Zukaufs von Dotmatics, einem Anbieter von Forschungs- und Entwicklungssoftware im Bereich Life Sciences, um 3,7 Prozent abrutschten. Siemens-Finanzchef Ralf Thomas zufolge wird die Finanzierung der Übernahme "in erster Linie durch den Verkauf von Anteilen an börsennotierten Unternehmen, einschließlich Siemens Healthineers, erfolgen"/tih/ajx/stk

NEW YORK (dpa-AFX Broker) - Das US-Analysehaus Bernstein Research hat die Einstufung für Mercedes-Benz auf "Market-Perform" belassen und ein Kursziel von 62 Euro angegeben. Die neuen US-Zölle kämen zwar nicht noch zu den in der vergangenen Woche angekündigten Zöllen auf Pkw-Importe hinzu, schrieb Analyst Daniel Roeska am frühen Donnerstag. Die Abgaben auf Autoteile seien jedoch insgesamt höher als befürchtet. Der europäische Autosektor habe zuletzt noch recht verhalten reagiert, so als ob das Schlimmste an ihm vorbeigegangen sei. Nun werde das Wunschdenken aber ausradiert./ag/mis

Veröffentlichung der Original-Studie: 02.04.2025 / 22:22 / UTC

Erstmalige Weitergabe der Original-Studie: 02.04.2025 / 22:22 / UTC

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NEW YORK (dpa-AFX Broker) - Die US-Investmentbank Goldman Sachs hat Symrise auf "Neutral" mit einem Kursziel von 126 Euro belassen. Die jüngsten US-Importzölle könnten kurzfristig die Margen von Aromen- und Duftstoffherstellern wie Symrise und Givaudan im Kerngeschäft allein über steigende Rohstoffkosten belasten, schrieb Analystin Georgina Fraser in einem am Donnerstag vorliegenden Branchenkommentar. Bei Croda seien die Auswirkungen wegen einer geringeren Bedeutung dieses Bereichs sowie des unbedeutenden US-Geschäfts weniger ausgeprägt. Fraser bevorzugt Novonesis als "sicheren Hafen" in der Branche./gl/mis

Veröffentlichung der Original-Studie: 03.04.2025 / 09:21 / GST Erstmalige Weitergabe der Original-Studie: Datum in Studie nicht angegeben / Uhrzeit in Studie nicht angegeben / Zeitzone in Studie nicht angegeben

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NEW YORK (dpa-AFX Broker) - Die kanadische Bank RBC hat die Einstufung für Siemens mit einem Kursziel von 245 Euro auf "Sector Perform" belassen. Die Übernahme von Dotmatics erscheine strategisch ebenso sinnvoll wie zuletzt der Kauf von Altair, schrieb Analyst Mark Fielding in seinem am Donnerstag vorliegenden Kommentar. Dotmatics sei aber nicht billig. Es bleibe bei der jüngst aufgeworfenen Frage, ob die Milliarden in Life-Science-Software kurzfristig in die Bewertung einflössen oder lediglich zu einem weiteren unterbewerteten Konzernteil würden./ag/gl

Veröffentlichung der Original-Studie: 02.04.2025 / 21:20 / EDT Erstmalige Weitergabe der Original-Studie: 03.04.2025 / 00:45 / EDT

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(aktualisierte Fassung)

WASHINGTON/BERLIN (dpa-AFX) - Nach dem von US-Präsident Donald Trump verkündeten Zollpaket bereitet die Welt den Gegenschlag vor - und hofft, das Schlimmste noch abzuwenden. Die Europäische Union und China kündigten Gegenmaßnahmen an, suchen aber zugleich weiter den Dialog.

Die von Trump verkündeten Zölle dürften die Wirtschaft weltweit aus Sicht von Ökonomen ausbremsen und könnten die Teuerung global befeuern und so Verbraucher erheblich belasten. Die Sorge vor einer anhaltenden Rezession in Deutschland, wo vor allem die Autoindustrie und der Maschinenbau von der aggressiven Handelspolitik Washingtons betroffen sind, ist groß.

Das gewaltige US-Zollpaket und damit verbundene Konjunktursorgen setzten die Finanzmärkte weltweit unter Druck. Am Frankfurter Aktienmarkt fiel der Dax deutlich. Zuvor gab es bereits kräftige Kursverluste an den Börsen in Asien.

Auch die Ölpreise sanken stark, während die Flucht in sichere Anlagehäfen den Goldpreis auf ein Rekordhoch trieb. Der US-Dollar wiederum stand nach dem Zollhammer zu allen anderen wichtigen Währungen unter Druck und profitierte nicht als sicherer Hafen. Im Gegenzug legte der Euro deutlich zu.

"Frontalangriff auf Welthandel"

Der geschäftsführende Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) sagte: "Das ist ein Anschlag auf eine Handelsordnung, die Wohlstand überall auf dem Globus geschaffen hat." Der geschäftsführende Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) zog eine Parallele zu den wirtschaftlichen Auswirkungen von Russlands Angriff auf die Ukraine. Der Präsident Außenhandelsverbandes BGA, Dirk Jandura, sprach von einem "Frontalangriff auf den Welthandel".

Trump hatte die Zölle bei einem Auftritt im Rosengarten des Weißen Hauses angekündigt. So führt die US-Regierung neue pauschale Zölle von zehn Prozent auf alle Importe in die USA aus nahezu allen Ländern ein. Für einige der größten Handelspartner sollen je nach Handelsdefizit deutlich höhere Abgaben greifen.

Auf Einfuhren aus Deutschland und anderen Staaten der Europäischen Union in die USA etwa sind demnach neue Zölle in Höhe von 20 Prozent vorgesehen, für China 34 Prozent. Weniger stark betroffen sind Länder, die zuletzt ein Handelsdefizit mit den USA aufwiesen. - darunter etwa Großbritannien. Unter anderem Russland wird auf der Liste nicht erwähnt.

Die EU bereitet sich vor

"Wir finalisieren bereits das erste Maßnahmenpaket als Reaktion auf die Stahlzölle und bereiten nun weitere Maßnahmen vor, um unsere Interessen und Unternehmen zu schützen, falls die Verhandlungen scheitern", sagte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen.

Wann und wie die EU handelt, ist unklar. Handelskommissar Maros Sefcovic plant am Freitag eine Videoschalte mit der US-Seite. Er machte klar, sollten sich beide Seiten nicht auf einen fairen Deal einigen, werde die EU nicht tatenlos zusehen. "Ungerechtfertigte Zölle werden unweigerlich nach hinten losgehen."

US-Handelsminister Howard Lutnick geht davon aus, dass betroffene Länder ihre Handelspolitik überdenken. "Ich erwarte, dass die meisten Länder beginnen werden, ihre Handelspolitik gegenüber den Vereinigten Staaten von Amerika genauer zu prüfen und aufhören, uns zu schikanieren", sagte er.

Autozölle bereits in Kraft getreten

Die von Trump angekündigten Autozölle sind bereits in Kraft getreten, seither gelten 25 Prozent Aufschlag. Der Verband der Automobilindustrie rechnet mit großen Belastungen und steigenden Preisen, zunächst in den USA.

Mexiko sucht nach Wegen, um die Folgen für deutsche Autobauer in dem Land zu minimieren. Laut Präsidentin Claudia Sheinbaum sind VW , BMW und Mercedes-Benz bereit, ihre Produktion anzupassen, um die Ursprungsregeln des nordamerikanischen Freihandelsabkommens USMCA einzuhalten.

Kanada verhängt Gegenzölle auf bestimmte Fahrzeugimporte aus den Vereinigten Staaten. Ottawa werde alle Autos, die nicht im Rahmen des Handelspaktes USMCA produziert wurden, mit 25 Prozent Einfuhrgebühren belegen, kündigte der Ministerpräsident Mark Carney an. Die Maßnahmen sollten maximalen Schaden für die US-Wirtschaft anrichten.

Deutliche Preissteigerungen möglich

Die Ankündigung Trumps ist der bislang aggressivste und folgenreichste Schritt im Zuge der ohnehin rabiaten Handelspolitik des US-Präsidenten. Er will mit Zöllen angebliche Handelsungleichgewichte korrigieren und mehr Produktion in die USA verlagern. Zugleich sollen Zolleinnahmen genutzt werden, teure Wahlversprechen wie Steuersenkungen zumindest teilweise zu finanzieren.

Bei dem Paket geht es um sogenannte wechselseitige Zölle. Die US-Regierung argumentiert, dass die USA lediglich überall dort ihre Zölle anheben, wo internationale Partner ihrerseits Abgaben verlangten oder anderweitige Handelsbarrieren für US-Firmen aufgebaut hätten. Das sei nur gerecht.

Wie die Amerikaner diese angeblichen Benachteiligungen aber berechnen, ist undurchsichtig und die "Fairness" des Schrittes daher schwer nachvollziehbar.

"Wir wissen nicht, wie US-Präsident Donald Trump zu diesen Zahlen kommt", sagte Rolf Langhammer, Ökonom am Kiel Institut für Weltwirtschaft (IfW). "Wir tappen noch im Dunkeln." Trump versuche wohl unter anderem sogenannte nichttarifäre Handelshemmnisse einzukalkulieren. Als Beispiel nannte Langhammer hormonbehandeltes Rindfleisch, das aus den USA nicht in die EU eingeführt werden dürfe. Da klebe Trump dann einfach ein Preisschild dran.

Wen es wie trifft

Zölle in Höhe von zehn Prozent sollen universell auf alle Importe in die Vereinigten Staaten gelten und bereits an diesem Samstag in Kraft treten. Jenseits davon soll es individuelle Strafabgaben geben, die je nach Land variieren. Diese sollen ab dem 9. April greifen. Dabei werden vor allem jene Länder ins Visier genommen, die aus Sicht der USA besonders hohe Handelsbarrieren für amerikanische Produkte haben. Für Dutzende Staaten sind höhere Abgaben jenseits der zehn Prozent vorgesehen, zum Teil weit darüber.

Trump setzt seit dem Wiedereinzug ins Weiße Haus - ähnlich wie in seiner ersten Amtszeit - im großen Stil auf Zölle. Er verhängte bereits Strafabgaben auf alle Aluminium- und Stahlimporte, brachte Zölle in Höhe von 25 Prozent auf importierte Autos und Autoteile auf den Weg, führte erhöhte Zölle auf alle Waren aus China ein und nahm auch Kanada und Mexiko ins Visier.

Die Folgen für Verbraucher

Ein Importzoll funktioniert ähnlich wie eine Steuer. Die Abgabe muss vom importierenden Unternehmen an den Staat gezahlt werden - in diesem Fall also von Firmen in den USA. Es gilt als wahrscheinlich, dass die importierenden Unternehmen die höheren Kosten an die Verbraucher weitergeben.

Trump will US-Firmen davon abhalten, Produkte aus dem Ausland einzuführen. Das soll langfristig den Produktionsstandort USA stärken. Da mit Gegenzöllen gerechnet wird und auf die exportierenden Unternehmen in den USA, aber auch in anderen Ländern Umsatzeinbußen zukommen dürften, könnte dies zu einem Rückgang der Produktion und Stellenstreichungen rund um den Globus führen.

Die Welthandelsorganisation (WTO) fürchtet wegen der geplanten und bereits eingeführten US-Zölle einen Rückgang im weltweiten Warenhandel um ein Prozent. Bisher sei von einem dreiprozentigen Wachstum ausgegangen worden. Die Situation könnte mit möglichen Vergeltungsmaßnahmen zu einem Zollkrieg eskalieren, der den Handel dann weiter beeinträchtige./jac/DP/he

BRÜSSEL (dpa-AFX) - Die Ukraine verlangt von der Nato stärkeren Druck auf Russland zur Umsetzung einer Friedenslösung. Während sein Land den US-Vorschlag für einen 30-tägigen Waffenstillstand ohne Vorbedingungen angenommen habe, stelle der russische Präsident Wladimir Putin Bedingungen, sagte der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha vor Beratungen mit seinen Nato-Kollegen bei einem Auftritt mit Nato-Generalsekretär Mark Rutte in Brüssel. "Russland muss es mit dem Frieden ernst meinen. Dafür ist es an der Zeit, den Druck auf Moskau zu erhöhen", fügte er hinzu.

Sybiha appelliert an Einigkeit der Nato

"Dies ist ein historischer und entscheidender Moment für die Zukunft der Ukraine und Europas", sagte Sybiha. "Er erfordert unsere Stärke, unser Engagement und unsere Einheit. Und ich bin sicher, dass wir sie finden werden."

Angesichts der Diskussion über die von US-Präsident Donald Trump verkündeten neuen Handelszölle warnte er, man dürfe "nicht vergessen, dass in Europa ein echter Krieg tobt. Russland bleibt eine existenzielle Bedrohung für Europa."

Eine von Washington vermittelte Vereinbarung über den gegenseitigen Verzicht auf Angriffe gegen Energieanlagen gilt laut dem Kreml seit dem 18. März. Beide Seiten warfen sich aber praktisch umgehend Verstöße gegen die Abmachung vor.

Einer von den USA ebenfalls vorgeschlagenen und von der Ukraine befürworteten Waffenruhe zu Wasser, zu Lande und in der Luft hingegen hat Russland nicht zugestimmt. Putin verlangt dafür zuerst eine Lösung der grundlegenden Ursachen für den Krieg, darunter etwa einen Verzicht der Ukraine auf einen Nato-Betritt./bk/DP/nas

MEXIKO-STADT (dpa-AFX) - Angesichts des Zollstreits mit den USA sucht Mexiko nach Wegen, um die Folgen für deutsche Autobauer in dem lateinamerikanischen Land zu minimieren. Laut Präsidentin Claudia Sheinbaum sind Volkswagen , BMW und Mercedes-Benz bereit, ihre Produktion anzupassen, um die Ursprungsregeln des nordamerikanischen Freihandelsabkommens USMCA einzuhalten. Mexiko wolle mit Washington weiter über eine Präferenzbehandlung für Autoimporte im Rahmen des Abkommens verhandeln.

"Das erste, was deutsche Unternehmen tun sollten, und sie sind dazu bereit, ist, dass sie alle über USMCA exportieren", sagte Sheinbaum auf einer Pressekonferenz. Das Abkommen hatte Importe von Zöllen befreit, wenn der Wertschöpfungsanteil in Nordamerika bei mindestens 75 Prozent liegt. Trump verhängte aber trotzdem Zölle von 25 Prozent auf Autoimporte, für Autoteile gilt unter USMCA zunächst eine Sonderregelung.

Beim USMCA handelt es sich um ein Freihandelsabkommen, das die USA, Mexiko und Kanada während Trumps erster Amtszeit (2017 bis 2021) unterzeichnet hatten. Die USA sind der wichtigste Auslandsmarkt für die in Mexiko ansässigen Automobilhersteller.

Neueste US-Zölle treffen Mexiko nicht

Von der jüngsten Zollrunde, die US-Präsident Donald Trump ankündigte, bleibt Mexiko zwar verschont. Allerdings hatte Trump bereits zuvor die Regeln für Einfuhren aus Mexiko und Kanada teilweise verschärft. Er begründete dies damit, dass beide Länder nicht genug gegen den Drogenhandel und die irreguläre Migration unternehmen.

Auf Waren, die nicht unter USMCA fallen, werden nun Zölle von 25 Prozent erhoben. Diese machen etwa die Hälfte aller Ausfuhren aus Mexiko in die USA aus. Mexiko ist auch von den zuvor von Trump angekündigten Zöllen auf Stahl und Aluminium betroffen. Dort wie auch bei den Zöllen auf Autoimporte strebe die mexikanische Regierung weiterhin eine Verhandlungslösung an, sagte Sheinbaum. Nächste Woche werde Wirtschaftsminister Marcelo Ebrard für weitere Gespräche in die USA reisen./aso/DP/nas

OTTAWA (dpa-AFX) - Kanada reagiert im Handelskrieg auf US-Präsident Donald Trump und verhängt Gegenzölle auf bestimmte Fahrzeugimporte aus den Vereinigten Staaten. Ottawa werde alle Autos, die nicht im Rahmen des nordamerikanischen Handelspaktes USMCA produziert wurden, mit 25 Prozent Einfuhrgebühren belegen, kündigte der kanadische Ministerpräsident Mark Carney an.

Die Maßnahmen sollten maximalen Schaden für die US-Wirtschaft anrichten, die kanadische Ökonomie aber so weit wie möglich verschonen. Carney betonte, dass die Vereinigten Staaten kein freundschaftlicher Partner für Kanada mehr seien und das Land seine Interessen und Souveränität verteidigen werde.

Carney hatte am Morgen eigenen Angaben zufolge auch mit dem geschäftsführenden Bundeskanzler Olaf Scholz telefoniert. Dabei sei es um die Stärkung der "vielfältigen Handelsbeziehungen" beider Länder gegangen. "Angesichts der durch Präsident Trumps Zölle verursachten Krise sind verlässliche Handelspartner wichtiger denn je", schrieb Carney auf der Plattform X.

Trump hatte bereits kurz nach Amtsantritt einen Handelskrieg gegen die Nachbarländer Kanada und Mexiko gestartet, einige Zölle aber mehrmals wieder zurückgezogen. Obwohl Kanada bei den jüngsten Ankündigungen der US-Regierung nicht genannt wurde, gelten aber weiterhin bereits verhängte Zölle gegen das Land. Besonders die kanadische Autoindustrie ist davon betroffen./scb/DP/nas

GENF (dpa-AFX) - Die Welthandelsorganisation (WTO) fürchtet wegen der geplanten und bereits eingeführten US-Zölle einen Rückgang im weltweiten Warenhandel um ein Prozent. Das entspreche einer Korrektur der aktuellsten Prognose um 4 Prozentpunkte nach unten, teilte WTO-Chefin Ngozi Okonjo-Iweala in Genf mit. Sie äußerte sich tief besorgt. Die Situation könnte mit möglichen Vergeltungsmaßnahmen zu einem Zollkrieg eskalieren, der den Handel dann weiter beeinträchtige.

Sie erinnerte daran, dass der Großteil des Welthandels weiter nach den ausgehandelten WTO-Regeln stattfinde. Dieser Handel mache rund 74 Prozent aus, nach 80 Prozent Anfang des Jahres - also vor dem Amtsantritt von US-Präsident Donald Trump.

"Handelsmaßnahmen dieser Größenordnung haben das Potenzial, zu erheblichen Umleitungen der Handelsströme zu führen", warnte sie zudem. "Ich rufe die Mitgliedsländer auf, mit dem daraus resultierenden Druck verantwortungsvoll umzugehen, um zu verhindern, dass sich die Handelsspannungen ausweiten."

Unter anderem die EU hat eigene geplante Zölle unter anderem damit begründet, sie müsse sich davor schützen, dass Waren, die nicht mehr in die USA geliefert werden, in großem Umfang in der EU landen./oe/DP/nas

WASHINGTON (dpa-AFX) - US-Handelsminister Howard Lutnick geht nach der Verkündung des gewaltigen Zollpakets davon aus, dass betroffene Länder ihre Handelspolitik überdenken. "Ich erwarte, dass die meisten Länder beginnen werden, ihre Handelspolitik gegenüber den Vereinigten Staaten von Amerika genauer zu prüfen und aufhören, uns zu schikanieren", sagte Lutnick im US-Fernsehen. Lutnick ließ offen, ob die USA im Gegenzug ihre Zölle senken würden.

Er sagte weiter: "Wir sprechen mit allen großen Ländern der Welt. Wir führen diese Gespräche seit über einem Monat." Das Zollpaket sei absehbar gewesen. Die entscheidende Frage sei, ob andere Länder die USA künftig fair behandeln würden, so Lutnick. "Die Antwort ist, dass dies mit der Zeit geschehen wird - amerikanische Produkte werden sich besser auf den Weltmärkten verkaufen." Außerdem würden nun alle Unternehmen ihre Fabriken in den USA bauen, versprach der Minister. Das Weiße Haus hatte zuvor deutlich gemacht, dass die neuen weitreichenden Zölle auf Importe aus anderen Ländern nicht verhandelbar seien./nau/DP/nas

ERFURT (dpa-AFX) - Für Schwangere gelten laut einem Urteil des Bundesarbeitsgerichts längere Fristen bei Kündigungsschutzklagen. Klagen seien auf Antrag nachträglich dann zulässig, wenn eine Frau schuldlos von ihrer zum Zeitpunkt der Entlassung bereits bestehenden Schwangerschaft erst nach Ablauf der allgemeinen dreiwöchigen Klagefrist erfährt, stellte der Zweite Senat des obersten Arbeitsgerichts in Erfurt klar (2 AZR 156/24).

Entscheidend für den Fristbeginn bei derartigen verspäteten Klagen sei die ärztliche Feststellung der Schwangerschaft, so ein Gerichtssprecher. Schwangere hätten ab diesen Zeitpunkt zwei Wochen Zeit für den Gang zum Arbeitsgericht.

Mit dem Erfurter Urteil wurde die Kündigung einer Fachkraft aus der Augenheilkunde wegen Verstoßes gegen das Kündigungsverbot nach dem Mutterschutzgesetz für unwirksam erklärt. Auch die beiden Vorinstanzen hatten der Kündigungsschutzklage stattgegeben.

Der Arbeitnehmerin aus Sachsen war mit Schreiben vom 14. Mai 2022 zu Ende Juni gekündigt worden. Nach einem Schwangerschaftstest Ende Mai 2022 habe sie jedoch erst für den 17. Juni 2022 einen Termin beim Frauenarzt erhalten. Die Klägerin habe aus einem von ihr nicht zu vertretenden Grund erst mit der frühestmöglichen frauenärztlichen Untersuchung positive Kenntnis davon erlangt, dass sie bei Zugang der Kündigung schwanger gewesen sei, hieß es. Der Schwangerschaftstest habe ihr diese Kenntnis nicht vermitteln können./geh/DP/nas

BERLIN (dpa-AFX) - Nach einem Höchststand 2024 sind die Exportgenehmigungen für Rüstungsgüter in den ersten Monaten des laufenden Jahres deutlich zurückgegangen. Der Wert der von der Bundesregierung erlaubten Ausfuhren lag nach Angaben des Wirtschaftsministeriums bei 1,18 Milliarden Euro - etwa halb so viel wie im Vorjahreszeitraum mit 2,4 Milliarden Euro.

Allein in die Ukraine gingen Waffen und militärische Ausrüstung für 573 Millionen Euro. Das von Russland angegriffene Land blieb damit das mit Abstand wichtigste Empfängerland. Dahinter folgen Katar (166,6 Millionen Euro) und Estland (112 Millionen Euro). Israel liegt mit Exportgenehmigungen für 28 Millionen Euro auf Platz zehn.

Im vergangenen Jahr hatte die Bundesregierung Rüstungsexporte für 13,33 Milliarden Euro genehmigt - so viel wie noch nie zuvor. Weit mehr als die Hälfte davon ging mit 8,15 Milliarden Euro an die Ukraine für den Abwehrkampf gegen die russischen Invasoren./mfi/DP/nas

PARIS (dpa-AFX) - Frankreichs Präsident Emmanuel Macron befürchtet durch die von US-Präsident Donald Trump verkündeten Strafzölle massive Auswirkungen auf die europäische Wirtschaft. "Die Entscheidung, die heute Nacht angekündigt wurde, ist eine brutale und unbegründete Entscheidung", sagte Macron in Paris.

Von den Waren im Wert von 500 Milliarden Euro, die die Europäer in die USA exportieren, seinen mehr als 70 Prozent von den Zöllen betroffen. "Wie man sieht, ist dies eine massive Auswirkung, die alle Sektoren der europäischen Wirtschaft und des Exports betreffen wird." Frankreich sei zwar weniger betroffen als andere Länder, aber für einige Sektoren sei es massiv. "Dies ist ein Ausmaß, das auf jeden Fall neu ist."

Dabei träfen die negativen Auswirkungen in erster Linie die US-Wirtschaft. "Und eines ist sicher: Mit den Entscheidungen von heute Nacht werden die US-Wirtschaft und die Amerikaner, seien es Unternehmen oder Bürger, schwächer als gestern und ärmer aus der Krise hervorgehen. Ich denke, das muss man betonen", sagte Macron. "Die Auswirkungen auf die US-Wirtschaft sind unmittelbar, wogegen sie in den europäischen Volkswirtschaften erst nach mehreren Jahren spürbar werden, vor allem aber sind sie viel massiver."/evs/DP/nas

WASHINGTON/BERLIN (dpa-AFX) - Nach dem von US-Präsident Donald Trump verkündeten Zollpaket bereitet die Welt den Gegenschlag vor - und hofft, das Schlimmste noch abzuwenden. Die Europäische Union und China kündigten Gegenmaßnahmen an, suchen aber zugleich weiter den Dialog.

Die von Trump verkündeten Zölle dürften die Wirtschaft weltweit aus Sicht von Ökonomen ausbremsen und könnten die Teuerung global befeuern und so Verbraucher erheblich belasten. Die Sorge vor einer anhaltenden Rezession in Deutschland, wo vor allem die Autoindustrie und der Maschinenbau von der aggressiven Handelspolitik Washingtons betroffen sind, ist groß.

Das gewaltige US-Zollpaket und damit verbundene Konjunktursorgen setzten die Finanzmärkte weltweit unter Druck. Am Frankfurter Aktienmarkt fiel der Dax deutlich. Zuvor gab es bereits kräftige Kursverluste an den Börsen in Asien.

Auch die Ölpreise sanken deutlich, während die Flucht in sichere Anlagehäfen den Goldpreis auf ein Rekordhoch trieb. Der US-Dollar wiederum stand nach dem Zollhammer zu allen anderen wichtigen Währungen unter Druck und profitierte nicht als sicherer Hafen. Im Gegenzug legte der Euro deutlich zu.

"Frontalangriff auf Welthandel"

Der geschäftsführende Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) sagte: "Das ist ein Anschlag auf eine Handelsordnung, die Wohlstand überall auf dem Globus geschaffen hat." Der geschäftsführende Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) zog eine Parallele zu den wirtschaftlichen Auswirkungen von Russlands Angriff auf die Ukraine. Der Präsident Außenhandelsverbandes BGA, Dirk Jandura, sprach von einem "Frontalangriff auf den Welthandel".

Trump hatte die Zölle bei einem Auftritt im Rosengarten des Weißen Hauses angekündigt. So führt die US-Regierung neue pauschale Zölle von zehn Prozent auf alle Importe in die USA aus nahezu allen Ländern ein. Für einige der größten Handelspartner sollen je nach Handelsdefizit deutlich höhere Abgaben greifen.

Auf Einfuhren aus Deutschland und anderen Staaten der Europäischen Union in die USA etwa sind demnach neue Zölle in Höhe von 20 Prozent vorgesehen, für China 34 Prozent. Weniger stark betroffen sind Länder, die zuletzt ein Handelsdefizit mit den USA aufwiesen. - darunter etwa Großbritannien. Unter anderem Russland wird auf der Liste nicht erwähnt.

Die EU bereitet sich vor

"Wir finalisieren bereits das erste Maßnahmenpaket als Reaktion auf die Stahlzölle und bereiten nun weitere Maßnahmen vor, um unsere Interessen und Unternehmen zu schützen, falls die Verhandlungen scheitern", sagte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. Die EU könne keine globale Überkapazität auffangen und kein Dumping auf ihren Märkten akzeptieren.

Wann und wie die EU handelt, ist unklar. Handelskommissar Maros Sefcovic plant am Freitag eine Videoschalte mit der US-Seite. Er machte klar, sollten sich beide Seiten nicht auf einen fairen Deal einigen, werde die EU nicht tatenlos zusehen. "Ungerechtfertigte Zölle werden unweigerlich nach hinten losgehen."

Deutliche Preissteigerungen möglich

Die Ankündigung Trumps ist der bislang aggressivste und folgenreichste Schritt im Zuge der ohnehin rabiaten Handelspolitik des US-Präsidenten. Er will mit Zöllen angebliche Handelsungleichgewichte korrigieren und mehr Produktion in die USA verlagern. Zugleich sollen Zolleinnahmen genutzt werden, teure Wahlversprechen wie Steuersenkungen zumindest teilweise zu finanzieren.

Verbraucher in den USA müssen sich auf deutliche Preissteigerungen einstellen. Eigentlich will Trump die Inflation drücken. Auch die Menschen in Deutschland, Europa und anderen Teilen der Welt werden die Folgen spüren.

Eine Frage der Fairness?

Bei dem Paket geht es um sogenannte wechselseitige Zölle. Die US-Regierung argumentiert, dass die USA lediglich überall dort ihre Zölle anheben, wo internationale Partner ihrerseits Abgaben verlangten oder anderweitige Handelsbarrieren für US-Firmen aufgebaut hätten. Das sei nur gerecht.

Wie die Amerikaner diese angeblichen Benachteiligungen aber berechnen, ist undurchsichtig und die "Fairness" des Schrittes daher schwer nachvollziehbar.

"Wir wissen nicht, wie US-Präsident Donald Trump zu diesen Zahlen kommt", sagte Rolf Langhammer, Ökonom am Kiel Institut für Weltwirtschaft (IfW). "Wir tappen noch im Dunkeln." Trump versuche wohl unter anderem sogenannte nichttarifäre Handelshemmnisse einzukalkulieren. Als Beispiel nannte Langhammer hormonbehandeltes Rindfleisch, das aus den USA nicht in die EU eingeführt werden dürfe. Da klebe Trump dann einfach ein Preisschild dran.

Wen es wie trifft

Zölle in Höhe von zehn Prozent sollen universell auf alle Importe in die Vereinigten Staaten gelten und bereits an diesem Samstag in Kraft treten. Jenseits davon soll es individuelle Strafabgaben geben, die je nach Land variieren. Diese sollen ab dem 9. April greifen. Dabei werden vor allem jene Länder ins Visier genommen, die aus Sicht der USA besonders hohe Handelsbarrieren für amerikanische Produkte haben. Für Dutzende Staaten sind höhere Abgaben jenseits der zehn Prozent vorgesehen, zum Teil weit darüber.

Für die Ukraine werden Strafzölle von 10 Prozent fällig. Russland fehlt dagegen auf Trumps langer Zollliste. Russland sei nicht berücksichtigt worden, weil US-Sanktionen bereits "jeden bedeutenden Handel ausschließen", sagte Trumps Sprecherin Karoline Leavitt.

Tatsächlich importieren die USA immer noch mehr Waren aus Russland als aus der Ukraine. Bei Gesprächen Russlands und der USA über eine Waffenruhe in der Ukraine hat der Kreml zuletzt eine Lockerung der Sanktionen gefordert.

Trump setzt seit dem Wiedereinzug ins Weiße Haus - ähnlich wie in seiner ersten Amtszeit - im großen Stil auf Zölle. Er verhängte bereits Strafabgaben auf alle Aluminium- und Stahlimporte, brachte Zölle in Höhe von 25 Prozent auf importierte Autos und Autoteile auf den Weg, führte erhöhte Zölle auf alle Waren aus China ein und nahm auch Kanada und Mexiko ins Visier.

Die Folgen für Verbraucher

Ein Importzoll funktioniert ähnlich wie eine Steuer. Die Abgabe muss vom importierenden Unternehmen an den Staat gezahlt werden - in diesem Fall also von Firmen in den USA. Es gilt als wahrscheinlich, dass die importierenden Unternehmen die höheren Kosten an die Verbraucher weitergeben.

Trump will US-Firmen davon abhalten, Produkte aus dem Ausland einzuführen. Das soll langfristig den Produktionsstandort USA stärken. Da mit Gegenzöllen gerechnet wird und auf die exportierenden Unternehmen in den USA, aber auch in anderen Ländern Umsatzeinbußen zukommen dürften, könnte dies zu einem Rückgang der Produktion und Stellenstreichungen rund um den Globus führen.

Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) hat errechnet, dass die neuen Zusatzzölle Deutschland über die vierjährige Amtszeit von Trump rund 200 Milliarden Euro kosten könnten. Das deutsche Bruttoinlandsprodukt läge dann 2028 um etwa anderthalb Prozent niedriger als ohne Zölle.

Modellberechnungen des Kiel Instituts für Weltwirtschaft (IfW) zeigen wiederum, dass die angekündigten Zölle für die US-Wirtschaft binnen eines Jahres ein Minus von fast 1,7 Prozent bedeuten sowie Preissteigerungen von über 7 Prozent und ein Exportminus von fast 20 Prozent.

Was betroffene Länder tun können

Neben Gegenzöllen können sie vor allem den Handel untereinander stärken und so versuchen, die Folgen von Trumps Handelspolitik abzufangen. Die deutsche Wirtschaft pocht auch auf bessere Standortbedingungen hierzulande.

Der Außenwirtschaftschef der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK), Volker Treier, sagte, die USA seien zwar Deutschlands wichtigster Handelspartner. "Die Lieferungen in die Staaten liegen allerdings bei weniger als zehn Prozent unserer Gesamtexporte. Wir sind auch auf anderen Weltmärkten gut vertreten." Das sei jetzt auszubauen, etwa mit dem Mercosur-Abkommen mit südamerikanischen Staaten und einem Handelsabkommen mit Indien. Ähnlich äußerte sich Habeck./jac/DP/nas

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